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Alfonso Pantisano als neuer Queer-Beauftragter von Berlin: Warum er umstritten ist und was er erreichen will – ein Interview

Alfonso Pantisano: Der umstrittene neue Queer-Beauftragte von Berlin

Der 48-jährige Alfonso Pantisano wurde gerade zum neuen Queer-Beauftragten von Berlin ernannt und sorgt schon im Vorfeld für viel Aufregung und Kritik. Doch Pantisano nimmt die Kritik gelassen, da er schon seit Jahren als Aktivist für gleiche Rechte in der queeren Community kämpft.

Die queere Community umfasst Menschen, deren sexuelle Orientierung nicht heterosexuell ist, sowie Personen mit nichtbinären oder nicht-cisgender Geschlechtsidentitäten. Pantisano setzt sich für die Belange dieser Community ein und ist bereit, für wichtige Themen einzustehen.

Ein wichtiger Punkt, der Pantisano am Herzen liegt, ist die Selbstbestimmung und Gleichberechtigung. Obwohl der Paragraf 175, der homosexuelle Handlungen unter Strafe stellte, erst 1994 abgeschafft wurde, reicht dies laut Pantisano nicht aus. Er fordert eine Ergänzung des Artikel 3 des Grundgesetzes, um sicherzustellen, dass niemand aufgrund seiner sexuellen Identität bevorzugt oder benachteiligt wird. Pantisano ist der Meinung, dass man für diese Ziele laut sein muss, da man sonst oft nicht gehört wird.

In Bezug auf Wolfgang Thierse, den ehemaligen Bundestagspräsidenten, äußert sich Pantisano enttäuscht. Thierse habe sich stark für die Identitätspolitik der Menschen aus dem Osten eingesetzt, aber sich gegenüber den Themen, die in der queeren Community vertreten werden, ablehnend gezeigt. Pantisano betont, dass er gerne mit Thierse gestritten hat und dies auch weiterhin tun würde, da er es für notwendig hält.

Pantisano legt großen Wert auf inklusiven Feminismus. Er ist der Meinung, dass Männer den Stellenwert von Frauen oft unterschätzen und dass Feminismus nicht ausschließen darf. Er steht Transfrauen bei, die von anderen Frauen ihr Frausein abgesprochen bekommen, da er aus eigener Erfahrung weiß, wie wichtig es ist, die eigene Identität zu verteidigen.

Eine kontroverse Situation entstand, als Pantisano Mitarbeiterinnen der Zeitschrift Emma auf Twitter als „Hündinnen“ bezeichnete. Er entschuldigte sich für diesen Tweet und erklärte, dass er in hitzigen Diskussionen manchmal Dinge sagt, die er nicht so meint. Trotzdem bereut er seine Wortwahl und gelobt Besserung.

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Alfonso Pantisano wurde vor 48 Jahren in Waiblingen geboren und ist seit 2002 in Berlin ansässig. Neben seiner Tätigkeit als Queer-Beauftragter ist er auch als Live- und Business-Coach tätig. Er ist Mitglied der SPD und engagiert sich seit Jahren in der queeren Community sowie bei verschiedenen sozialen Organisationen.

Pantisanos Ziel als Queer-Beauftragter ist es, für eine inklusive Gesellschaft zu kämpfen und Minderheiten einen Platz am Tisch der Inklusion zu geben. Er ist bereit, sich mit allen Meinungen auseinanderzusetzen und für die besten Ideen zu streiten. Pantisano betont, dass er gerne streitet, aber den Großteil seines Tages mit Lächeln verbringt.

Alfonso Pantisano mag umstritten sein, aber er steht für seine Überzeugungen ein und kämpft für eine gleichberechtigte und inklusive Gesellschaft. Mit seiner Arbeit als Queer-Beauftragter will er einen Beitrag dazu leisten, die Akzeptanz und Gleichberechtigung für die queere Community weiter voranzutreiben.

Daniel Wom

Der in Berlin geborene Daniel Wom ist ein versierter Journalist mit einer starken Affinität für Wirtschaftsthemen. Er hat an der Freien Universität Berlin Journalistik und Wirtschaftswissenschaften studiert und arbeitet seit mehr als einem Jahrzehnt in den Medien. Daniel hat für verschiedene große Tageszeitungen und Online-Plattformen geschrieben und ist bekannt für seine tiefgründigen Analysen und klaren Darstellungen komplexer Sachverhalte. Er ist Mitglied im Deutschen Journalisten-Verband und hat mehrere Auszeichnungen für seine exzellente Berichterstattung erhalten. In seiner Freizeit erkundet Daniel gerne die vielfältige Kulturszene Berlins und ist leidenschaftlicher Webentwickler.

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