Neuer Bericht belegt schädlichen Einfluss von Deutschlands Gashunger: Deutsche Umwelthilfe fordert Importverbot von Fracking-Gas
Ein neuer Bericht der Deutschen Umwelthilfe (DUH) gemeinsam mit den NGOs Food and Water Action Europe und Gas no es solución belegt, dass im Jahr 2023 70 Prozent aller deutschen Importe von Flüssigerdgas (LNG) schädliches Fracking-Gas aus den USA waren. Dabei handelte es sich zu 88 Prozent um Fracking-Gas. Von den importierten 7,1 Milliarden Kubikmetern LNG stammten etwa 80 Prozent aus den USA.
Die LNG-Importe aus den USA in die EU haben sich im Vergleich zu 2021 fast verdreifacht, von 22 auf 64 Milliarden Kubikmeter. Dies ist auf die massive Ausweitung der Fracking-Gebiete in den USA und die Genehmigung einer Verdopplung der LNG-Exportkapazitäten zurückzuführen.
Die DUH kritisiert die Energiepolitik der Bundesregierung als Haupttreiber für den US-Fracking-Boom. Der massive Ausbau von LNG-Terminals in Deutschland und die langfristigen Lieferverträge, die von deutschen Banken und Unternehmen abgeschlossen wurden, führen zu einer verstärkten Fracking-Tätigkeit und dem Bau weiterer Exportterminals in den USA.
Die Auswirkungen von Fracking auf die Menschen in den Regionen mit Fracking und Exportterminals sind gravierend. Erhöhte Krebsraten, Atemwegserkrankungen, Fehlgeburten sowie schadstoffbelastete Atemluft und Trinkwasser sind nur einige der Folgen. In der unmittelbaren Nähe des texanischen LNG-Exportterminals Corpus Christi ist die Lebenserwartung beispielsweise bis zu 15 Jahre niedriger als in anderen Teilen der Stadt.
Die DUH fordert daher von der Bundesregierung ein Importverbot für Fracking-Gas, um die Menschenrechtsverletzungen in der LNG-Lieferkette zu stoppen und die Gesundheit der Menschen zu schützen.
Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH, kommentierte die Situation: „In Deutschland ist das Schiefergasfracking aus gutem Grund verboten: Es ist das gesundheits- und umweltschädlichste Erdgas, das es überhaupt gibt. Im Ausland nimmt die Bundesregierung die damit verbundenen Schäden aber billigend in Kauf, um den Gashunger Deutschlands zu stillen. Das ist pure Doppelmoral. Die massive Fracking-Ausweitung in den USA hängt direkt mit dem Aufbau unserer LNG-Überkapazitäten zusammen. Die befürchtete Gasmangellage hat sich nicht eingestellt, die Gasspeicher sind auch nach der Heizperiode gefüllt und die bestehenden LNG-Terminals sind nicht ausgelastet.“
Die Bundesregierung muss ihrer Verantwortung für fossile Lieferketten gerecht werden und den Import von Fracking-Gas stoppen, um zukünftigen Generationen die Folgen des Klimawandels zu ersparen.
Die DUH hat bereits über 11.000 Unterschriften für ihre Petition gesammelt, die bis Ende des Jahres dem Petitionsausschuss des deutschen Bundestags vorgelegt werden soll.
Links:
- Zum vollständigen Bericht: [Link]
- Zur Petition für ein Importverbot von Fracking-Gas: [Link]
Fazit
Der neue Bericht der Deutschen Umwelthilfe (DUH) zeigt deutlich den schädlichen Einfluss von Deutschlands Gashunger. Ein Großteil der deutschen Importe von Flüssigerdgas stammt aus den USA und besteht zu 88 Prozent aus schädlichem Fracking-Gas. Die DUH fordert die Bundesregierung auf, ein Importverbot für Fracking-Gas zu erlassen, um die Gesundheit der Menschen zu schützen und den Klimawandel zu bekämpfen. Die Petition der DUH hat bereits über 11.000 Unterschriften erhalten und wird dem Petitionsausschuss des deutschen Bundestags vorgelegt werden.