BerlinPolizei

Berlin plant Hundeführerschein: Abschaffung der Rasseliste in Sicht!

Der Berliner Senat plant eine umfassende Reform der Hundehaltung und stellt dabei die Abschaffung der Liste gefährlicher Hunderassen in den Fokus. Stattdessen soll ein verpflichtender Hundeführerschein für alle Hundehalter eingeführt werden, der sowohl Theorie- als auch Praxisprüfungen umfasst. Diese Vorschläge stammen aus den Diskussionen, die im Rahmen des „Bello-Dialogs“ stattfanden, wie [berliner-kurier.de](https://www.berliner-kurier.de/archiv/so-soll-das-neue-berliner-hundegesetz-aussehen-li.1607813) berichtet.

Aktuell werden in Berlin Pit-Bulls, American Staffordshire Terrier, Bullterrier und deren Kreuzungen als gefährliche Rassen eingestuft. Halter dieser Hunde sehen sich verpflichtet, ein Führungszeugnis und eine Haftpflichtversicherung vorzuzeigen sowie ihre Tiere den Behörden vorzustellen. Experten kritisieren jedoch, dass diese Rasseliste stigmatisierend sei und es keinerlei wissenschaftliche Beweise für eine genetische Aggressivität dieser Rassen gäbe. Stattdessen sollten, so die Forderungen, auffällige Hunde ins Visier genommen werden, unabhängig von ihrer Rasse.

Neues Hundegesetz mit Leinenpflicht

Zusätzlich zu dem Hundeführerschein soll das neue Berliner Hundegesetz weitreichende Regelungen umfassen. Wie [rbb24.de](https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2025/04/hunde-berlin-hundefuehrerschein-rasseliste-senat-cdu-spd-plaene.html) berichtet, müssen künftig alle Hunde außerhalb der Wohnung an die Leine. Freilauf ist nur in speziell ausgewiesenen Hundeauslaufgebieten gestattet. Halter, die über einen Hundeführerschein verfügen oder in den letzten sechs Jahren durchgehend drei Jahre einen Hund ohne gefährliche Vorfälle gehalten haben, sind von dieser Leinenpflicht befreit.

Zusätzlich werden für gefährliche Rassen neue Regelungen eingeführt. Halter müssen, neben dem Hundeführerschein, auch eine Maulkorbpflicht und ein Zucht- und Handelsverbot erfüllen. Ein zentrales Melderegister für gefährliche Hunde soll eingerichtet werden, um Rasse, Chipnummer und etwaige Bissvorfälle zu erfassen. Dies könnte zur besseren Kontrolle und Identifikation der Halter beitragen. Auch die Pflicht zur Hundekotentsorgung durch spezielle Tüten wird eingeführt, wobei bei Nichteinhaltung mit Strafen gerechnet werden muss.

Finanzielle Aspekte und Kritik

Die Kosten für Prüfungen des Hundeführerscheins werden voraussichtlich zwischen 80 und 100 Euro liegen, die Ausstellung der Bescheinigung ungefähr zehn Euro. Die ersten Kontrollen dieser neuen Regelungen werden durch zusätzliche Stellen in den Stadtbezirken umgesetzt, allerdings kritisiert die Gewerkschaft der Polizei die unzureichende personelle Ausstattung.

Ein zentrales Register für alle Hunde in Berlin ist bereits existent. Dieses dient nicht nur der Identifikation von Hunden und Haltern, sondern als Grundlage für statistische Auswertungen zur Gefährlichkeit bestimmter Rassen. Es wird zudem angestrebt, dass die An- und Abmeldung beim zentralen Register ab dem 01.01.2024 auch steuerliche Konsequenzen beim Finanzamt nach sich zieht, wie [berlin.de](https://www.berlin.de/sen/verbraucherschutz/aufgaben/hundehaltung/berliner-hundegesetz-1485423.php) beschreibt.

Die Reformen stoßen nicht nur auf Zustimmung: Kritiker bemängeln das Fehlen einer Sachkundeprüfung für alle Hundehalter und fordern die Einrichtung neuer Auslaufgebiete. Der geplante Gesetzesentwurf wird in Kürze dem Rat der Bürgermeister vorgelegt und könnte bereits im Jahr 2016 in Kraft treten, nachdem eine Übergangsfrist für die Umsetzung des Leinenzwangs eingerichtet wird.

NAG Redaktion

Versierte Journalisten mit einer starken Affinität für Wirtschaftsthemen. Arbeiteten seit mehr als einem Jahrzehnt in den Medien. Haben für verschiedene große Tageszeitungen und Online-Plattformen geschrieben und sind bekannt für tiefgründige Analysen und klare Darstellungen komplexer Sachverhalte.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Ähnliche Artikel

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"