Berlin

Umstrittenes Projekt in Berlin-Kreuzberg: Bezirk hält Standort der Polizeiwache am Kottbusser Tor für ungeeignet

Das geplante Polizeirevier am Krimi-Hotspot Kottbuser Tor in Berlin-Kreuzberg wird aus Sicht des Bezirksamtes in die falschen Räume gebaut. „Aus meiner Sicht ist der Ort nicht geeignet“, sagte die Bürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg, Clara Herrmann (Grüne), der „Berliner Morgenpost“ (Sonntag). Die Wache soll Anfang 2023 in den ersten Stock eines Hochhauses am Kottbusser Tor einziehen, direkt neben einer bekannten Kneipe auf der anderen Straßenseite.

„Es wurde versäumt, frühzeitig mit der Nachbarschaft darüber zu sprechen“, kritisierte Herrmann. Mit diesem Ort sind Ängste verbunden. „Wie die Frage: Haben wir eine Polizeiwache, die von oben auf uns herabblickt?“

Herrmann sagte, sie könne auch verstehen, dass das Thema Videoüberwachung viele Menschen auf dem Platz beschäftige.

„Die Standortwahl ist meiner Meinung nach das eine, das Konzept das andere“, fügte sie hinzu. Die Polizei muss mit Gewerbetreibenden und Anwohnern Kontakt aufnehmen. „Die Leute am Kottbusser Tor wollen Kontaktbereichsbeamte.“

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Das Kottbusser Tor ist seit Jahrzehnten ein bekannter Ort des Nachtlebens – aber auch berüchtigt für Straßenkriminalität und Drogenhandel. Beim Thema Polizeirevier ist die Nachbarschaft gespalten: Einerseits gibt es Hoffnung, dass das Quartier davon profitiert, andererseits aber auch teils starke Ablehnung.

Herrmann sagte, es brauche auch „niederschwellige Hilfsangebote“ wie den neuen Drogenkonsumraum am Kottbusser Tor. „Es hilft uns nicht, wenn die Drogenszene von einem Ort zum anderen gedrängt wird.“ (dpa)

  • Friedrichshain Kreuzberg
  • Senat

Siehe auch  Bundesweite Razzia gegen Schmuggler: Tausende Nicht-EU-Bürger in Logistikzentren ausgebeutet – neun festgenommen

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