Silberne Sensation in Brandenburg: Historische Münzen aus dem Kessel!

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In Brandenburg an der Havel wurden seltene Silbermünzen aus dem 17. Jahrhundert bei Ausgrabungen entdeckt, die spannende Fragen aufwerfen.

In Brandenburg an der Havel wurden seltene Silbermünzen aus dem 17. Jahrhundert bei Ausgrabungen entdeckt, die spannende Fragen aufwerfen.
In Brandenburg an der Havel wurden seltene Silbermünzen aus dem 17. Jahrhundert bei Ausgrabungen entdeckt, die spannende Fragen aufwerfen.

Silberne Sensation in Brandenburg: Historische Münzen aus dem Kessel!

Bei den aktuellen Ausgrabungen auf dem Gotthardkirchplatz in Brandenburg an der Havel sind seltene Silbermünzen aus dem 17. Jahrhundert entdeckt worden. Diese Entdeckung wurde durch das Brandenburgische Landesamt für Denkmalpflege bekannt gegeben und beleuchtet die spannende Geschichte dieses historischen Ortes.

Die Münzen wurden in einem Kupferkessel gefunden und stammen aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Zu den Entdeckungen gehören eine Stadtmünze aus Hamburg, ein halber niederländischer Reichsthaler und eine Münze aus der Schweiz. Besonders auffällig ist die Vielfalt der Herkunft der Münzen, die sich von der Schweiz über das Rheinland bis nach Hamburg erstreckt. Diese Fundstücke geben Aufschluss über die damaligen Handelsverhältnisse und die Beweggründe der letzten Bewohner des aufgegebenen Fachwerkhauses, die ihre Münzen dort um 1634 versteckten.

Die Details der Funde

Die erste gefundene Münze war ein „Dicker“ aus Zug, Schweiz, datiert auf das Jahr 1610. Diese Münze zeigt das Abbild des heiligen Oswald. Zudem entdeckte ein ehrenamtlicher Bodendenkmalpfleger einen halben niederländischen Reichsthaler aus dem Jahr 1618, und eine weitere Münze war eine Stadtmünze der Freien Stadt Hamburg aus dem Jahr 1634, die den Namen des Kaisers Ferdinand II. trägt. Die Münzen messen etwa 3 bis 4 cm im Durchmesser und sind 1,5 mm dick.

Die Fragen, die sich aus diesen Funden ergeben, sind zahlreich. Warum wurden nur drei Münzen in dem Kessel vergraben? Was könnte die Ursache für die große Herkunftsstreuung der Münzen sein?

Archäologische Ergebnisse und zukünftige Planungen

Die Ausgrabungen am Gotthardtkirchplatz sind Teil der Vorbereitung auf die geplante Errichtung eines zweigeschossigen Erweiterungsbaus der Jugend-Kunst-Galerie „Sonnensegel e.V.“, die in den nächsten zwei Jahren realisiert werden soll. Diese Baumaßnahme hat die archäologischen Untersuchungen ermöglicht, die dabei auch Spuren einer urgeschichtlichen Besiedlung und Böden aus dem 12. Jahrhundert zutage förderten.

Darüber hinaus wurden in der Planierschicht der Münzen auch zahlreiche weitere Artefakte wie Buntmetall-Blechabschnitte, kleine Schlackestücke und Bleilotkleckse gefunden. Diese Funde deuten auf eine mögliche Werkstatt eines Gürtlers oder Buntmetallschmieds hin, die einst in dem Fachwerkhaus ansässig war. Historisch ist auch die Gotthardkirche erwähnenswert, die auf einer Anhöhe stand und deren Friedhof länger genutzt wurde, als ursprünglich angenommen.

Diese aktuellen Funde lassen nicht nur Rückschlüsse auf die wirtschaftliche Situation der damaligen Zeit zu, sondern erweitern auch das Wissen über die Lebensbedingungen während des Dreißigjährigen Krieges. Der Krieg selbst, welcher eine der verheerendsten Konflikte der europäischen Geschichte war, hatte tiefgreifende Auswirkungen auf die Bevölkerung und die Region, was durch verschiedene anthropologische und archäologische Studien, darunter die erwähnten, weiter untersucht werden kann.

Die Berichte über Soldatenfriedhöfe und die Lebensbedingungen einfacher Soldaten in dieser Zeit sind von großer Bedeutung für das Verständnis der sozialen Strukturen im historischen Brandenburg.

Das Brandenburgische Landesamt für Denkmalpflege arbeitet weiterhin daran, die Ergebnisse und Erkenntnisse aus den Grabungen umfassend zu dokumentieren und zu analysieren, um das wertvolle Erbe der Stadt zu bewahren.

Für mehr Informationen über die Ausgrabungen und die Funde besuchen Sie rbb24, bldam-brandenburg und academia.edu.