D-Mark in der DDR: Der große Umbruch am 1. Juli 1990!
Am 1. Juli 1990 wurde die D-Mark in der DDR eingeführt, was zu einem wirtschaftlichen Wandel und sozialen Spannungen führte.

D-Mark in der DDR: Der große Umbruch am 1. Juli 1990!
Am 1. Juli 1990 wurde ein bedeutender Schritt zur wirtschaftlichen Integration der beiden Deutschlands vollzogen: Die Einführung der D-Mark in der ehemaligen DDR. An diesem historischen Tag eröffnete die erste westdeutsche Bank, die Deutsche Bank, am Berliner Alexanderplatz. Bereits im Vorfeld hatte die Deutsche Bundesbank logistische Vorbereitungen getroffen, um die Währungsunion sicherzustellen. Insgesamt wurden 600 Tonnen Banknoten und 400 Tonnen Münzgeld aus dem Westen in die neuen Bundesländer transportiert, was einem Gesamtbetrag von rund 25 Milliarden D-Mark entsprach. Dies wurde von Ministerpräsident Lothar de Maizière in einer Fernsehansprache begleitet, in der er Zuversicht in die neue wirtschaftliche Ära artikulierte.
Die Details des Umtauschs waren bereits festgelegt. Während Sparguthaben über einen gestaffelten Freibetrag im Verhältnis von 2 zu 1 umgetauscht wurden, galt für Löhne, Renten und Schulden der Kurs von 1 zu 1. Um initialen Ansturm an den Bankfilialen zu steuern, wurde für DDR-Bürger ein Abhebe-Limit von vorerst 2.000 D-Mark eingeführt. Dennoch bildeten sich lange Schlangen vor den Banken, die sich zum Teil bis in die Straßen zogen. Viele Ostdeutsche standen dem neuen Geld mit gemischten Gefühlen gegenüber, und der soziale Druck wurde von prominenten Politikerinnen wie Regine Hildebrandt, die Empörung über die bestehenden sozialen Unterschiede äußerte, signifikant verstärkt.
Reaktionen auf die Währungsunion
Die Einführung der D-Mark war Teil der weitreichenden Veränderungen, die nach dem Mauerfall am 9. November 1989 einsetzten. Die Währungsreform wurde von vielen ehemaligen Bürgern der DDR gefordert. Demonstranten waren tagtäglich auf der Straße und äußerten Forderungen wie: „Kommt die D-Mark, bleiben wir – kommt sie nicht, gehen wir zu ihr!“ Bei der Volkskammerwahl im März 1990 war deutlich geworden, dass die ostdeutschen Wähler einen Wechsel zur Marktwirtschaft wünschten. Bereits am 9. Februar 1990 hatte Bundesbankpräsident Karl Otto Pöhl angekündigt, dass die Bundesbank die Währungsunion aktiv vorbereite. Experten warnten jedoch vor einem schnellen Umtauschkurs von 1:1.
Entgegen der anfänglichen Zuversicht traten nach der Währungsunion zahlreiche Probleme auf. Die DDR-Produktion verteuerte sich merklich, und bis Ende des Jahres verschwanden rund 60% der Waren aus den Regalen. Dies war insbesondere für die ostdeutschen Unternehmen katastrophal. Die Preise für Lebensmittel stiegen abrupt, was die Kaufkraft der Ostdeutschen zusätzlich belastete. Der einsetzende Kaufrausch für westdeutsche Waren führte dazu, dass ostdeutsche Produkte schnell aus den Verkaufshallen verschwanden, und viele Unternehmen sahen sich gezwungen, Liquiditätshilfen von der Bundesregierung zu beantragen.
- Mecklenburg-Vorpommern trug 1990 nur 8% zur industriellen Bruttoproduktion der DDR bei.
- Ab dem 16. Juli 1990 meldete der Rostocker Hafen Kurzarbeit, da die Geschäfte einbrachen.
- Über 50.000 Arbeitsplätze im Schiffbau gingen verloren, es blieben nur noch 20% erhalten.
Die sozialen und wirtschaftlichen Folgen der Währungsunion waren gravierend. DDR-Münzen wurden zu Türklinken umgeschmolzen, und die alten Scheine, die kein Wert mehr hatten, verrotteten bis sie 2002 schließlich verbrannt wurden. Die D-Mark, die alte Parolen ablöste, symbolisierte somit nicht nur den Übergang zu einer neuen Währung, sondern auch das Ende eines Systems.
Die Währungsunion bleibt ein zentrales Element der deutschen Geschichte, deren Folgen bis heute spürbar sind. Während für viele der Umstieg zur D-Mark eine Hoffnung auf Wohlstand und Integration darstellte, brachte er für andere erhebliche soziale und wirtschaftliche Herausforderungen.
Weitere Informationen finden Sie in den Artikeln von rbb24 und ndr.de.