
Der Einzelhandelsriese Kaufland sorgt seit Jahresbeginn für Aufregung: Kunden müssen nun beim Kauf von Obst und Gemüse einen Cent für die sogenannten OuG-Plastiktüten bezahlen. Dies geschieht unter dem Vorwand, den Verbrauch von Einwegplastik zu reduzieren und die Kunden für nachhaltige Alternativen zu sensibilisieren. Die Leiterin des Warengeschäfts bei Kaufland, Julia Herrmann, betont, dass die Gebühr Teil einer langfristigen Nachhaltigkeitsstrategie sei. Doch anstatt das Shoppen umweltfreundlicher zu gestalten, hagelt es Kritik von der Deutschen Umwelthilfe (DUH), die diese Maßnahme als unzureichend und als bloßes Greenwashing anprangert. Laut Barbara Metz, der Bundesgeschäftsführerin der DUH, ist ein Cent nicht genug, um das Kaufverhalten der Verbraucher nachhaltig zu beeinflussen. Sie fordert, die Kosten auf mindestens 20 Cent zu erhöhen, um tatsächlich Verhaltensänderungen herbeizuführen. Zudem kritisiert sie, dass Kaufland die Plastikbeutel bis zum europaweiten Verbot 2030 weiterhin verkaufen möchte, was als unethisch angesehen wird, berichtet Berlin Live.
Umweltschutz oder Profit?
Die Strategie von Kaufland kommt nicht bei allen gut an. Kunden zeigen sich teils verwundert über die zusätzliche Gebühr, die seit Januar effektiv ist. Die Maßnahme wurde von Konkurrenten wie Aldi bereits 2019 eingeführt. Während Kaufland auf die freiwillige Einhaltung seiner Nachhaltigkeitsziele setzt, argumentieren viele, dass die Einführung eines symbolischen Preises keine wirkliche Lösung für das Problem des Plastikmülls darstellt. Die Rewe Group hält ebenfalls wenig von der Preisgestaltung; sie erklärt, dass eine solche Gebühr kaum Lenkungswirkung habe. Zudem weist sie auf ihre bestehenden Initiativen hin, wie den Verzicht auf Plastiktüten und die Einführung von Mehrwegalternativen. Laut den Verbraucherschutzbehörden wurden im Jahr 2021 in Deutschland mehr als 2,25 Milliarden dieser Plastiktüten verbraucht, was die Dringlichkeit einer effektiven Lösung unterstreicht, berichtet InFranken.
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