Bezirksamt ehrt Kunstinitiative: Wandbild Nicaragua strahlt neu!
Am 27. August 2025 ehrte Lichtenberg die Initiative „Wandbild Nicaragua“ für ihren Einsatz zum Erhalt dieses historischen Kunstwerks.

Bezirksamt ehrt Kunstinitiative: Wandbild Nicaragua strahlt neu!
Am 27. August 2025 wurde die Initiative „Wandbild Nicaragua“ mit dem Lichtenberger Bezirkstaler ausgezeichnet. Diese Ehrung erfolgt durch das Bezirksamt Lichtenberg und würdigt das Engagement von Personen, die das Gesicht des Bezirks nachhaltig prägen. Bezirksbürgermeister Martin Schaefer (CDU) hob die Bedeutung solcher Projekte für die Geschichte und das Miteinander im Bezirk hervor. Das „Wandbild Nicaragua“ ist seit über vier Jahrzehnten in der Skandinavischen Straße 26 zu finden und zeigt revolutionäre Szenen aus dem nicaraguanischen Dorf Monimbó aus der Zeit der Somoza-Diktatur im Jahr 1978.
Das Wandbild wurde als Auftragswerk des Ost-Berliner Magistrats vom nicaraguanischen Künstler Manuel García Moia geschaffen. Es gilt als Zeitzeugnis der Beziehungen zwischen der DDR und Nicaragua und zeigt die alltäglichen Lebensbedingungen sowie den Kampf der nicaraguanischen Bevölkerung. Die externe Unterstützung der DDR-Regierung während des Befreiungskampfes gegen das Somoza-Regime hat die Relevanz des Kunstwerks verstärkt.
Kunstwerk mit Geschichte
Das Wandbild „Nicaraguanisches Dorf – Monimbó 1978“ wurde 1985 an der Giebelfassade eines Wohnhauses in Berlin-Lichtenberg fertiggestellt und misst beeindruckende 255 Quadratmeter. In den Jahren nach der Wende erfuhr das Gebäude eine Privatisierung. Die originale Wandmalerei wurde durch eine Replik ersetzt, die ab 2011 jedoch aufgrund von Material- und Ausführungsmängeln zunehmend in einen schlechten Zustand geriet.
Die Bürgerinitiative „Wandbild Nicaragua“ setzte sich für den Erhalt dieses bedeutenden Kunstwerks ein. 2019 wurde eine Erneuerung des Wandgemäldes unter der Leitung von Restauratorinnen und Wandmalern abgeschlossen. Die Initiative sammelte Spenden und initiiert Projekte, die die Entwicklung und den Erhalt von Kunstwerken in der Öffentlichkeit fördern. Der Lichtenberger Bezirkstaler würdigt ausdrücklich solches freiwilliges Engagement außerhalb etablierter Vereine.
Ein Erbe der DDR-Kunst
Die DDR hinterließ eine Vielzahl an Kunstwerken im öffentlichen Raum, die Teil des Gesellschaftsbaus waren. Diese sollten politische Botschaften und idealisierte Bilder einer sozialistischen Gesellschaft vermitteln. Viele dieser Kunstwerke, darunter auch das „Wandbild Nicaragua“, sind heute von Zerstörung bedroht.
Der Architekt Martin Maleschka hat es sich zur Aufgabe gemacht, die baubezogene Kunst der DDR zu dokumentieren. In seiner Publikation „DDR. Baubezogene Kunst. Kunst im öffentlichen Raum 1950 bis 1990“ findet sich eine umfangreiche Bild-Dokumentation, die die Vielfalt der Techniken und Themen dieser Kunstwerke beleuchtet. Dieses Erbe ist nicht nur von historischer, sondern auch von kultureller Bedeutung für die heutigen Generationen.
Vorschläge für die Auszeichnung mit dem Lichtenberger Bezirkstaler können jederzeit eingereicht werden, um das Engagement und die Initiativen in der Region weiterhin zu fördern. Interessierte sind eingeladen, sich unter der E-Mail-Adresse engagement@lichtenberg.berlin.de zu melden.
Die Würdigung des „Wandbild Nicaragua“ zeigt den Wert kultureller Erhaltung und die Relevanz künstlerischer Ausdrucksformen in der Gesellschaft, insbesondere im Hinblick auf die geschichtliche Aufarbeitung der DDR-Zeit.
Weitere Informationen über die Initiative und die Kulturprojekte in Berlin finden Sie unter Berlin.de, Details zum Wandbild selbst sind auf Wikipedia verfügbar, während einen breiteren Kontext zur Kunst in der DDR auf Baulinks zu finden ist.