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Rapid Support Forces und sudanesische Streitkräfte verschärfen humanitäre Krise im Sudan

Fernab der internationalen Aufmerksamkeit eskaliert der Konflikt zwischen den sudanesischen Streitkräften und den paramilitärischen Rapid Support Forces. Dies hat eine dramatische humanitäre Situation im Sudan zur Folge. Laut Aktion gegen den Hunger benötigen 25 Millionen Menschen im Land humanitäre Hilfe. Darunter sind 14 Millionen Kinder. Jeder Dritte im Sudan leidet an Hunger. Die Vertreibung von Menschen im Sudan aufgrund des Konflikts führt zu Armut und Hunger. Rund 18 Millionen Menschen sind von akutem Hunger betroffen. Insbesondere hat die akute Mangelernährung bei Kindern seit Beginn des Konflikts zugenommen. Insgesamt müssen 14 Millionen Kinder im Sudan dringend humanitäre Hilfe erhalten, wobei 3 Millionen von ihnen auf der Flucht sind. Zusätzlich behindert die Eskalation der Gewalt die Bereitstellung von humanitärer Hilfe. Die prekäre Sicherheitslage und Bewegungseinschränkungen verhindern den Zugang von Nothilfeteams zu den betroffenen Gemeinschaften.

Aktion gegen den Hunger appelliert an die internationale Gemeinschaft, schnellstmöglich finanzielle Mittel in Höhe von 2,7 Milliarden US-Dollar für die humanitäre Hilfe im Sudan bereitzustellen. Bisher sind jedoch lediglich 94,5 Millionen US-Dollar eingegangen, was nur 4 Prozent der benötigten Mittel entspricht. Darüber hinaus fordert die Organisation beide Konfliktparteien auf, einen freien und ungehinderten Zugang für humanitäre Organisationen zu gewährleisten, um effektive Hilfe leisten zu können.

Besondere Sorge besteht aufgrund der Eskalation der sexualisierten Gewalt in diesem Konflikt. UN-Expert*innen haben alarmiert darauf hingewiesen. Berichte über Vergewaltigungen und Entführungen von Frauen und Mädchen, von denen einige zwangsverheiratet und in Geiselhaft genommen wurden, sind aufgetaucht. Frauen und Mädchen wurden in Lieferwagen angekettet und unter unmenschlichen Bedingungen festgehalten.

Aktion gegen den Hunger betont, dass der Schutz von vulnerablen Bevölkerungsgruppen, insbesondere Frauen und Mädchen, in Konfliktsituationen von entscheidender Bedeutung ist. Die Organisation bietet Schutzprogramme für Opfer sexualisierter Gewalt an und ermöglicht Begleitung und die Einrichtung von Schutzräumen. Zudem führt sie Aufklärungskampagnen zur Geschlechtergerechtigkeit durch.

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Trotz der konfliktbedingten Herausforderungen arbeitet Aktion gegen den Hunger weiterhin im Sudan. Die Organisation ist an 11 Standorten in den Gebieten Weißer Nil, Blauer Nil, Südkordofan und Zentral-Darfur präsent. Dort herrscht Ernährungsunsicherheit auf der IPC-Stufe 3. Zwischen April und Dezember 2023 erreichte Aktion gegen den Hunger fast 500.000 Menschen in den Bereichen Gesundheit, Ernährung, Lebensunterhalt, Wasser, Sanitärversorgung, Hygiene, Gleichstellung und Schutz. Die Organisation unterstützt die Opfer geschlechtsspezifischer Gewalt durch eine Hotline und bietet ihnen Begleitung an. Es werden kurz- und langfristig angelegte Frauenzentren und kommunale Schutzräume eingerichtet. Darüber hinaus finden Aufklärungsveranstaltungen statt, und Schulclubs wurden gegründet, um das Bewusstsein für geschlechtsspezifische Gewalt zu schärfen. Die lokale Gesundheitspersonal und Verantwortliche in den Gemeinden werden in Fragen der Geschlechtergleichstellung geschult.

Die humanitäre und entwicklungspolitische Hilfsorganisation Aktion gegen den Hunger ist weltweit in 55 Ländern und Regionen aktiv und unterstützt insgesamt über 28 Millionen Menschen. Sie kämpft seit über 40 Jahren gegen Mangelernährung, schafft Zugang zu sauberem Wasser und unterstützt den Aufbau nachhaltiger Lebensgrundlagen. Insgesamt arbeiten 8.990 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Organisation.

Nachfolgend finden Sie eine Tabelle mit Informationen zum Konflikt im Sudan:

| Anzahl betroffene Menschen | 25 Millionen |
| Anzahl betroffene Kinder | 14 Millionen |
| Anzahl hungernder Menschen | 18 Millionen |
| Anzahl Kinder auf der Flucht | 3 Millionen |
| Finanzieller Bedarf für humanitäre Hilfe | 2,7 Milliarden US-Dollar |
| Eingegangene finanzielle Mittel | 94,5 Millionen US-Dollar |
| Einsatzorte von Aktion gegen den Hunger | Weißer Nil, Blauer Nil, Südkordofan, Zentral-Darfur |
| Anzahl erreichter Menschen von April bis Dezember 2023 | 500.000 |
| Eingerichtete Frauenzentren und kommunale Schutzräume | Ja |
| Schulclubs zur Bewusstseinsbildung | Ja |
| Aufklärungsveranstaltungen zur geschlechtsspezifischen Gewalt | Ja |
| Lokale Schulung in Geschlechtergleichstellung | Ja |

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Die humanitäre Krise im Sudan erfordert sofortige Hilfe und Engagement von der internationalen Gemeinschaft, um das Leid der Menschen zu lindern und ihnen eine Hoffnung auf eine bessere Zukunft zu geben.



Quelle: Aktion gegen den Hunger gGmbH / ots

Daniel Wom

Der in Berlin geborene Daniel Wom ist ein versierter Journalist mit einer starken Affinität für Wirtschaftsthemen. Er hat an der Freien Universität Berlin Journalistik und Wirtschaftswissenschaften studiert und arbeitet seit mehr als einem Jahrzehnt in den Medien. Daniel hat für verschiedene große Tageszeitungen und Online-Plattformen geschrieben und ist bekannt für seine tiefgründigen Analysen und klaren Darstellungen komplexer Sachverhalte. Er ist Mitglied im Deutschen Journalisten-Verband und hat mehrere Auszeichnungen für seine exzellente Berichterstattung erhalten. In seiner Freizeit erkundet Daniel gerne die vielfältige Kulturszene Berlins und ist leidenschaftlicher Webentwickler.

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