Nach dem Rammstein-Konzert am Sonntag hat der Sänger Till Lindemann im Berliner Fetisch-Nachtclub KitKat gefeiert, trotz der Missbrauchsvorwürfe, die gegen ihn erhoben wurden. DJ Iva Bodul, die zur gleichen Zeit dort auflegte, veröffentlichte auf Instagram einen Chat mit der Clubleitung, in dem diese den Einlass Lindemanns verteidigte. Dies sorgte für Kritik und DJs fordern nun einen Boykott des Clubs.
Die Geschäftsführerin des KitKat, Kirsten Krüger, bestätigte, dass Lindemann in der Nacht auf Montag in dem Club gefeiert hat. Außerdem wurde berichtet, dass seine Tasche vom Türsteher nicht kontrolliert wurde. Dies führte dazu, dass der bekannte Nachtclub Kritik von DJs auf sich zog. In den letzten Wochen wurden mehrere Vorwürfe von Frauen gegen Lindemann erhoben, darunter auch sexuelle Handlungen bei Aftershowpartys. Lindemann bestreitet diese Vorwürfe und seine Anwälte verweisen auf Behauptungen in sozialen Netzwerken, die sie als unwahr bezeichnen.
Auch die anderen Mitglieder der Band waren in der Nacht auf Montag im KitKat. Es ist jedoch nicht bekannt, ob ihre Taschen kontrolliert wurden. Laut anonymen Quellen aus dem Umfeld des Clubs stand Lindemann nicht auf einer Schwarzen Liste. Dass er trotz der schwerwiegenden Vorwürfe Zugang zum Fetisch-Club hatte, wird als Fehler eines überforderten Türstehers erklärt.
DJ Iva Bodul veröffentlichte eine E-Mail auf Instagram, in der es heißt, dass Lindemann das Sicherheitspersonal zum Teil aus früheren Besuchen kennt und dass im Club nie etwas Fragwürdiges stattgefunden hat. Bodul beschreibt die Nacht im Club jedoch als „sehr beschissen“. Die Band Rammstein spielt im Juli drei Konzerte im Berliner Olympiastadion, und obwohl die Vorwürfe gegen Till Lindemann im Raum stehen, feiern die Fans die Band weiterhin frenetisch.
Mehrere DJs aus der Berliner Raver-Szene schließen sich der Kritik an und fordern einen aktiven Boykott des KitKat-Clubs. Sie distanzieren sich von dem Club und werfen der Clubleitung vor, die Aussagen der Frauen zu ignorieren und lieber mit einem bekannten und mächtigen weißen Mann zu sprechen.
Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation weiter entwickelt und ob der Boykott Forderungen der DJs Gehör findet.