Kiezspaziergang am Alexanderplatz: Gemeinsam gegen die Obdachlosigkeit!

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Bezirksstadträte leiten Kiezspaziergang am 12. Juni 2025 am Alexanderplatz, diskutieren Obdachlosigkeit und Aufenthaltsqualität.

Bezirksstadträte leiten Kiezspaziergang am 12. Juni 2025 am Alexanderplatz, diskutieren Obdachlosigkeit und Aufenthaltsqualität.
Bezirksstadträte leiten Kiezspaziergang am 12. Juni 2025 am Alexanderplatz, diskutieren Obdachlosigkeit und Aufenthaltsqualität.

Kiezspaziergang am Alexanderplatz: Gemeinsam gegen die Obdachlosigkeit!

Am 12. Juni 2025 wird in Berlin ein Kiezspaziergang stattfinden, der sich mit den drängenden Themen der Obdachlosigkeit rund um den Alexanderplatz beschäftigen wird. Bezirksstadträte Ephraim Gothe und Christopher Schriner laden Bürger*innen ein, sich an diesem Austausch zu beteiligen. Treffpunkt ist die Rosenstraße 10, 10178 Berlin, von 15:30 bis 17:30 Uhr. Der Spaziergang wird mit einer Gedenkminute für einen Menschen beginnen, der in einem Müllcontainer verstorben ist, und die Route führt direkt zum Alexanderplatz, wo auch die Aufenthaltsqualität und die Angebote für obdachlose Menschen im Fokus stehen. Verschiedene Akteure wie Gangway e. V. und Straßenkinder e. V. werden vor Ort sein, um ihre Perspektiven einzubringen.

Der Alexanderplatz, ein zentraler Verkehrsknotenpunkt mit etwa 440.000 Umsteigern täglich, hat in der jüngeren Vergangenheit ein negatives Image gewonnen. Laut einer Umfrage von Tagesspiegel gaben 74% der Befragten an, dass sie ungern dort verweilen. Der Platz wird vielfach mit Konsum und Chaos assoziiert, jedoch nur von einer kleinen Minderheit als Identitätsort betrachtet. Kritiker, wie die Architektin Julia Erdmann, bemängeln die unübersichtliche Gestaltung und das Gefühl von Unsicherheit, das der Platz vermittelt.

Herausforderungen und Entwicklungen

Die hohe Kriminalitätsrate am Alexanderplatz, mit 3.176 Delikten im ersten Halbjahr 2019, verschärft das negative Bild. Trotz eines neuen Alexanderplatz-Beauftragten, der zur Koordination der Probleme eingesetzt wurde, bleibt die Situation angespannt. Beispielsweise wird die Kombination verschiedener Interessen und die Rattenplage als Beispiel für ein bestehendes Koordinationschaos genannt. Anwohner und obdachlose Jugendliche nehmen den Platz unterschiedlich wahr. Während einige das Wohnen in der Nähe als Statussymbol sehen, empfinden andere ihn als einen Ort der Freiheit.

In Anbetracht dieser Herausforderungen gibt es enorme Bestrebungen zur Neugestaltung des Platzes. Der Entwurf eines Masterplans von Hans Kollhoff sieht die Erhöhung der Aufenthaltsqualität durch neun geplante Hochhäuser sowie eine Kombination aus Wohn- und Arbeitsräumen vor. Die Senatsbaudirektorin Regula Lüscher hat betont, dass Gastronomie und Cafés den Platz beleben sollen, wobei unklar bleibt, ob diese Maßnahmen die grundlegenden Probleme beseitigen können.

Aktionsplan gegen Wohnungslosigkeit

Um den Herausforderungen der Obdachlosigkeit nachhaltig zu begegnen, verfolgt die Bundesregierung das Ziel, bis 2030 die Obdach- und Wohnungslosigkeit in Deutschland zu überwinden. Laut BMWSB erfordert dies eine enge Zusammenarbeit zwischen Bund, Ländern und Akteuren der Zivilgesellschaft sowie Wissenschaft. Der Nationale Aktionsplan zur Überwindung der Wohnungslosigkeit, der im April 2024 beschlossen wurde, fordert sozial- und wohnungspolitische Maßnahmen und sieht Rekordinvestitionen von 21,65 Milliarden Euro in den sozialen Wohnungsbau bis 2028 vor.

Der Aktionsplan umfasst auch Reformen wie die Erhöhung des Wohngelds und die Anpassung an die Mietpreisentwicklung, um die Auffangnetze zu stärken. Dies ist besonders wichtig, da in Europa im Jahr 2024 mindestens 1.300.000 Menschen wohnungslos waren. Der nächste Wohnungslosenbericht der Bundes- regierung wird Ende 2026 veröffentlicht und soll einen Überblick über die aktuelle Situation der Wohnungslosigkeit geben.

Für den Kiezspaziergang am 12. Juni sind Interessierte herzlich eingeladen, sich aktiv an den Diskussionen zu beteiligen und ihre Perspektiven einzubringen. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Für Menschen mit Assistenzhilfebedarf kann dies im Vorfeld bei der Stadtteilkoordination Alexanderplatz gemeldet werden.