Das breite gesellschaftliche Bündnis für ein Tempolimit, das von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) koordiniert wird, erhöht den Druck auf die Bundesregierung, ein generelles Tempolimit auf Autobahnen einzuführen. Es werden auch Forderungen nach einer Absenkung der Höchstgeschwindigkeiten außerorts und innerorts erhoben. Dies liegt sowohl an der absehbaren Verfehlung der Klimaschutzziele als auch an der gestiegenen Zahl der Verkehrstoten in Deutschland.
Um den Forderungen Nachdruck zu verleihen, findet eine gemeinsame Pressekonferenz statt, bei der die Deutsche Umwelthilfe (DUH), die Gewerkschaft der Polizei (GdP) NRW, der ökologische Verkehrsclub (VCD), der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Changing Cities und die Verkehrsunfall-Opferhilfe (VOD) die aktuelle Studienlage diskutieren. Dabei wird erklärt, warum ein Tempolimit sowohl für den Klimaschutz als auch für die Verkehrssicherheit noch in diesem Jahr eingeführt werden muss. Auch maßgebliche Gerichtsurteile gegen die Bundesregierung, die eine Umsetzung eines Tempolimits erzwingen könnten, sowie die Entwicklungen im europäischen Ausland werden behandelt.
Das Bündnis besteht aus folgenden Verbänden und Organisationen: Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club (ADFC), Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), Changing Cities, Deutsche Umwelthilfe (DUH), Gewerkschaft der Polizei NRW, Greenpeace, Hannovair, Initiative für sichere Straßen, Klimaschutz im Bundestag, Verbund Service und Fahrrad (VSF), Verkehrsclub Deutschland (VCD), Verkehrsunfall-Opferhilfe Deutschland.
Die Pressekonferenz findet am Freitag, den 5. Juli 2024 um 10 Uhr statt. Anmeldungen werden über den DUH-Newsroom erbeten.
Das Thema Tempolimit ist in Deutschland schon seit langer Zeit umstritten. Deutschland ist eines der wenigen Länder ohne generelles Tempolimit auf Autobahnen. Historisch gesehen ist dies auf die Tradition der „Fahrfreude“ zurückzuführen, die in den 1930er Jahren mit dem Bau der Autobahnen in Deutschland entstand. Diese wurden als Teststrecken für die damals aufkommenden schnellen Autos genutzt.
Internationale Vergleiche zeigen jedoch, dass ein Tempolimit auf Autobahnen dazu beitragen kann, die Anzahl der Verkehrstoten zu reduzieren und den CO2-Ausstoß zu verringern. In Ländern wie Frankreich, Italien, den Niederlanden und Schweden gibt es bereits ein generelles Tempolimit auf Autobahnen. In Deutschland wird argumentiert, dass die Richtgeschwindigkeit von 130 km/h ausreichend ist und dass ein Tempolimit die Freiheit der Autofahrer einschränken würde.
Im Folgenden finden Sie eine Tabelle mit den Tempolimits auf Autobahnen in einigen europäischen Ländern:
| Land | Generelles Autobahn-Tempolimit |
|————|———————————-|
| Deutschland| Kein generelles Limit |
| Frankreich | 130 km/h |
| Italien | 130 km/h |
| Niederlande| 130 km/h |
| Schweden | 120 km/h |
Quelle: Deutsche Umwelthilfe e.V. / ots