Kreuzberg am Abgrund: Hafenplatz-Ensemble droht das Aus!
Im Herzen von Friedrichshain-Kreuzberg kämpfen Mieter:innen um ihr Zuhause, während Eigentümer mit Finanzproblemen kämpfen.

Kreuzberg am Abgrund: Hafenplatz-Ensemble droht das Aus!
Die Lage am Hafenplatz in Berlin-Kreuzberg ist prekär. Die Mieter:innen des großen Pyramiden-Ensembles, in dem rund 720 Wohnungen untergebracht sind, erleben aktuell erhebliche Schwierigkeiten, während die Eigentümer, die Hedera Bauwert, in finanziellen und rechtlichen Turbulenzen stecken. In einem Versuch, die Wasserversorgung der Mieter:innen zu sichern, hat der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg im Spätsommer 2025 eine Wasserrechnung in Höhe von 70.000 Euro vorgestreckt. Trotz regelmäßiger Zahlungen der Mieter:innen für Nebenkosten haben die Eigentümer es versäumt, ihre finanziellen Verpflichtungen zu erfüllen.[Tagesspiegel]
Die Hedera Gruppe plant trotz der schwierigen Umstände einen Abriss und Neubau des bestehenden Gebäudekomplexes aus den 1970er Jahren. Gegen die Geschäftsführer und drei Projektgesellschaften der Hedera Gruppe laufen derzeit Insolvenzverfahren. Ein Grundstück in Potsdam, das einer Tochtergesellschaft gehörte, wurde kürzlich für 8 Millionen Euro zwangsversteigert, was die finanzielle Lage des Unternehmens weiter verschärft.[Tagesspiegel]
Rechtsstreitigkeiten und Insolvenzverfahren
Das Amtsgericht Kreuzberg hat drei Zwangsvollstreckungsverfahren für das Hafenplatz-Ensemble eingeleitet. Gläubiger in diesen Verfahren ist das Finanzamt Friedrichshain-Kreuzberg, das rückständige Grundsteuern einfordert. Die drohende Zwangsversteigerung der Grundstücke könnte sich als langwierig erweisen, weshalb das Bezirksamt eine Gläubigerkonferenz plant, um die Situation transparent zu klären. Zwangsversteigerungen werden durch den Bezirk jedoch als wenig zielführend eingeschätzt.[Tagesspiegel]
Eine als notwendig erachtete Lösung des Problems liegt in der vollständigen Treuhänderschaft, an der das Bezirksamt derzeit arbeitet. Diese Maßnahme würde es dem Bezirk ermöglichen, Zugriff auf die Mietzahlungen zu erhalten und die Bewohnbarkeit des Ensembles langfristig zu sichern. Das Bezirksamt hat außerdem im November 2025 eine städtebauliche Erhaltungsverordnung erlassen, um den Abriss des Ensembles zu erschweren.[Tagesspiegel]
Zukünftige Planung und Herausforderungen
Baustadtrat Florian Schmidt hat angekündigt, sich eine sozialverträgliche Sanierung des Areals zu wünschen. Die aktuelle Situation zeigt, dass die aktuellen Eigentümer nicht ausreichend Reparaturen umsetzen, was sich unter anderem in einer maroden Heizung und einem defekten Aufzug widerspiegelt. Diese Missstände betreffen alle Bewohner:innen, darunter auch viele Geflüchtete, die in dem Ensemble wohnen.[Tagesspiegel]