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Klima-Aktivistin vor Gericht: Prozess gegen Judith Beadle wegen Sachbeschädigung an Nobel-Geschäften

Berlin – Amtsgericht Tiergarten. Aktenzeichen 224 Ds 8/23. Der 5. Schnellprozess-Versuch gegen eine „Klima-Letzte“ in Berlin.

Die Kommunikationsdesignerin Judith Beadle aus Wedding steht vor Gericht. Die 43-jährige Angeklagte hat ihren Job bereits gekündigt und protestiert aktiv für den Klimaschutz. Sie hat bereits eine viel befahrene Autobahn blockiert und zusammen mit anderen Klima-Aktivisten ein Sylter Luxushotel gestürmt. Wegen ihrer Kritik an dem fehlenden veganen Essen hat sie auch schon sieben Wochen in Bayern in Untersuchungshaft verbracht.

Am 22. April 2023 hat Judith Beadle Farbschmierereien auf dem Kurfürstendamm verursacht und anschließend erklärt: „Ob das für mich rechtliche Konsequenzen hat, ist mir egal.“ Als Folge davon mussten fünf Nobel-Geschäfte (Rolex, Gucci, Prada, Dolce & Gabbana, Louis Vuitton) ihre Türen schließen, da sie von Klima-Aktivisten mit Farbfuellöschern attackiert wurden. Judith Beadle hat ein Plakat hochgehalten, auf dem steht: „Wir können uns die Reichen nicht mehr leisten.“

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (50, CDU) forderte daraufhin beschleunigte Verfahren für solche Klima-Aktionen. Allerdings setzt er klare Beweislage und einen simplen Sachverhalt voraus. Bei Judith Beadle liegen exakt 14 Wochen zwischen Tat und Prozessbeginn. Sie erschien vor Gericht in einer schicken Bluse und einem Blazer, begleitet von drei Anwälten. Als der Richter sie nach ihrem Beruf fragte, antwortete sie, dass sie derzeit keiner Beschäftigung nachgehe. Auf die Frage, ob sie Vollzeit oder Teilzeit arbeite und wie hoch ihr Einkommen sei, verweigerte sie die Antwort. Zur Anklage äußerte sie sich nicht.

Der Geschäftsführer des Rolex Ladens, der von Judith Beadle attackiert wurde, berichtete vor Gericht von den Folgen: „Wir mussten damals schließen, die verschmierte Treppe war für unsere Kunden nicht zumutbar und das Sicherheitsrisiko zu groß. Die Farbe hatte einen hohen Lackanteil und ließ sich nicht mit Wasser entfernen.“

Der Vandalismus durch Judith Beadle und die anderen Klima-Aktivisten hat erheblichen Schaden verursacht. Die denkmalgeschützte Fassade und die Sandsteintreppe wurden beschädigt und das Pflaster sowie die Leuchtreklame konnten nicht gerettet werden. Außerdem müssen die Messingleisten ausgetauscht werden. Der Gesamtschaden beläuft sich auf rund 68.000 Euro.

Während des Prozesses äußerte Judith Beadle weitere Kritik und stellte Fragen an den Richter: „Können Hinz und Kunz zu Ihnen kommen? Oder gehören Ihre Kunden zu den zehn Prozent der Reichsten in Deutschland? Wie hoch ist Ihr Jahreseinkommen?“. Der Richter wies sie darauf hin, dass der Prozess sich auf die Sachbeschädigung konzentriere.

Nach vier Stunden wurde der Prozess auf den 18. August vertagt.

NAG Redaktion

Versierte Journalisten mit einer starken Affinität für Wirtschaftsthemen. Arbeiteten seit mehr als einem Jahrzehnt in den Medien. Haben für verschiedene große Tageszeitungen und Online-Plattformen geschrieben und sind bekannt für tiefgründige Analysen und klare Darstellungen komplexer Sachverhalte.

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