Wichtiger Schritt zur Professionalisierung der Pflege in Deutschland
Am 5. September 2024 kündigte das Bundeskabinett in Berlin eine wichtige Neuerung im Gesundheitswesen an: die Einführung der Pflegefachassistenzausbildung. Diese Entscheidung wird von der Vereinigung der Pflegenden in Bayern (VdPB) erheblich begrüßt und könnte einen entscheidenden Beitrag zur Qualität der pflegerischen Versorgung in Deutschland leisten.
Die VdPB sieht die bundesweite Vereinheitlichung des Berufsbildes als notwendige Maßnahme, um die Pflegeberufe in Deutschland weiterzuentwickeln. Bisher gab es erhebliche Unterschiede in der Ausbildungsorganisation zwischen den Bundesländern. Die geplante Ausbildungsdauer von 18 Monaten wird von der VdPB als ein positives Signal gewertet, das die Komplexität und die erforderlichen Fähigkeiten in der Pflegeassistenz anerkennt. Bereits in Bayern existiert eine einjährige Ausbildung in der Pflegefachhilfe, und die Verlängerung um ein halbes Jahr zeigt, dass die Bedeutung dieser Berufsgruppe immer mehr gewürdigt wird.
„Die neue Ausbildung ist ein wichtiger Schritt, um den hohen Ansprüchen der Menschen, die auf Pflege angewiesen sind, gerecht zu werden“, erklärt VdPB-Präsidentin Kathrin Weidenfelder. Die Professionalisierung der Pflege ist nicht nur für die Berufe selbst von Bedeutung, sondern auch für die Qualität der Versorgung, die den Patienten und Klienten zugutekommt.
Dennoch bringt der Gesetzentwurf auch Herausforderungen mit sich. Die VdPB äußert Bedenken hinsichtlich der Zugangsvoraussetzungen zur Ausbildung. Ein einfaches positives Feedback von einer Pflegeschule reicht nicht aus, um die Eignung eines Bewerbers festzustellen. Hier plädiert die VdPB für die Einführung eines verbindlichen Eignungsfeststellungsverfahrens, um sicherzustellen, dass nur geeignete Bewerber in den neuen Ausbildungsweg eintreten können.
Ein weiterer Punkt, den die VdPB anprangert, ist die Notwendigkeit von Bestandschutzregelungen für bereits im Beruf arbeitende Pflegeassistenten. Diese Regelungen sind wichtig, um die bestehenden Fachkräfte, die bereits eine landesrechtlich geregelte Ausbildung absolviert haben, abzusichern und einen nahtlosen Übergang in die neue strukturierte Ausbildungsform zu gewährleisten.
Die VdPB fordert auch, dass die Länder zusätzliche Ressourcen bereitstellen, um Schulen bei der Implementierung der neuen Ausbildung umfassend zu unterstützen. „Die Schaffung entsprechender Kompetenzprofile für die Pflegeberufe ist ebenso erforderlich“, so Weidenfelder weiter. Zudem müssen die Tarifpartner angemessene Vergütungssysteme etablieren, die den erweiterten Aufgaben und Kompetenzen der neuen Pflegefachassistenten Rechnung tragen.
Die anstehende Pflegekompetenzgesetzgebung auf Bundesebene wird als weiterer wesentlicher Schritt in die richtige Richtung wahrgenommen. Der Bund muss hier zügig handeln, um die angekündigten Reformen tatsächlich umzusetzen.
Insgesamt zeigt sich die VdPB optimistisch. Die engagierten Fachkräfte in der Pflege sind bereit, die notwendigen Schritte in Richtung Professionalisierung zu unterstützen. Die Initiativen, die in den kommenden Monaten ergriffen werden müssen, sind entscheidend für die Zukunft unserer Gesundheitssysteme und die Qualität der Pflege, die Millionen Menschen in Deutschland erhalten.
Die Vereinigung der Pflegenden in Bayern (VdPB) ist ein Sprachrohr für die professionell Pflegenden und setzt sich für die Weiterentwicklung der pflegerischen Qualität in Bayern ein. Präsidentin ist seit Juni 2024 Kathrin Weidenfelder.