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Bundesregierung vernachlässigt Tiefengeothermie – Studie zeigt enormes Potenzial von 300 TWh Erdwärme bis 2030

Eine Analyse der Deutschen Umwelthilfe (DUH) zeigt, dass die Bundesregierung ein mangelndes Interesse an klimafreundlicher Tiefengeothermie hat. Die DUH kritisiert, dass die Bundesregierung die vielversprechende erneuerbare Quelle für die kommunale Wärmewende nicht unterstützt und den Kommunen damit keine Möglichkeit gibt, das hohe Potenzial der Tiefengeothermie zur Deckung des Wärmebedarfs zu nutzen. Die DUH fordert, dass das Ziel der Bundesregierung für 2030 auf mindestens 100 Terawattstunden erhöht wird.

Die hydrothermale Tiefengeothermie ist in Deutschland seit Jahrzehnten etabliert, aber politische Maßnahmen zur Förderung des Ausbaus fehlen. Die DUH macht deutlich, dass die Tiefengeothermie mit hoher Priorität vorangetrieben werden muss, und es müssen zentrale Stellschrauben wie die Absicherung des Fündigkeitsrisikos und ein bundesweit einheitlich guter Zugang zu geologischen Daten angegangen werden. Auch die finanzielle Förderung muss ausgeweitet werden.

Eine Studie unter Beteiligung von Instituten der Fraunhofer-Gesellschaft und der Helmholtz-Gemeinschaft hat vor zwei Jahren gezeigt, dass das Potenzial der Geothermie noch lange nicht ausgeschöpft ist. Geothermie ist eine preisstabile kommunale Wärmequelle mit großem Potenzial, die Deutschland unabhängiger von fossilen Importen machen könnte. Für den Ausbau der Tiefengeothermie und der damit verbundenen Wärmenetze wären rund 9 Milliarden Euro pro Jahr erforderlich.

Zur Einordnung: Im Jahr 2018 belief sich der Umfang umweltschädlicher Subventionen im Energiesektor laut Umweltbundesamt auf mindestens 25,4 Milliarden Euro.

Hintergrund: Geothermie ist die in der Erdkruste gespeicherte Wärmeenergie, die auch als Erdwärme bezeichnet wird. Tiefengeothermie bezieht sich auf Bohrungen von 400 Meter Tiefe und mehr. Bei der hydrothermalen Tiefengeothermie wird warmes oder heißes Tiefenwasser durch Bohrungen aus dem Untergrund hochgepumpt und seine Wärmeenergie über Wärmeüberträger entnommen, bevor das abgekühlte Tiefenwasser wieder in die gleiche Untergrundschicht zurückfließt.

Siehe auch  Signa-Krise in Berlin: Baustopp für Prestigeobjekte des österreichischen Immobilienkonzerns

In der unten stehenden Tabelle sind die wichtigsten Informationen zur Tiefengeothermie zusammengefasst:

| Thema | Information |
|---------------|---------------------------------------|
| Potenzial | Deutschland könnte bis zu 300 Terawattstunden Erdwärme erzeugen |
| Ziele der Bundesregierung für 2030 | Die Bundesregierung will lediglich 10 Terawattstunden erschließen |
| Fehlende Strategie | Es fehlt eine bundesweite Geothermie-Strategie |
| Kommunale Wärmewende | Tiefengeothermie ist eine vielversprechende erneuerbare Quelle für die kommunale Wärmewende |
| Lang etabliert | Hydrothermale Tiefengeothermie ist seit Jahrzehnten in Deutschland etabliert |
| Unterstützung der Bundesregierung | Die Bundesregierung vernachlässigt das Potenzial der Tiefengeothermie und hält die Kommunen im Regen stehen |
| Forderungen der DUH | Erhöhung des Ausbauziels der Bundesregierung für 2030 auf mindestens 100 Terawattstunden, Absicherung des Fündigkeitsrisikos, einheitlicher Zugang zu geologischen Daten und Ausweitung der finanziellen Förderung |
| Studie zur Geothermie | Eine Studie mit Beteiligung von Instituten der Fraunhofer-Gesellschaft und der Helmholtz-Gemeinschaft hat vor zwei Jahren gezeigt, dass das Potenzial der Geothermie noch nicht ausgeschöpft ist |
| Umfang umweltschädlicher Subventionen | Im Jahr 2018 belief sich der Umfang umweltschädlicher Subventionen im Energiesektor auf mindestens 25,4 Milliarden Euro |



Quelle: Deutsche Umwelthilfe e.V. / ots

Daniel Wom

Der in Berlin geborene Daniel Wom ist ein versierter Journalist mit einer starken Affinität für Wirtschaftsthemen. Er hat an der Freien Universität Berlin Journalistik und Wirtschaftswissenschaften studiert und arbeitet seit mehr als einem Jahrzehnt in den Medien. Daniel hat für verschiedene große Tageszeitungen und Online-Plattformen geschrieben und ist bekannt für seine tiefgründigen Analysen und klaren Darstellungen komplexer Sachverhalte. Er ist Mitglied im Deutschen Journalisten-Verband und hat mehrere Auszeichnungen für seine exzellente Berichterstattung erhalten. In seiner Freizeit erkundet Daniel gerne die vielfältige Kulturszene Berlins und ist leidenschaftlicher Webentwickler.

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