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Klimawandel in Deutschland: Häufige Überschwemmungen zeigen dringenden Handlungsbedarf

Klimawandel führt nicht nur zu Hitze, Dürre und niedrigen Wasserständen, sondern auch zu Starkregen und Hochwasser. Mit den aktuellen Überschwemmungen im Süden Deutschlands erleben wir bereits das vierte große Hochwasserereignis innerhalb eines Dreivierteljahres. Im vergangenen Oktober gab es eine Sturmflut an der deutschen Küste, im Winter regnete es so stark, dass ganze Landstriche überflutet waren und im Mai kam es zu Hochwasser im Saarland. Nun wurden auch Bayern und Baden-Württemberg von Überschwemmungen heimgesucht. Dämme brachen, Menschen mussten ihre Häuser verlassen und es entstanden hohe Schäden an Straßen, Brücken und Gebäuden. Mindestens ein Mensch kam ums Leben. Diese Ereignisse zeigen, dass wir uns verstärkt auf solche Extremereignisse vorbereiten müssen, die aufgrund des Klimawandels immer häufiger auftreten werden.

Zwar haben Menschen auch früher schon Starkregen und Hochwasser erlebt, jedoch nicht in dieser Intensität und Häufigkeit. Die letzten Extremwetterereignisse waren zwar weniger zerstörerisch als die Flutkatastrophe im Ahrtal im Sommer 2021 mit über 130 Toten, dennoch ist das kein Grund zur Entwarnung.

Es ist wichtig, sowohl Maßnahmen zur Vermeidung klimaschädlicher Emissionen zu ergreifen, um die Erderwärmung einzudämmen, als auch das Land auf die Folgen des Klimawandels vorzubereiten. Hierzu gehört die Überprüfung, welche Flüsse mehr natürlichen Raum benötigen, wenn ihre Pegel steigen, und welche Deiche nicht hoch oder stark genug sind. Zudem sollten versiegelte Flächen renaturiert werden.

Der Katastrophenschutz in Deutschland ist grundsätzlich gut aufgestellt, und die Alarmsysteme zur Warnung der Bevölkerung wurden infolge der Ahrtal-Flut bereits modernisiert. Doch es stellt sich die Frage, wo Strukturen verbessert werden können und ob Helfer eine bessere Ausrüstung benötigen. Dabei entstehen hohe Kosten, sowohl für die Vorsorge als auch für die Unterstützung von Betroffenen und die Reparatur der Infrastruktur nach einer Katastrophe.

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Um dieser finanziellen Belastung gerecht zu werden, muss der Staat finanziell handlungsfähig sein. Selbst in Zeiten knapper Kassen sollte Bund und Ländern Spielraum gegeben werden, da die Kosten unvorhergesehener Katastrophen über einen langen Zeitraum abgetragen werden müssen. Ministerpräsidenten verschiedener politischer Parteien haben bereits darauf hingewiesen, dass dies unter den strengen Regeln der Schuldenbremse nicht möglich ist. Spätestens in der kommenden Legislaturperiode müssen die politisch Verantwortlichen die Staatsfinanzen neu regeln, um den Herausforderungen des Klimawandels gerecht zu werden.

Im Folgenden finden Sie eine Tabelle mit Informationen zu den letzten Hochwasserereignissen:

|Oktober 2020|Sturmflut an der deutschen Küste|Deiche brachen, Boote sanken, schwere Gebäudeschäden|
|Winter 2020/2021|Starkregen in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Thüringen und Sachsen-Anhalt|Ganze Landstriche standen unter Wasser|
|Mai 2021|Hochwasser im Saarland|Dämme brachen, Menschen mussten Häuser verlassen, Infrastrukturschäden|
|Sommer 2021|Flutkatastrophe im Ahrtal|Über 130 Tote, immense Zerstörung|

Es wird deutlich, dass die Häufigkeit und Intensität der Hochwasserereignisse zugenommen hat und dass die bisherigen Maßnahmen und Alarmsysteme nicht ausreichend waren, um die Schäden zu verhindern. Eine umfassende Anpassung der Infrastruktur und Vorsorgemaßnahmen ist daher dringend geboten.

Der Klimawandel erfordert von uns, dass wir uns sowohl für die Reduzierung der Treibhausgasemissionen einsetzen als auch unser Land krisenfest machen. Nur so können wir den Herausforderungen der sich verändernden Umwelt erfolgreich begegnen und die Auswirkungen des Klimawandels in Grenzen halten.



Quelle: BERLINER MORGENPOST / ots

Daniel Wom

Der in Berlin geborene Daniel Wom ist ein versierter Journalist mit einer starken Affinität für Wirtschaftsthemen. Er hat an der Freien Universität Berlin Journalistik und Wirtschaftswissenschaften studiert und arbeitet seit mehr als einem Jahrzehnt in den Medien. Daniel hat für verschiedene große Tageszeitungen und Online-Plattformen geschrieben und ist bekannt für seine tiefgründigen Analysen und klaren Darstellungen komplexer Sachverhalte. Er ist Mitglied im Deutschen Journalisten-Verband und hat mehrere Auszeichnungen für seine exzellente Berichterstattung erhalten. In seiner Freizeit erkundet Daniel gerne die vielfältige Kulturszene Berlins und ist leidenschaftlicher Webentwickler.

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