A100-Eröffnung in Treptow: Gefahr für Anwohner und Verkehrskollaps?

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Am 27.08.2025 wird der 16. Bauabschnitt der A100 in Treptow eröffnet, während Bezirksvertreter Bedenken zur Verkehrsbelastung äußern.

Am 27.08.2025 wird der 16. Bauabschnitt der A100 in Treptow eröffnet, während Bezirksvertreter Bedenken zur Verkehrsbelastung äußern.
Am 27.08.2025 wird der 16. Bauabschnitt der A100 in Treptow eröffnet, während Bezirksvertreter Bedenken zur Verkehrsbelastung äußern.

A100-Eröffnung in Treptow: Gefahr für Anwohner und Verkehrskollaps?

Die Eröffnung des 16. Bauabschnitts der A100 in Treptow am heutigen Tag zieht gemischte Reaktionen nach sich. Die Bezirkspolitik ist besorgt über die Auswirkungen der Autobahn auf die Anwohner und die Verkehrssituation in der Umgebung. Der westliche Überbau der Elsenbrücke ist noch nicht fertiggestellt, was zu Besorgnis über einen möglichen verkehrlichen Kollaps führt. Bezirksstadträtin Annika Gerold und ihre Kollegin Dr. Claudia Leistner äußern deutliche Bedenken zu den geplanten Maßnahmen und der insgesamt fehlenden Verkehrsinfrastruktur.

Insbesondere werden Warnungen zu den erhöhten Belastungen für Anwohner*innen laut. „Der Autobahnneubau ist teuer und veraltet“, betont Gerold, während sie ein nachhaltiges Verkehrskonzept einfordert, das dem Fuß- und Radverkehr sowie dem öffentlichen Personennahverkehr Vorrang einräumt. Auch Dr. Leistner verweist auf die bereits bestehenden Staus an der Elsenstraße und der Elsenbrücke und fordert vom Berliner Senat ein umfassendes Verkehrskonzept.

Kritik an der Verkehrspolitik

Kritik kommt nicht nur von der Bezirkspolitik, sondern auch von den Anwohner*innen. Die A100-Erweiterung zwischen Neukölln und Treptower Park, die nach 12 Jahren Bauzeit feierlich eröffnet wurde, soll einerseits die Anwohner entlasten und die Anbindung der östlichen Bezirke an die A113 verbessern. Trotz der positiven Absichten bleibt die tatsächliche Wirkung fraglich. Die geplante Entlastung könnte durch eine mögliche Erhöhung des Verkehrsaufkommens konterkariert werden.

Die Bauarbeiten hatten im Vorfeld für viel Aufsehen gesorgt. Die Kosten beliefen sich auf 720 Millionen Euro, was 225.000 Euro pro Meter entspricht. Ein planmäßiger Nutzen, wie die Verbesserung der Erreichbarkeit des Flughafens BER und des Wissenschaftsstandorts Adlershof, steht jedoch in der Diskussion. Vor allem die fehlende Fertigstellung der Elsenbrücke, die voraussichtlich bis 2028 in Anspruch nehmen könnte, wird als gravierendes Manko angesehen.

Weg in die Zukunft der Mobilität

Im Kontext der A100-Eröffnung wird auch die Verkehrspolitik Berlins deutlich. Der strategische Handlungsrahmen „Stadtentwicklungsplan Mobilität und Verkehr“ (StEP MoVe), der von dem Berliner Senat bereits 2021 verabschiedet wurde, hat das Ziel, den Trend zu mehr Kfz-Verkehr zu bremsen. Stattdessen soll der Anteil des Umweltverbundes, einschließlich Fuß- und Radverkehr sowie öffentliche Verkehrsmittel, bis 2030 von 74% auf 82% steigen.

Diese Pläne reflektieren den Willen der Stadt, eine engagierte und klimafreundliche Verkehrspolitik umzusetzen, die Lebensqualität der Bürger*innen maßgeblich zu verbessern und die Luftqualität in einem anhaltend belasteten Stadtgebiet zu erhöhen. Berlins Ambitionen, eine Zero Emission Zone einzuführen, stellen einen weiteren Schritt dar, um den motorisierten Individualverkehr zu reduzieren und den Klimaschutz zu stärken.

Um die aktuellen Herausforderungen zu meistern, rufen die Verantwortlichen zu einem Dialog zwischen dem Senat, dem Bezirk und Anwohner*innen auf. Nur durch konstruktive Gespräche können Lösungen zu den Themen Lärm, Stau und Schadstoffemissionen gefunden werden. Die Diskussion über die Zukunft des Fuß- und Radverkehrs sowie die Förderung des öffentlichen Nahverkehrs hat gerade mit der Eröffnung der A100 zusätzliche Brisanz erhalten.