Der Immobilienmarkt in Brandenburg verzeichnete im vergangenen Jahr einen deutlichen Rückgang der Nachfrage. Die steigenden Zinsen und Baupreise haben den Preisanstieg gebremst. Laut dem Grundstückmarktbericht 2022 gab es bis auf wenige Ausnahmen einen Rückgang bei der Zahl der Kaufverträge, den Bodenpreisen und dem Geldumsatz.
Die Zahl der Kaufverträge ist um fast ein Fünftel auf 28.353 gesunken, der niedrigste Stand seit 1992. Die meisten Kaufverträge wurden in der Landeshauptstadt Potsdam, Cottbus, Brandenburg/Havel, Falkensee und Königs Wusterhausen abgeschlossen.
Der Durchschnittspreis für ein Einfamilienhaus stieg im Vergleich zu 2021 um zehn Prozent auf 397.000 Euro. Im Jahr 2021 war dieser Durchschnittspreis um 16 Prozent gestiegen. Der Durchschnittspreis für eine neu errichtete Eigentumswohnung lag 2022 unverändert zum Vorjahr bei 403.000 Euro.
Aufgrund der hohen Kaufpreise fordert der Vorsitzende der CDU-Fraktion im Landtag, Jan Redmann, Freibeträge bei der Grunderwerbssteuer. Das Brandenburger Finanzministerium lehnt dies jedoch ab.
Bauland im Berliner Umland ist weiterhin etwa dreieinhalb Mal so teuer wie im weiteren Metropolenraum. Dennoch erleben Städte wie Lübben im Spreewald, Angermünde und Frankfurt (Oder) einen Boom, da sie innerhalb einer Stunde von Berlin erreichbar sind. Das Angebot im Speckgürtel wird bereits knapp, und Brandenburg verzeichnet einen Pendlerüberschuss von rund 100.000 Menschen.
Die Zahl der Kaufverträge für Gewerbebauland ist um 19 Prozent zurückgegangen. Dabei ist der durchschnittliche Preis von 43 Euro auf 53 Euro pro Quadratmeter gestiegen. In begehrten Lagen wie am Flughafen BER liegt der Bodenrichtwert sogar bei bis zu 1200 Euro pro Quadratmeter.
Die Immobilienpreise in Brandenburg haben sich also aufgrund der steigenden Zinsen und Baupreise abgeschwächt. Die Nachfrage ist zurückgegangen, aber in berlinfernen Regionen gibt es einen gewissen Aufschwung. Die weiteren Entwicklungen auf dem Grundstücksmarkt bleiben jedoch abzuwarten.