Transfeindlicher Angriff in Neukölln: Polizei durchsucht mehrere Wohnungen!
Angriff auf trans Frauen in Berlin-Neukölln: Täter identifiziert, Ermittlungen laufen, und Gewaltprävention wird untersucht.

Transfeindlicher Angriff in Neukölln: Polizei durchsucht mehrere Wohnungen!
Am 3. Juli 2025 kam es zu einem erschreckenden Vorfall in Berlin-Neukölln, bei dem zwei trans Frauen Opfer eines gewaltsamen Angriffs wurden. Laut rbb24 identifizierte die Polizei vier Tatverdächtige im Alter von 18 bis 21 Jahren. Die Vorwürfe umfassen gefährliche Körperverletzung und Beleidigung mit einem transfeindlichen Hintergrund. Um die Ermittlungen voranzutreiben, wurden am Donnerstagmorgen Durchsuchungen in mehreren Wohnungen in Berlin und Brandenburg durchgeführt, unter anderem in den Stadtteilen Adlershof, Altglienicke und Bohnsdorf sowie in Eisenhüttenstadt.
Der Angriff, der Ende Mai stattfand, ereignete sich im U-Bahnhof Hermannplatz. Ein Mann bespuckte und übergoss die beiden Frauen mit Flüssigkeit. Als sie ihn zur Reuterstraße verfolgten, wurden sie von ihm und einem Begleiter angegriffen. Eine der Frauen zog sich dabei schwere Kopfverletzungen zu und musste ins Krankenhaus eingeliefert werden, während die andere vor Ort behandelt werden konnte. Im Rahmen der Ermittlungen kamen sogenannte Super Recognizers zum Einsatz – Personen mit einer besonderen Fähigkeit, Gesichter zu erkennen.
Hintergrund transfeindlicher Gewalt
Der Vorfall in Neukölln ist Teil eines beunruhigenden Trends. Trans* Personen in Berlin sind häufig von transfeindlicher Gewalt betroffen. Laut der Amadeu Antonio Stiftung berichteten zwei Drittel der befragten trans* Personen in den letzten fünf Jahren von Gewalterfahrungen. Fast die Hälfte gab an, im vergangenen Jahr Gewalt erlebt zu haben. Beleidigungen, Bedrohungen und körperliche Angriffe gehören für viele Trans* Menschen zum Alltag. Unterstützungsstrukturen wie MANEO und LesMigraS bieten Hilfe für Betroffene an.
Um die Ursachen und das Ausmaß dieser Gewalt zu untersuchen, plant das Land Berlin eine umfassende Studie zur Prävention und Bekämpfung von transfeindlicher Gewalt. Diese wird von Camino umgesetzt und soll zielgerichtete Maßnahmen entwickeln. Die Untersuchung wird sich auf verschiedene gesellschaftliche Bereiche konzentrieren, darunter das Gesundheitswesen, Schulen und den Arbeitsmarkt. Ein hoher Stellenwert wird dabei der Professionalisierung in Richtung Transinklusivität eingeräumt.
Ziele der Studie
Die Studie zielt darauf ab, Teilhabebarrieren, institutionelle Diskriminierung und Gewalt zu analysieren. Wesentliche Bereiche der Untersuchung sind:
- Gesundheitswesen: Analyse von Veränderungen im Berliner Gesundheitssystem, das häufig Ort transfeindlicher Gewalt ist.
- Schule: Untersuchung der Gewalterfahrungen von LSBTIQ* und trans* Jugendlichen.
- Arbeitsmarkt: Exemplarische Untersuchung der Diskriminierung von trans* Personen in der Berliner Verwaltung, dem größten Arbeitgeber.
Die Ergebnisse der Studie sollen Handlungsempfehlungen für relevante Akteur*innen und den Berliner Senat sowie die Landesantidiskriminierungsstelle liefern. Der Bericht wird auf den bestehenden Erkenntnissen aufbauen und qualitative Interviews einbeziehen, um die Perspektiven der Zivilgesellschaft und relevanter Organisationen zu berücksichtigen.