Kita-Neubau in Neukölln: Skepsis wegen schiitischer Verbindungen!
In Berlin entstehen zwei neue Kitas: eine interreligiöse in Friedrichshain und eine umstrittene in Neukölln. Baufortschritte und Herausforderungen im Fokus.

Kita-Neubau in Neukölln: Skepsis wegen schiitischer Verbindungen!
In Berlin wird derzeit an zwei bedeutenden Kita-Projekten gearbeitet, die unterschiedliche Ansätze zur Förderung von interkulturellem Dialog und Bildung verfolgen. Eines dieser Projekte umfasst einen Kindergarten in Neukölln, während das andere eine Drei-Religionen-Kita in Friedrichshain plant. Beide Einrichtungen stehen jedoch vor einzigartigen Herausforderungen und Gelegenheiten.
Das Projekt in der Harzer Straße, Neukölln, sieht die Schaffung eines Kindergartens mit 188 Plätzen vor. Hierzu stellt die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie Fördermittel in Höhe von 4,2 Millionen Euro zur Verfügung, wie rbb24 berichtet. Dennoch gibt es erhebliche Verzögerungen beim Bau, und sowohl im Senat als auch im Bezirk äußert man Skepsis bezüglich des Projektes. Staatssekretär Falko Liecke (CDU) hat bereits angedeutet, dass er die Fördermittel anders eingesetzt hätte, was die Bedenken bezüglich der Führung des Kita-Betreibers verstärkt.
Kontroversen und Bedenken in Neukölln
Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD) hat sein Misstrauen gegenüber dem Projekt geäußert, insbesondere wegen problematischer Verbindungen des Geschäftsführers des Kita-Betreibers, Mohamed A., zum schiitischen Moscheeverein Torath. Dieser Verein ist das Verbindungsbüro des schiitischen Großgelehrten Ayatullah Ali al-Husaini as-Sistani für Deutschland. Es ist bekannt, dass as-Sistani in der Vergangenheit umstrittene Aussagen gemacht hat, einschließlich einer Ehrung für den Hizbullah-Führer Nasrallah. Islamwissenschaftler Armin Eschraghi hat ebenfalls auf die möglichen negativen Auswirkungen der Fatwas von as-Sistani und deren Einfluss auf Deutschland hingewiesen.
Liecke forderte von Mohamed A. eine Distanzierung von as-Sistanis Ansichten, die er als menschenverachtend bezeichnete. Mohamed A. hat via Anwalt reagiert und betont, dass er sich an die demokratische Werteordnung halte. Interessanterweise zeigt sich, dass seine Verbindungen zur Islamischen Gemeinschaft Schiiten (IGS), die in der Vergangenheit problematische Verknüpfungen zum inzwischen verbotenen Islamischen Zentrum Hamburg aufgewiesen hatte, seit 2018 nicht mehr bestehen. Die Senatsverwaltung wird das pädagogische Konzept der Kita-Betreiber prüfen, bevor eine Entscheidung über den Betrieb der Kita gefällt wird.
Im Vergleich dazu wird die geplante Drei-Religionen-Kita in der Marchlewskistraße, Berlin-Friedrichshain, als bundesweit einmaliges Projekt betrachtet. Diese Kita wird Platz für 135 Kinder bieten und wird von einer Kooperation aus einer jüdischen Bildungseinrichtung, dem evangelischen Kirchenkreisverband und einem muslimischen Zentrum unterstützt. Die Werte des interreligiösen Dialogs und der gegenseitigen Verständnis sind Kernziele dieses Projektes, das seit 2015 entwickelt wird, wie entwicklungsstadt.de und Berlinerratschlagfürdemokratie hervorheben.
Drei-Religionen-Kita als Modellprojekt
Die Kita wird auf dem Grundstück der evangelischen Kirchengemeinde St. Markus-Lazarus errichtet, wobei die ersten Bautätigkeiten für Ende 2023 geplant sind. Die geschätzten Baukosten belaufen sich auf rund 11 Millionen Euro, die durch verschiedene Mittel, darunter das Kitaausbauprogramm und Eigenmittel der Trägerorganisationen, gedeckt werden sollen. Das Gebäude wird vier Etagen umfassen, einschließlich einem Raum für Treffen und Veranstaltungen mit bis zu 200 Personen sowie einem „Raum der Stille“ im Untergeschoss.
Während die Projektverantwortlichen betonen, dass die Kita ein sicherer Ort für interreligiösen Austausch sein soll, gibt es Bedenken von Seiten einer Bürgerinitiative hinsichtlich der Fällung von rund 20 Bäumen auf dem Grundstück, die für das lokale Ökosystem von Bedeutung sind. Diese Fällungen seien notwendig, um das Projekt zu realisieren, und alternative Nistmöglichkeiten für Tiere würden geprüft.
Beide Projekte stehen im Kontext der aktuellen gesellschaftlichen und religiösen Herausforderungen in Deutschland und zeigen unterschiedliche Ansätze zur Integration und Förderung interkulturellen Dialogs. Während der Kindergarten in Neukölln stark von politischen und öffentlichen Debatten geprägt ist, strebt die Drei-Religionen-Kita in Friedrichshain eine positive Lösung durch interreligiöse Zusammenarbeit an.