Milliardenauftrag für Berlins S-Bahn: Wer wird der Sieger?
Berlin vergibt einen Milliardenauftrag für den S-Bahn-Betrieb und neue Züge, mit juristischen Auseinandersetzungen im Hintergrund.

Milliardenauftrag für Berlins S-Bahn: Wer wird der Sieger?
Heute, am 29. August 2025, hat das Konsortium der Deutschen Bahn in einem milliardenschweren Vergabeverfahren für den Betrieb und die Ausstattung großer Teile des Berliner S-Bahn-Netzes einen bedeutenden Zuschlag erhalten. In Zusammenarbeit mit den Unternehmen Siemens und Stadler Rail wird die Deutsche Bahn mindestens 1.400 neue S-Bahn-Wagen beschaffen und deren Wartung über einen Zeitraum von 30 Jahren übernehmen. Diese Entscheidung wird von den Ländern Berlin und Brandenburg begrüßt, die den S-Bahn-Verkehr auf den wichtigen Stadtbahn- und Nord-Süd-Strecken weiterhin von der Deutschen Bahn durchführen lassen wollen. rbb24 berichtet, dass Alstom, ein unterlegener Anbieter, bereits darüber nachdenkt, juristische Schritte gegen diese Entscheidung einzuleiten.
Der Zuschlag, der von den politischen Entscheidungsträgern im Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses am 2. Juli 2025 genehmigt wurde, umfasst einen Gesamtwert von 15 Milliarden Euro. Die Verträge sehen vor, dass der Betrieb der S-Bahnlinien über 15 Jahre läuft, während die Wartung und der Betrieb der neuen Züge auf 30 Jahre angelegt sind. Normalerweise kann Alstom bis zum 11. September 2025 Beschwerde gegen die Entscheidung bei der Vergabekammer des Landes Berlin einlegen. Bereits im vergangenen Jahr hatte Alstom erfolglos gegen die Vergabebedingungen vor dem Kammergericht geklagt.Entwicklungsstadt ergänzt, dass die Züge künftig Eigentum des Landes Berlin sein werden.
Künftige Herausforderungen und Verzögerungen
Die neue Betriebsgesellschaft soll ab 2031 die S-Bahn auf den Linien der Stadtbahn und der Nord-Süd-Strecke übernehmen. Allerdings könnte dieser Zeitplan durch rechtliche Auseinandersetzungen zwischen Alstom und den verantwortlichen Behörden erheblich beeinträchtigt werden. VBB weist darauf hin, dass mögliche Klagen Alstoms den Zuschlag möglicherweise um Jahre verzögern könnten. In diesem Zusammenhang äußerte ein Gericht bereits Zweifel an der Rechtmäßigkeit des gesamten Vergabeverfahrens in mehreren Punkten.
Die Ausschreibung gilt als besonders komplex, da während der Vergabe der Deutsche Bahn als Komplettanbieter auftritt, Alstom jedoch lediglich die Lieferung und Wartung von neuen Fahrzeugen anstrebt. Alstom kritisiert das Verfahren als Wettbewerbsverzerrung und sieht sich benachteiligt durch die politische Weichenstellung für die S-Bahn. Der Betriebsstart ist jedoch für 2031 angedacht, während die ersten neuen Züge erst in den 30er Jahren in Betrieb genommen werden könnten.
Zusätzlich wird derzeit eine Untersuchung zur Lebensdauer älterer Wagen durchgeführt, um die bestehenden Kapazitäten zu optimieren. Die Vergabe hat signalhafte Auswirkungen auf die Zukunft des Berliner S-Bahnverkehrs und die Qualität des öffentlichen Nahverkehrs in der Hauptstadt. Politische Entscheidungsträger der schwarz-roten Koalition haben sich frühzeitig auf eine einheitliche Lösung im S-Bahn-Betrieb festgelegt, um den Rahmen für den künftigen Verkehr in der Metropole zu gestalten.