Berlin

Spendenaktion „Gefährdete Kunstwerke“ gestartet: Kirche und Land sammeln für brandenburgische Dorfkirche

Das Bein der Jesusfigur auf dem Altar fehlt. Im Holz gedeihen schädliche Insekten. Der Altarbau, die Kanzel und die Westempore in der Dorfkirche Blumenow (Oberhavel) stehen im Mittelpunkt der diesjährigen Spendenaktion „Bedrohte Kunstwerke“ der Freunde Alter Kirchen Berlin-Brandenburg, des Brandenburgischen Landesdenkmalamtes und der Evangelischen Kirche Kirche der brandenburgisch-schlesischen Oberlausitz.

„Die Farbe auf dem Altar blättert ab, die Figuren sind beschädigt“, sagte der brandenburgische Landeskonservator Thomas Drachenberg. Die Figur einer Taube, die den Heiligen Geist symbolisiert, ist abgebrochen. Allein für die Renovierung des Altars werden rund 40.000 Euro benötigt. Es gilt, die gefährdete Holzsubstanz zu sichern und die Farbschichten zu erhalten.

„Auf dem Weg nach Himmelpfort haben wir den Heiligen Geist verloren“, sagte Bischof Christian Stäblein bei der Eröffnung der Spendenaktion in der Potsdamer Staatskanzlei. In Himmelpfort befindet sich ein bekanntes brandenburgisches Weihnachtspostamt. „Aber wir brauchen diesen Geist: Wir brauchen den Geist der Gemeinschaft, der Hoffnung und den Geist, der uns so zusammenbringt, dass wir für andere Menschen da sein können.“

Stäblein betonte, dass es beim Erhalt der brandenburgischen Dorfkirchen drei Kategorien gebe: Kirchen, die noch voll genutzt werden, Kirchen, für die Partner gesucht werden, und Kirchen, die „in der Hoffnung, dass sie in einen Dornröschenschlaf versetzt werden wird später wieder verwendet. Brandenburgs Wissenschaftsministerin Manja Schüle (SPD) betonte, dass die Kirchen in Brandenburg mit ihrer Innenarchitektur Teil der kulturellen Identität des Landes seien. „Unsere kulturelle Identität gibt uns ein Zuhause.“

Elf gotische Heiligenfiguren gingen nach 1945 verloren

Die Kirche von Blumenow aus dem 13. Jahrhundert liegt im äußersten Norden des Landes Brandenburg. Bis 1952 gehörte das Dorf noch zu Mecklenburg-Strelitz, das benachbarte Fürstenberg gehört noch zur Nordkirche. Dies könnte für einen weiteren Teil der Spendenaktion bedeutsam sein: Insgesamt elf gotische Heiligenfiguren gingen nach 1945 in der Kirche verloren, die seinerzeit zur Sicherung entfernt wurden. „Wir haben die Nordkirche bereits angeschrieben“, sagte Pastorin Anne Lauschus. „Aber bisher wissen wir nicht, ob die Figuren vielleicht noch irgendwo existieren.“

Siehe auch  Bis Mitte Februar 2023 müssen Wahlen stattfinden: Das Berliner Verfassungsgericht entscheidet am 16. November endgültig über die Neuwahl

Die am Radweg Berlin-Kopenhagen gelegene Kirche wird derzeit alle vier Wochen für einen Gottesdienst genutzt. Es ist auch den ganzen Sommer über für Besucher geöffnet. Die Spendenaktion „Gefährdete Kunstwerke“ war in den vergangenen Jahren erfolgreich: 2021 kamen insgesamt 18.000 Euro für die Dorfkirche in Dallmin in der Prignitz zusammen. In den vergangenen 14 Jahren sammelte die Spendenaktion insgesamt 230.000 Euro für gefährdete Kunstschätze.

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