Berlin AktuellGesundheitMedizinPolitik

Weiterbildungs-Finanzierung: Psychotherapie-Bündnis fordert Lauterbach zum Handeln auf

Mehr als 2000 Praxen in Deutschland möchten gerne Weiterbildungen für Erwachsenen-Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten anbieten, jedoch haben bisher keine einzige Praxis einen Psychotherapeuten in Weiterbildung eingestellt, da es an gesetzlichen Regelungen fehlt. Dies forderte Barbara Lubisch, stellvertretende Bundesvorsitzende der Deutschen PsychotherapeutenVereinigung (DPtV), während einer Kundgebung in Würzburg. Das breite Bündnis aus Studierenden, Ausbildungsteilnehmenden, Verbänden, Kammern und Institutionen kritisierte die immer noch fehlende Finanzierung für die neue Weiterbildung. Die Bayerische Staatsministerin für Gesundheit, Pflege und Prävention, Judith Gerlach, unterstützte ebenfalls die Kundgebung.

Die aktuelle Situation gefährdet die psychotherapeutische Versorgung des Landes, da ohne Weiterbildung keine Fachpsychotherapeuten ausgebildet werden können. Das Psychotherapie-Bündnis fordert daher den Bundesgesundheitsminister Lauterbach auf, die Zulassungsverordnung zu ändern und gerechte Gehaltsregelungen für Weiterbildungs-Psychotherapeuten umzusetzen. Es wird betont, dass eine zeitnahe Umsetzung notwendig ist, um den bereits angespannten psychotherapeutischen Versorgungssektor nicht weiter zu verschlechtern.

Dr. Andrea Benecke, Präsidentin der Bundespsychotherapeutenkammer, stimmt dieser Forderung zu und betont die bereits vorhandenen Lösungsvorschläge zur Finanzierung der Weiterbildung. Diese Lösungsvorschläge müssen nun umgesetzt werden, um die Finanzierung der Weiterbildung sicherzustellen.

Seit der Reform von 2019 besteht die Ausbildung zum Psychotherapeuten aus einem Psychotherapiestudium und einer anschließenden Weiterbildung in Anstellung zur Fachpsychotherapeutin. Während der Weiterbildung haben die bereits approbierten Psychotherapeuten Anspruch auf ein angemessenes Gehalt. Ohne eine Gesetzesänderung fehlen jedoch die finanziellen Mittel für Praxen, Ambulanzen und Kliniken, um ausreichend Weiterbildungsstellen anzubieten.

Die Deutsche PsychotherapeutenVereinigung (DPtV) steht für weitere Fragen und Interviewanfragen zur Verfügung.



Quelle: Deutsche Psychotherapeuten Vereinigung e.V. (DPtV) / ots

NAG Redaktion

Versierte Journalisten mit einer starken Affinität für Wirtschaftsthemen. Arbeiteten seit mehr als einem Jahrzehnt in den Medien. Haben für verschiedene große Tageszeitungen und Online-Plattformen geschrieben und sind bekannt für tiefgründige Analysen und klare Darstellungen komplexer Sachverhalte.

Ähnliche Artikel

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"