Tempelhof-Schöneberg

West-Nil-Virus hat die Region Berlin-Brandenburg erreicht

Das West-Nil-Virus hat die Region Berlin-Brandenburg erreicht

Pressemitteilung Nr. 350 vom 13. Oktober 2021

Im September dieses Jahres wurde das West-Nil-Virus bei einem Greifvogel in Berlin und einem Pferd in Brandenburg bei Berlin zuverlässig nachgewiesen. Das Virus kann auch den Menschen befallen. Da nur ein geringer Anteil der Infizierten Symptome zeigt und nur etwa einer von 100 Infizierten schwer erkrankt, ist davon auszugehen, dass es weitere nicht diagnostizierte Infektionen gab.

Seit 2018 ist das West-Nil-Fieber offiziell in Deutschland angekommen – bereits im vergangenen Jahr hatte es in Berlin eine Infektion bei Menschen gegeben; Mehrere Menschen in Leipzig hatten sich zuvor damit infiziert. Keine dieser Personen war zuvor im Ausland gewesen. 2019 mussten die ersten menschlichen Erkrankungen (auch in Ostdeutschland) registriert werden. Im Jahr 2020 gab es weitere Meldungen zu Vögeln in Berlin.


Wie äußert sich das Virus und wie können Sie sich schützen?

West-Nil-Fieber ist eine Krankheit, die durch ein gleichnamiges Virus verursacht wird, das ursprünglich aus den Tropen stammt und durch Zugvögel in den Mittelmeerraum und dann nach Nordeuropa eingeschleppt wurde. In Südeuropa wird sie schon lange übertragen und kann auch vor Ort überwintern. Häufig betroffen sind Südfrankreich, Norditalien, Griechenland und große Teile des Balkans sowie weiter nördlich Teile Tschechiens, Ungarns, der Slowakei und Österreichs. Auch die Türkei ist betroffen.

Natürlich kann das Virus auch in Deutschland überwintern. Es ist zu erwarten, dass sie sich in Deutschland weiter ausbreitet und in den kommenden Jahren auch beim Menschen weitere Fälle der Krankheit auftreten werden.

Das Virus wird hauptsächlich durch Stechmücken zwischen Wildvögeln übertragen. Infizierte Mücken können das Virus auch auf Säugetiere (insbesondere Pferde) oder den Menschen übertragen – direkt Übertragungen von Mensch zu Mensch sind nicht möglich.

Besitzer von Pferden, die positiv auf das West-Nil-Virus getestet wurden, sollten sich an die bereits geltenden allgemeine Hygieneregeln im Umgang mit Tieren folgen, aber es besteht keine Ansteckungsgefahr für sie.

In den meisten Fällen treten beim Menschen keine Symptome auf. Bei etwa 20 Prozent der Erkrankten kann es sich nach einer Inkubationszeit von 2 bis 14 Tagen entwickeln fieberhafte und grippeähnliche Erkrankung kommen, das dauert 3 bis 6 Tage. Nur etwa jeder hundertste Mensch erkrankt schwer und entwickelt eine Form geistige Veränderungen, Muskelschwäche und epileptische Anfälle. Betroffen sind vor allem ältere Menschen, Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Immungeschwächte. In der Regel heilt die Krankheit nach symptomatischer Therapie komplikationslos aus; Langzeitwirkungen können sich nur bei schwerkranken Menschen mit Meningitis oder Meningitis manifestieren.

Für Pferde gibt es gut verträgliche Impfstoffe, die einen Schutz für einzelne Tiere ermöglichen, ohne dass der gesamte Stall geimpft werden muss (empfohlener Zeitpunkt: Sommer).

Für den Menschen gibt es leider immer noch einen Keim-Impfstoff. Der Schutz vor Mückenstichen ist derzeit das einzige wirksame Mittel, um sich selbst zu schützen (durch Insektenschutzmittel, lange Kleidung, Aufenthalt in geschlossenen oder klimatisierten Räumen, Verwendung von Moskitonetzen, Entfernung von Mückenbrutplätzen im Wohnbereich).


Wann sollte ich mich auf das Virus testen lassen?

Eine Untersuchung auf das Virus soll insbesondere bei kranken Reisenden, die aus Risikogebieten zurückkehren, durchgeführt werden. Eine Untersuchung auf das Virus ist auch bei Menschen mit einer Hirnhautentzündung oder Hirnhaut ohne konkrete Ursache und bei mehr Fällen mit unklarem Fieber ratsam.


Weitere Informationen finden Sie auf der West-Nil-Virus-Seiten des Friedrich-Loeffler-Instituts, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit.

    .

Inspiriert von Berliner Pressemitteilung.

Kommentar verfassen

Ähnliche Artikel

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"

Adblock erkannt!

Adblocker speichern und verwenden Ihre personenbezogenen Daten und verkaufen diese u.U. an Dritte weiter. Schalten Sie in Ihrem und unserem Interesse den Adblocker aus. Keine Angst, wir verwenden keine Popups oder Umleitungen. Ein paar kleine, unauffällige Banner finanzieren uns einen Kaffee. Sonst gibt's hier keine Werbung.