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junge Welt legt Beschwerde gegen Tagesspiegel wegen judenfeindlicher Ausfälle ein

Die Tageszeitung junge Welt aus Berlin hat eine Beschwerde beim Deutschen Presserat gegen den Tagesspiegel eingereicht. Die junge Welt wirft dem Tagesspiegel vor, in zwei Artikeln, die sich mit einer Großveranstaltung der jungen Welt befassen, judenfeindliche Ausfälle zu unterstellen und damit die publizistischen Grundsätze des Presserates zu verletzen. Die junge Welt sieht insbesondere die Grundsätze der Achtung vor der Wahrheit und der journalistischen Sorgfaltspflicht verletzt.

Die Veranstaltung, um die es geht, ist die 29. Internationale Rosa-Luxemburg-Konferenz, die am 13. Januar im Berliner Tempodrom von der jungen Welt ausgerichtet wurde. An der Konferenz nahmen zahlreiche internationale Referenten und Künstler sowie rund 3.600 Besucher teil. Eine Journalistin des Tagesspiegels diffamierte die Veranstaltung als "Treffen der Israel-Feinde", bei dem der Hamas-Terror gesellschaftsfähig sei.

Die Journalistin stützte sich bei ihren Vorwürfen auf "am Rande" aufgeschnappte Äußerungen einzelner Besucher, die weder der Veranstaltung noch den Veranstaltern zugeordnet werden konnten. Die entsprechenden Äußerungen wurden zudem nicht belegt. Das Simon-Wiesenthal-Center in Los Angeles bezeichnete die Konferenz als "antisemitisches Hassfest", nachdem es sich auf den ersten Artikel des Tagesspiegels berufen hatte.

Die junge Welt wirft der Journalistin vor, mit Andeutungen und Konstruktionen gearbeitet zu haben, um einen falschen Eindruck über die Konferenz zu vermitteln. Der Tagespiegel-Artikel wurde anschließend von einschlägigen Kreisen genutzt, um die junge Welt zu diffamieren. Der so konstruierte Antisemitismusvorwurf fand sogar Eingang in den Wikipedia-Eintrag der jungen Welt.

Die junge Welt hat sich aufgrund der Wirkmächtigkeit dieser Diffamierung dazu entschlossen, eine Beschwerde beim Deutschen Presserat einzureichen. Der Chefredakteur der jungen Welt, Stefan Huth, betont die Verantwortung der Presse, wahrhaft zu berichten, und kritisiert, dass diese Verantwortung von sogenannten Qualitätsmedien immer wieder verletzt werde.

Siehe auch  Telekom reagiert auf Höckes Falschaussage

Um die Vorwürfe der jungen Welt zu prüfen, wird der Deutsche Presserat die inkriminierten Artikel des Tagesspiegels und mögliche Verletzungen der publizistischen Grundsätze untersuchen. Es bleibt abzuwarten, ob der Presserat der Beschwerde der jungen Welt stattgibt und welche Konsequenzen dies für den Tagesspiegel haben wird.

Mögliche lokale Auswirkungen und Kontext:
- Die Beschwerde der jungen Welt gegen den Tagesspiegel wirft ein Schlaglicht auf den Umgang mit der Berichterstattung über politische Veranstaltungen in Berlin.
- Da die junge Welt eine linke Tageszeitung ist, könnte die Beschwerde auch eine Debatte über die politische Ausrichtung und die Grenzen der Pressefreiheit in Berlin auslösen.
- Die Diffamierung der jungen Welt als antisemitisch könnte Auswirkungen auf das Image der Zeitung haben und auch auf andere Veranstaltungen und Initiativen abfärben, die von der jungen Welt organisiert werden.

Historische Fakten:
- Die junge Welt wurde 1947 in Ost-Berlin gegründet und fungierte lange Zeit als zentrale Zeitung der DDR-Jugendorganisation FDJ.
- In den letzten Jahrzehnten hat sich die junge Welt als linksalternative Tageszeitung etabliert und gehört heute zu den auflagenstärksten linken Zeitungen Deutschlands.
- Der Tagesspiegel gehört zu den renommiertesten überregionalen Zeitungen Deutschlands und hat seinen Sitz in Berlin.
- In der Vergangenheit gab es immer wieder Konflikte und Auseinandersetzungen zwischen linken und konservativen Medien in Berlin, insbesondere im Kontext von politischen Veranstaltungen und Demonstrationen.

Tabelle mit relevanten Informationen (Beispiel):

| Zeitung | junge Welt | Tagesspiegel |
|------------------|---------------------------------|--------------------------|
| Gründungsjahr | 1947 | 1945 |
| Sitz | Berlin | Berlin |
| politische Ausrichtung | linksalternative | überregional |
| Auflage (2019) | ca. 15.000 | ca. 143.000 |



Quelle: junge Welt / ots

Daniel Wom

Der in Berlin geborene Daniel Wom ist ein versierter Journalist mit einer starken Affinität für Wirtschaftsthemen. Er hat an der Freien Universität Berlin Journalistik und Wirtschaftswissenschaften studiert und arbeitet seit mehr als einem Jahrzehnt in den Medien. Daniel hat für verschiedene große Tageszeitungen und Online-Plattformen geschrieben und ist bekannt für seine tiefgründigen Analysen und klaren Darstellungen komplexer Sachverhalte. Er ist Mitglied im Deutschen Journalisten-Verband und hat mehrere Auszeichnungen für seine exzellente Berichterstattung erhalten. In seiner Freizeit erkundet Daniel gerne die vielfältige Kulturszene Berlins und ist leidenschaftlicher Webentwickler.

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