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Parteimitglieder in Berlin: Abwärtstrend bei SPD, Linken und FDP – mögliche Trendwende bei den Grünen, leichte Zunahme bei CDU und AfD

Parteimitglieder in Berlin: SPD, Linke und FDP verzeichnen Rückgänge, Grüne stabil, CDU und AfD mit leichtem Zuwachs

Im ersten Halbjahr 2023 wurden unterschiedliche Entwicklungen bei den Parteimitgliedern in Berlin verzeichnet. Laut einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur gab es einen stärkeren Rückgang bei SPD, Linken und FDP, während die Grünen möglicherweise vor einer Trendwende stehen. CDU und AfD konnten hingegen einen leichten Zuwachs verzeichnen.

Die SPD, die seit April nur noch als Juniorpartner der CDU an der Regierung beteiligt ist, bleibt weiterhin die mitgliederstärkste Partei. Zum 30. Juni hatte sie 18.348 Mitglieder, was einem Rückgang um 4,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. SPD-Landesgeschäftsführer Sven Heinemann erklärte, man sei mit dieser Entwicklung nicht zufrieden. Als Gründe für den Rückgang wurden demografische Faktoren sowie Entscheidungen auf Bundes- und Landesebene genannt.

Die CDU, die die Wahl im Februar gewonnen hatte und nun mit Kai Wegner den Regierenden Bürgermeister stellt, verzeichnete Ende Juni 11.971 Mitglieder. Dies bedeutet zwar einen Rückgang um 0,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, aber einen Anstieg um 1 Prozent im Vergleich zum Ende von 2022. CDU-Generalsekretär Stefan Evers erklärte, dass die Mitgliederzahl seit Anfang 2023 trotz der demografischen Entwicklung wieder stetig anwächst. Dies sei auch auf den erfolgreichen Wahlkampf und eine politische Aufbruchstimmung seit Regierungsübernahme zurückzuführen.

Die Grünen, die in den vergangenen Jahren stetig an Mitgliedern gewonnen hatten und damit an der CDU vorbeigezogen waren, könnten nun vor einer Trendwende stehen. Zum Stand vom 1. Juli hatten sie 12.869 Mitglieder, was einem Anstieg um 0,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Allerdings lag die Zahl Ende 2022 mit 12.963 Mitgliedern höher, was einen Rückgang von 0,7 Prozent bedeutet. Ein Parteisprecher nannte die Mitgliederzahl stabil mit üblichen leichten Schwankungen.

Bei der Linken setzte sich hingegen der seit längerem anhaltende Rückgang der Mitglieder fort. Ende Juni waren es 6.756 Mitglieder, was einem Rückgang um 10,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Ein Sprecher erklärte, dass nach wie vor die demografische Zusammensetzung des Landesverbandes und damit einhergehende Todesfälle eine Rolle spielen. Auch die innerparteilichen Auseinandersetzungen auf Bundesebene hätten sich auf die Mitgliederentwicklung ausgewirkt.

Die AfD konnte hingegen einen Zuwachs verzeichnen. Am 30. Juni zählte sie 1.105 Mitglieder in Berlin, was einem Anstieg um 1,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Ein Sprecher erklärte, dass seit Herbst ein Anstieg der Mitgliedsanträge und ein Rückgang der Austritte zu beobachten seien. Die Energiekrise, das Gebäudeenergiegesetz und die Auswirkungen der „illegalen Masseneinwanderung“ hätten demnach gegen die Regierungspolitik mobilisiert.

Die FDP, die infolge der Wahl im Februar nicht mehr im Abgeordnetenhaus vertreten ist, verzeichnete Ende Juni 4.110 Mitglieder, was einem Rückgang um 4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die Partei erklärte, dass sie die Zeit nach der Wahl genutzt habe, um ihre Mitgliederdatei von zahlungsunfähigen Mitgliedern zu bereinigen.

NAG Redaktion

Versierte Journalisten mit einer starken Affinität für Wirtschaftsthemen. Arbeiteten seit mehr als einem Jahrzehnt in den Medien. Haben für verschiedene große Tageszeitungen und Online-Plattformen geschrieben und sind bekannt für tiefgründige Analysen und klare Darstellungen komplexer Sachverhalte.

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