Berlin AktuellInnenpolitikPolitikPresseschau

Die heimliche Gefahr: Polizei plant Massenüberwachung mit Gesichtserkennung im Internet

„nd.DerTag“: Neue Methoden der Gesichtserkennung – Auswirkungen auf die Privatsphäre und Sicherheit im Internet

Die Pläne von Innenministerin Faeser zur Erweiterung des Einsatzes von Gesichtserkennungstechnologien in der Polizeiarbeit werfen Fragen zum Schutz der Privatsphäre und zur Sicherheit im Internet auf. Bislang war der Einsatz solcher Technologien nur „historisch“ erlaubt, wobei Fotos von unbekannten Personen mit einer vorhandenen Datenbank von Verdächtigen und Asylsuchenden abgeglichen wurden.

Die Firewall gegen den Echtzeit-Einsatz von Gesichtserkennungstechnologie bröckelt jedoch bereits in einigen Länderpolizeien. In der Oberlausitz beispielsweise hat die Polizei hochauflösende Kameras an der Grenze zu Polen installiert, um Gesichter zu fotografieren. Zwar erfolgt auch hier der Abgleich im Nachhinein, aber in Berlin, das die Anlage mitnutzt, scheint dies anders zu sein.

Die geplante Gesetzesänderung von Nancy Faeser zur Suche nach Lichtbildern im Internet öffnet die Tür für den Einsatz von Gesichtserkennungstechnologie in der Öffentlichkeit. Das Internet und soziale Medien sind nichts anderes als öffentliche Räume, und wenn die Polizei gezielt nach Bildern bestimmter Personen sucht, um sie anschließend zu verfolgen, stellt dies de facto einen Echtzeit-Einsatz dar.

Die geplante polizeiliche Nutzung von Gesichtserkennung im Internet ist nicht nur eine Verletzung der Privatsphäre der Bürger, sondern auch eine Form der Rasterfahndung und damit eine neue Art der Massenüberwachung. Dabei werden alle digitalen öffentlichen Räume nach bestimmten Bildern durchsucht, wobei die eingesetzte Software gelegentlich falsche Treffer liefert.

Diese Pläne haben nicht nur schwerwiegende Folgen für die Betroffenen, sondern beeinflussen auch das Sicherheitsgefühl aller Internetnutzer. Werden sie zukünftig stärker vom Staat verfolgt fühlen, könnte dies dazu führen, dass viele Nutzer ihre Profile in sozialen Medien auf „privat“ stellen, um ihre Privatsphäre zu schützen.

Es ist wichtig, die neuen Faeser-Pläne zum Einsatz von Gesichtserkennungstechnologien kritisch zu hinterfragen und abzulehnen. Der Schutz der Privatsphäre und die Wahrung der Sicherheit im Internet sollten stets im Fokus stehen, um das Vertrauen und die Freiheit der Bürger zu erhalten.

NAG Redaktion

Versierte Journalisten mit einer starken Affinität für Wirtschaftsthemen. Arbeiteten seit mehr als einem Jahrzehnt in den Medien. Haben für verschiedene große Tageszeitungen und Online-Plattformen geschrieben und sind bekannt für tiefgründige Analysen und klare Darstellungen komplexer Sachverhalte.

Ähnliche Artikel

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"