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Friedrichshain-Kreuzberg

Verlegung von zehn neuen Stolpersteinen in Friedrichshain-Kreuzberg

Pressemitteilung Nr. 63 vom 16. März 2021

Die Bezirksrätin für Finanzen, Umwelt, Kultur und Weiterbildung, Clara Herrmann, informiert:

In Friedrichshain-Kreuzberg werden zehn weitere Stolpersteine ​​gelegt.

„Als dezentrale Denkmäler leisten die Stolpersteine ​​einen wichtigen Beitrag zum Gedenken im Bezirk. Sie begegnen uns im Alltag und zeigen uns jeden Tag, welche Verantwortung wir alle haben, um unser Gesicht gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus zu zeigen und für ein vielfältiges und kosmopolitisches Berlin einzutreten “, sagt Bezirksrätin Clara Herrmann.

  • Dienstag, 23. März, ab 11.10 Uhr
  • Friedensstraße 24, Voigtstraße 35, Weichselstraße 17, Niederbarnimstraße 13, Waldemarstraße 23, Solmsstraße 24

In der Friedenstraße 24 werden zwei Stolpersteine ​​für Rosalie Hirsch und ihre Tochter Edith Bär gelegt. Verwandte haben den Transfer initiiert. Die beiden lebten ab 1934 in der Friedensstraße. Edith Bär wurde am 19. Oktober 1942 nach Riga deportiert, wo sie drei Tage später ermordet wurde. Rosalie Hirsch konnte die Deportation ihrer Tochter nicht überwinden und wurde einige Monate später in die geschlossene Abteilung des Jüdischen Krankenhauses in Berlin eingeliefert. Von dort wurde sie am 16. Juni 1943 nach Theresienstadt deportiert, wo sie starb.

In der Voigstraße 35 (12 Uhr) erinnern zwei Stolpersteine ​​an das Ehepaar Pauline und Siegfried Falk. Die Stolpersteine ​​wurden von Verwandten initiiert. Das Ehepaar lebte ab 1930 in der Voigtstraße und betrieb dort ein Geschäft. Sie mussten 1939 ihre Wohnung und ihr Geschäft aufgeben. Sie zogen in die Michaelkirchstraße 26, wo sie untervermietet wurden. Am 27. November 1941 wurden beide am 7. Osttransport vom Bahnhof Grunewald nach Riga deportiert. Bei ihrer Ankunft am 30. November wurden sie in zuvor gegrabenen Gruben in den Wäldern von Riga-Rumbula erschossen.

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In der Weichselstraße 17 (12.25 Uhr) werden zwei Stolpersteine ​​für Hannchen und Cäcilie Friedenstein gelegt. Der Umzug wurde von einer engagierten Friedrichshain-Frau vorgeschlagen. Hannchen Friedenstein lebte seit 1913 mit ihren Kindern Cäcilie Ludwig in der Weichselstraße. Sie arbeitete als Näherin, später als Jüdin musste sie in der Weichselstraße arbeiten AEG Telekommunikationskabel- und Gerätefabrik in Oberschöneweide leisten. Ihre Tochter Cäcilie musste bei den Siemens-Schuckertwerken arbeiten. Am 27. Februar 1943 wurden Hannchen und Cäcilie Friedenstein Opfer der „Fabrikaktion“, bei der die letzten von der Deportation verschonten und gewaltsam in kriegswichtigen Fabriken beschäftigten Berliner Juden festgenommen und deportiert wurden. Cäcilie wurde am 1. März 1943 nach Auschwitz deportiert und ermordet, Hannchen am 17. März 1943 nach Theresienstadt, wo sie im Februar 1944 ermordet wurde. Ludwig Friedenstein überlebte die Shoah.

In der Niederbarnimstraße 13 (12.50 Uhr) werden künftig zwei Stolpersteine ​​an Alice und Brigitte Erb erinnern. Alice Erb zog um 1938 in die Niederbarnimstraße 13, wo sie in einer Wohnung im zweiten Hinterhof lebte. Hier zog sie ihre Tochter Brigitte auf. Ab 1941 wurde Alice Erb zur Zwangsarbeit eingesetzt. Alice Erb wurde im Rahmen der sogenannten „Fabrikkampagne“ auch aus ihrer Heimatstadt entführt. Zusammen mit ihrer damals fünfjährigen Tochter wurde sie am 6. März 1943 in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert und wahrscheinlich unmittelbar nach ihrer Ankunft in den Gaskammern von Auschwitz-Birkenau ermordet. Die Stolpersteine ​​waren bereits 2006 gelegt worden und verschwanden während der Straßenbauarbeiten im Sommer 2020.

In der Waldemarstraße 23 (13:25 Uhr) wird ein Stolperstein für Bertha Birnbaum gelegt. Der Umzug wurde von Nachbarn initiiert. Die Jüdin Bertha Birnbaum lebte dort von 1939 bis kurz vor ihrer Deportation. Sie war zunächst geschützt, weil sie in einer sogenannten „privilegierten Mischehe“ lebte – ihr Ehemann war nichtjüdisch. Als Willy Birnbaum am 9. März 1944 starb, musste sich seine Witwe nicht nur mit dem Tod ihres Mannes auseinandersetzen. Sie hatte auch den Schutz verloren, den die sogenannte „Mischehe“ ihr bis dahin geboten hatte. Am 20. März 1944 wurde sie in ein Sammellager gebracht, von wo aus sie am 26. Mai 1944 nach Theresienstadt deportiert wurde. Bertha Birnbaum erlebte am 8. Mai 1945 etwa ein Jahr später die Befreiung des Ghettos durch die Rote Armee. Wahrscheinlich war sie jedoch durch die unmenschlichen Lebensbedingungen so geschwächt, dass sie am 11. August 1945 im Alter von 73 Jahren in Theresienstadt starb.

Ein Stolperstein in der Solmsstraße 24 (14 Uhr) wird Sie an Johanna Rosenthal erinnern. Ein engagierter Kreuzberger initiierte diesen Umzug. Nach dem Berliner Adressbuch lebte Johanna Rosenthal seit 1935 im Keller des Hauses. Anfang September 1942 wurde Johanna Rosenthal in das jüdische Altenheim in der Gerlachstraße gebracht. Die 70-jährige Johanna Rosenthal wurde am 14. September 1942 mit dem zweiten großen älteren Transporter in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Von dort wurde sie nach nur neun Tagen am 23. September in das Vernichtungslager Treblinka entführt, wo sie wahrscheinlich sofort nach ihrer Ankunft ermordet wurde.

Stolpersteine, deren Umsiedlung von Verwandten oder Nachkommen von Opfern des Nationalsozialismus initiiert wird, werden seit 2017 vom Bezirksamt finanziert. Die Bezirksversammlung Friedrichshain-Kreuzberg hat dieses Verfahren mit einem Beschluss bestätigt (DS / 0417-15 / V. )

Kontaktpersonen

Sara Lühmann
Pressesprecher
Telefon: (030) 90298-2843

Dominik Krejsa
Pressestelle für Mitarbeiter
Telefon: (030) 90298-2418

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Inspiriert von Berliner Pressemitteilung.

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