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Lidl: Neue schockierende Aufnahmen aus Schweinemast – Tierschutzskandal bei Lidl Spanien

Lidl hat in den letzten Jahren immer wieder wegen Tierquälerei und Gewalt gegen Tiere bei seinen Lieferanten Kritik erfahren. Das Verbrauchermagazin WDR Markt hat nun neue Rechercheaufnahmen aus einer spanischen Schweinehaltung veröffentlicht, die mit Lidl Spanien in Verbindung steht. Die Aufnahmen zeigen erneut kranke und leidende Tiere sowie Mitarbeitende, die die Schweine quälen.

Es ist zu erwähnen, dass die ARD im November 2023 Aufnahmen aus einer anderen spanischen Schweinemastanlage veröffentlichte, die ebenfalls mit Lidl in Verbindung stand. Die Bilder waren schockierend und wurden als "Horror" beschrieben. Spanien ist der größte Produzent und Lieferant von Schweinefleisch innerhalb der EU, auch für den deutschen Markt.

Die aktuellen Bilder bei WDR Markt stammen aus einem Betrieb derselben Provinz (Burgos) und gehören zum Futtermittelkonzern Agrocesa. Dieser Betrieb hat spanische "Tierwohl"-Siegel erhalten, obwohl die gezeigten Zustände alles andere als tiergerecht sind. Die Tierschutzorganisation Animal Welfare Observatory hat die Betreiber der Farm angezeigt, doch die örtlichen Behörden haben angeblich keine Verstöße gefunden.

Die neuen Aufnahmen zeigen mehrere Tiere mit Eingeweidebrüchen und verletzte, geschwollene, infizierte und blutige Beine und Gelenke bei den Schweinen. Ein Schwein hat Schwierigkeiten beim Aufstehen und bewegt sich nur noch robbend über den Boden. Die Aufnahmen belegen zudem, wie die Mitarbeitenden die Schweine schlagen. Es gibt auch Hygieneprobleme im Betrieb, wie das Vorhandensein von Ratten und Fliegenlarven sowie Exkrementen in den Futtertrögen. Ein besonders verstörendes Bild zeigt eine missglückte Notschlachtung, bei der ein Schwein zwei Minuten lang qualvoll kämpft.

Der Produzent Rodriguez und Campofrio, die von dem Mastbetrieb beliefert wurden und deren Produkte in spanischen und zum Teil auch deutschen Supermärkten verkauft werden, behaupten, nicht mehr von dem Betrieb beliefert zu werden. Solche Erklärungen werden häufig verwendet, wenn Tierschutz-Skandale an die Öffentlichkeit gelangen.

Siehe auch  Berlin: Fertigstellung des Einheitsdenkmals gefährdet - Generalunternehmer fordert zusätzliche Bundesmittel von 2,5 Millionen Euro

Trotzdem sehen europäische Tierschutzorganisationen, darunter die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt, die Verantwortung bei Lidl. Sie fordern das Unternehmen auf, seinen Einfluss zu nutzen und seine Tierschutzstandards zu verbessern, um solche Skandale zu verhindern. Auch der Preiskampf der Supermärkte beim Fleisch wird als Ursache für die Zustände genannt.

Mahi Klosterhalfen, Präsident der Albert Schweitzer Stiftung, betont, dass Lidl als einer der größten Lebensmitteleinzelhändler in Europa die Macht hätte, diese Zustände in den Ställen seiner Lieferanten zu beenden. Die angeblichen Tierschutzverbesserungen von Lidl gehen seiner Meinung nach nicht weit genug und bedeuten weiterhin Leiden für die Tiere.

Die Albert Schweitzer Stiftung setzt sich gegen Massentierhaltung ein und befürwortet eine vegane Lebensweise. Sie nutzt juristische Mittel und wirkt auf Wirtschaft und Politik ein, um Tierschutzstandards zu erhöhen und den Verbrauch von Tierprodukten zu reduzieren.

Folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Informationen im Überblick:

| Aufnahmen aus | Datum | Zustände |
|---|---|---|
| Spanische Schweinehaltung (mit Lidl Spanien in Verbindung) | 22. Mai | Kranke und leidende Tiere, Tierquälerei durch Mitarbeitende |
| Spanische Schweinemastanlage (mit Lidl in Verbindung) | November 2023 | Schockierende Zustände, als "Horror" beschrieben |

Es bleibt abzuwarten, wie Lidl auf diese Vorwürfe und Forderungen reagieren wird. Weitere Informationen finden Sie auf der Website der Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt.



Quelle: Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt / ots

Daniel Wom

Der in Berlin geborene Daniel Wom ist ein versierter Journalist mit einer starken Affinität für Wirtschaftsthemen. Er hat an der Freien Universität Berlin Journalistik und Wirtschaftswissenschaften studiert und arbeitet seit mehr als einem Jahrzehnt in den Medien. Daniel hat für verschiedene große Tageszeitungen und Online-Plattformen geschrieben und ist bekannt für seine tiefgründigen Analysen und klaren Darstellungen komplexer Sachverhalte. Er ist Mitglied im Deutschen Journalisten-Verband und hat mehrere Auszeichnungen für seine exzellente Berichterstattung erhalten. In seiner Freizeit erkundet Daniel gerne die vielfältige Kulturszene Berlins und ist leidenschaftlicher Webentwickler.

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