Die Bedeutung des Flüchtlingsschutzes für unsere Gesellschaft
In der heutigen Zeit, in der Migration oft als Problem dargestellt wird, ist es wichtiger denn je, sich auf die humanitären Werte zu besinnen, die unserer Demokratie zugrunde liegen. Im Vorfeld eines geplanten Migrationstreffens am Dienstag, zu dem die Bundesregierung zusammen mit den Bundesländern und der Union zusammenkommt, appelliert die Kinderrechtsorganisation Terre des Hommes gemeinsam mit 26 weiteren Organisationen an den verantwortungsvollen Umgang mit dem Thema Flüchtlinge in Deutschland.
Joshua Hofert, Vorstandssprecher von Terre des Hommes, betont die Notwendigkeit, trotz der intensiven Diskussionen über einen vorgeschlagenen „Sicherheitspakt“ die rechtsstaatlichen Prinzipien nicht außer Acht zu lassen. „Es ist entscheidend, dass wir uns mit der Frage der Gewaltprävention auseinandersetzen, jedoch darf Migration nicht als Quelle aller Probleme erscheinen“, erklärt Hofert. Er hebt hervor, dass die Menschenrechte und die Errungenschaften des Rechtsstaats für alle von entscheidender Bedeutung sind.
Ein zentrales Anliegen von Terre des Hommes sind die Rechte geflüchteter Kinder. Die Organisation setzt sich dafür ein, dass jedes Kind – unabhängig von seiner Herkunft – das Recht auf ein Leben in Würde hat. Dies wird sowohl durch internationale Abkommen, wie die UN-Kinderrechtskonvention und die Genfer Flüchtlingskonvention, als auch durch unser gemeinschaftliches Verständnis von Humanität untermauert. „In unseren Projekten erfahren wir täglich, aus welchen Nöten Kinder fliehen. Krieg, Zwangsheiratspraktiken oder die Rekrutierung als Kindersoldaten sind nur einige der schrecklichen Gründe“, führt Hofert fort.
Die Organisation fordert, dass anstelle von weiteren Verschärfungen im Asylsystem und Leistungskürzungen, in die Zukunft der Kinder investiert wird. Kinder benötigen insbesondere psychosoziale Unterstützung, Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung, um in Deutschland eine faire Chance zu erhalten. „Es ist an der Zeit, die Grundlagen für ein sicheres und förderliches Umfeld zu schaffen, wo Kinder die Möglichkeit haben, sich zu entwickeln“, so der Appell von Hofert.
Der Aufruf der Organisationen ist nicht nur ein Appell an die Bundesregierung, sondern spiegelt auch eine tiefere gesellschaftliche Verantwortung wider – die Verantwortung, verletzliche Gruppen zu schützen und zu unterstützen. Es ist unerlässlich, dass wir uns auf die Werte unseres Rechtsstaats besinnen und die Diskussion über Migration und Flüchtlingsschutz im Einklang mit diesen Werten führen.
In Anbetracht der anhaltenden Flüchtlingskrisen in vielen Teilen der Welt steht Deutschland vor der Herausforderung, eine Balance zwischen Sicherheit und Asylrecht zu finden. In diesem Kontext ist die positive Integration und Unterstützung von geflüchteten Menschen nicht nur eine humane Verpflichtung, sondern auch ein starkes Signal für Solidarität und Menschlichkeit innerhalb unserer Gesellschaft.
Durch das Engagement von Terre des Hommes und den damit verbundenen Organisationen wird deutlich, dass ein respektvoller und mitfühlender Umgang mit geflüchteten Personen eine wesentliche Komponente unserer demokratischen Werte darstellt. Es liegt in der Verantwortung aller, sich für eine gerechtere und integrative Zukunft einzusetzen.
Osnabrück/Berlin