Falsche Polizisten entführen 38-Jährigen in Wilhelmstadt – Festnahmen!
Polizei Berlin nimmt zwei Männer nach schwerer Körperverletzung und Freiheitsberaubung in Wilhelmstadt fest. Ermittlungen laufen.

Falsche Polizisten entführen 38-Jährigen in Wilhelmstadt – Festnahmen!
Am Abend des 27.08.2025 kam es in Berlin-Wilhelmstadt zu einem äußerst beunruhigenden Vorfall. Einsatzkräfte des Polizeiabschnitts 23 konnten zwei Männer im Alter von 33 und 36 Jahren festnehmen, die zuvor einen 38-Jährigen in ein Auto gezerrt hatten. Laut berlin.de geschah dies gegen 20:40 Uhr in der Straße Am Pichelssee. Die Täter gaben vor, Polizeibeamte zu sein, und schlugen den Mann mehrfach, während sie versuchten, ihn zu fesseln und zu knebeln.
Die Situation eskalierte, doch mehrere Passanten schritten ein und hinderten die Angreifer daran, mit dem Opfer wegzufahren. Die Polizei wurde alarmiert und konnte die beiden Tatverdächtigen schnell festnehmen. Sie wurden in Polizeigewahrsam genommen und der Kriminalpolizei der Polizeidirektion 2 (West) übergeben. Während der Ermittlungen fanden die Beamten im Fahrzeug der Angreifer einen Rucksack mit einer Anscheinswaffe, eine Jacke mit der Aufschrift „Polizei“ sowie Hoheits- und Dienstgradabzeichen. Diese Gegenstände wurden als Beweismittel sichergestellt.
Freiheitsberaubung und Körperverletzung
Die Ermittlungen konzentrieren sich auf mehrere Delikte, darunter Freiheitsberaubung und gefährliche Körperverletzung. Laut § 239 StGB ist Freiheitsberaubung das unrechtmäßige Entziehen der Fortbewegungsfreiheit einer Person. Es ist wichtig zu beachten, dass die potenzielle persönliche Fortbewegungsfreiheit das geschützte Rechtsgut ist, wie Juracademy erklärt. Der objektive Tatbestand verlangt, dass das Opfer die Möglichkeit hat, sich fortzubewegen, was hier durch die Tathandlungen der Angreifer gegeben war.
Zusätzlich wird auch gegen die Täter wegen Straftaten gegen das Waffengesetz und Amtsanmaßung ermittelt. Die Kombination dieser Delikte verdeutlicht die Schwere des Vorfalls und wirft ein Schlaglicht auf die Problematik der Gewaltkriminalität in der Hauptstadt.
Kriminalstatistik im Kontext
Dieser Vorfall steht im Kontext einer besorgniserregenden Entwicklung: Im Jahr 2024 stieg die Gewaltkriminalität in Deutschland um 1,5 % auf 217.277 Fälle, was den höchsten Stand seit 2007 darstellt, wie die Bundeskriminalamt (BKA) betont. Insbesondere die Zahl der tatverdächtigen Kinder und Jugendlichen hat zugenommen. Solche Vorfälle tragen dazu bei, das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung weiter zu belasten und zeigen, dass präventive Maßnahmen und eine umfassende Auseinandersetzung mit Gewaltkriminalität nach wie vor von hoher Relevanz sind.
Der 38-Jährige erlitt Verletzungen im Gesicht und an einem Bein, welche ambulant behandelt werden mussten. Die Polizei ermutigt Zeugen, sich mit Informationen zu dem Vorfall zu melden, um die Ermittlungen zu unterstützen.