Berlin

Spartipps für Studenten: Gut und günstig durch den Berliner Mangelwinter

Inflation, steigende Lebensmittelpreise, höhere Mieten und Energiekosten: Dieses Wintersemester wird für die meisten Studierenden wohl vor allem eines – klamm. Und das nicht nur, weil Vermieter und Universitäten die Heizung herunterdrehen wollen.

Laut einer Analyse des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes waren 30 Prozent der Studierenden schon vor der aktuellen Energiekrise von Armut betroffen; Ihr Durchschnittseinkommen liegt bei 802 Euro. Die Armutsgrenze liegt in Deutschland bei 1266 Euro, arme Studenten liegen 463 Euro darunter.

Laut dem Paritätischen Wohlfahrtsverband sind 79 Prozent der alleinlebenden Studierenden von Armut betroffen. Selbst für den durchschnittlichen Berliner Studenten, der laut Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks mehr als 1015 Euro zur Verfügung hat, dürfte es in den kommenden Monaten vielerorts finanziell knapp werden. Aber es gibt Mittel und Wege, das Wintersemester etwas besser zu überstehen und trotzdem Spaß zu haben.

Fortbewegung

Berliner Studierende sind vom seit Oktober geltenden 29-Euro-Ticket ausgenommen und setzen weiterhin auf das Semesterticket – zum Halbjahrespreis von 193,80 Euro. Mit knapp 32 Euro im Monat kostet es mehr als das vergünstigte Berlin AB-Ticket. Dafür steht Ihnen das gesamte ABC-Gebiet offen, das sich bis nach Potsdam erstreckt. Besitzer des „Semtix“ können auch ihre Fahrräder kostenlos mitnehmen.

Berlin lässt sich auch gut mit dem Fahrrad erkunden. Um ein günstiges zu bekommen, gibt es diverse Fahrradflohmärkte. Einer der größten ist der Berliner Fahrradmarkt BFM. An drei verschiedenen Standorten in Kreuzberg, Prenzlauer Berg und Moabit gibt es ein Rahmenprogramm mit Street Food und kostenloser Beratung. Mit über 500 Fahrrädern bietet die Fietsenbörse auch am U-Bahnhof Nollendorfplatz eine große Auswahl an Fahrrädern. Die aktuellen Termine finden Sie auf den jeweiligen Webseiten.

An den Berliner Hochschulen gibt es Selbsthilfewerkstätten, um dein Fahrrad fit zu machen. Die Hubschrauberinitiative der Humboldt-Universität (HU) zum Beispiel hilft allen bei Reparaturen. Ersatzteile sind vor Ort erhältlich, das Ganze funktioniert auf Spendenbasis. An der Technischen Universität (TU) gibt es das „Unirad“, an der Freien Universität (FU) das „FU-Rad“.

Wohnen

Das Studierendenwerk Berlin unterhält insgesamt 32 Wohnheime, die auf alle Bezirke der Stadt verteilt sind. Eine Wohnung kostet dort durchschnittlich 349 Euro, der Vertrag läuft über ein Jahr. Derzeit stehen jedoch 4.000 Studierende auf der Warteliste. Bis man einen Platz bekommt, dauert es etwa ein Jahr.

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Alternative Suchmöglichkeiten bieten die Wohnungsbörse des Studierendenwerks oder die kommunalen Vermieter wie inberlinwohnen. Das Info-Center Wohnen in der Hardenbergstr. 34 berät Menschen bei der Wohnungssuche auf dem freien Markt.

Es ist wichtig, dabei zu sein. Mehrere Websites empfehlen dies. Auch wenn es nur um ein Zimmer zur Untermiete geht, hilft es, einen persönlichen Eindruck zu hinterlassen und mit Sympathie zu überzeugen. Und um alle wichtigen Dokumente griffbereit zu haben: Elternbürgschaft (mit Schufa-Auskunft der Eltern), Mietschuldenfreiheitsbescheinigung (falls Sie bereits in einer Mietwohnung gelebt haben), Schufa-Auskunft und Einkommensnachweis (alternativ Bafög oder das der Eltern).

Das günstigste Kantinenessen kostet 1,45 Euro

Ein günstiges WG-Zimmer findet man oft noch auf der Seite wg-gesucht.de, sowie bei ebay-Kleinanzeigen. Auch die klassischen Suchportale wie Immoscout24 bieten extra Studentenwohnungen an.

Mahlzeit

Preiswertes, warmes Essen gibt es in den Mensen der verschiedenen Hochschulen. Die Preise reichen von 1,45 Euro bis 3,80 Euro pro Mahlzeit. Auch das Vorkochen und Aufwärmen der Speisen zu Hause ist möglich: Neben sogenannten Mensa-Spätis, also Automaten mit abgepackten Speisen, gibt es Mikrowellen. Derzeit gibt es sie nur an der FU in der Silberlaube, weitere Mensen sind aber in Planung, sagt eine Sprecherin des Studierendenwerks.

Die unverzichtbare Verpflegung für Studierende – Kaffee und Snacks – gibt es auch in den verschiedenen Studierendencafés, die von studentischen Initiativen oder den Fachschaften betrieben werden. An der FU gibt es beispielsweise neun solcher Treffpunkte. Der wohl günstigste Kaffee auf dem Campus ist das Café Tatort der Fachschaft Jura. Der Muntermacher kostet 30 Cent (plus 50 Cent Pfand), Süßigkeiten gibt es für fünf Cent, Schokoriegel gibt es ab 30 Cent.

Die „Too Good To Go“-App ist eine gute Möglichkeit, Lebensmittel günstig nach Hause zu bekommen. Viele Restaurants, Bäckereien und Supermärkte bieten ihre Restposten zu reduzierten Preisen an. Wer schnell ist, kann für wenige Euro ganze Tüten mit Backwaren oder Gerichten ergattern.

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jobben

Viele Studierende arbeiten auch als Werkstudenten oder in einem anderen Nebenjob. Während der Vorlesungszeit sind bis zu 20 Wochenstunden erlaubt. In den Ferien werden es mehr, aber man darf insgesamt nur 26 Wochen innerhalb eines Jahres arbeiten. Überschreiten Sie die Auflagen, verlieren Sie Ihren Studierendenstatus – und das lohnt sich: Für studentische Jobs fallen keine Arbeitslosen-, Pflege- oder Krankenversicherungsbeiträge an. Es bleibt also mehr Netto übrig, erklärt das Studierendenwerk.

Generell gibt es keine Einkommensgrenzen, der Anspruch auf den Mindestlohn liegt derzeit bei zwölf Euro. Wenn Sie jedoch über Ihre Eltern oder Ihren Ehepartner bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichert sind, können Sie als Minijobber maximal 520 Euro im Monat verdienen, die gleiche Summe gilt für Bezieher von Studienkrediten.

Inhaltlich können auch Jobs als studentische Hilfskraft helfen. Bewerberinnen und Bewerber werden derzeit an vielen Hochschulen in verschiedenen Bereichen „dringend gesucht“, berichtet das Studierendenwerk – auch in eigener Sache.

Zahlreiche Workshops helfen bei der Jobsuche und vor Vorstellungsgesprächen, sei es bei den professionellen studentischen Hilfskräften oder bei den Career Services der Hochschulen. Die Jobbörsen Stellenwerk Berlin und Stellenticket listen Angebote von Hochschulen und externen Unternehmen.

Zuschüsse

Die Bundesregierung hat im Juni 2022 beschlossen, den Bafög-Satz ab dem Wintersemester 2022/23 um knapp sechs Prozent anzuheben. Studierende, die den Höchstsatz beziehen, haben nun Anspruch auf einen Grundbedarf von 452 Euro. Hinzu kommen Wohngeld in Höhe von 360 Euro und ein Zuschuss zur Kranken- und Pflegeversicherung in Höhe von 122 Euro.

Allerdings sind die Lebenshaltungs- und Energiekosten in diesem Jahr so ​​stark gestiegen, dass die zusätzlichen Studienkredite mehr als aufgezehrt sind. Außerdem sind die studentischen Krankenversicherungstarife an den Bafög-Satz gekoppelt, wodurch sich die Beiträge automatisch zum 1. Oktober erhöht haben. Und das gilt auch für Studierende, die keine Ausbildungsförderung erhalten.

Was viele nicht wissen: Als Bafög-Empfänger können Sie sich von der GEZ befreien lassen. Dies kann direkt über die Radiobeitragsseite erfolgen.

Es lohnt sich immer zu prüfen, ob Sie Anspruch auf Wohngeld haben. Dafür muss der Lebensmittelpunkt in Berlin liegen und das monatliche Einkommen eines Einpersonenhaushalts darf 986 Euro nicht überschreiten. Die Zuzahlung können Sie auf Wohngeld.org und beim jeweiligen Wohnungsamt beantragen.

Das Kino Babylon Berlin zeigt jeden Samstag um Mitternacht Stummfilme. Das Motto: Um Mitternacht zahlen Sie null Euro.

Tanja Kunesch, Tagesspiegel-Autorin

Wer für sein Studium nach Berlin zieht, erhält vom Land einen einmaligen Willkommensbonus in Höhe von 50 Euro. Der Antrag kann auf den Seiten des zuständigen Bürgeramtes ausgefüllt und beim Studierendensekretariat eingereicht werden.

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Auch vom Bund soll es weitere Vereinfachungen geben: Alle Studierenden erhalten eine Einmalzahlung von 200 Euro. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung arbeite derzeit „mit Hochdruck“ daran, wie die Auszahlung erfolgen soll, sagte ein Sprecher.

Die Regierung genehmigte auch eine zweite Heizsubvention. Studierende, die zwischen September und Dezember 2022 für mindestens einen Monat BAföG beziehen und in dieser Zeit nicht bei den Eltern wohnen, erhalten automatisch 345 Euro, Wohngeldempfänger 415 Euro.

Vergnügen

Grundsätzlich schadet es nie, den Studierendenausweis dabei zu haben. In Kinos, Konzerten und Schwimmbädern gibt es oft Ermäßigungen. Ein Bibliotheksausweis lohnt sich nicht nur für das private Lesevergnügen, sondern auch für Unterrichtsmaterialien oder Hörbücher. Das gilt für alle Stadtbibliotheken und kostet nur fünf Euro pro Jahr.

Andere Aktivitäten sind kostenlos. Neuankömmlingen kann die Stadt bei einem kostenlosen Stadtrundgang gezeigt werden. Es muss nicht die klassische Touristentour sein. Das Spektrum reicht von Gruseltouren über Streetart und Graffiti bis hin zu einer alternativen Berlin-Tour. Allerdings erwarten die engagierten Stadtführer ein kleines Trinkgeld.

Fast alle Berliner Museen öffnen jeden ersten Sonntag im Monat kostenlos ihre Türen. Die Futurium-Ausstellung am Hauptbahnhof zum Beispiel ist immer frei zugänglich. Es beschäftigt sich interaktiv mit der Frage, wie wir als Gesellschaft in Zukunft leben wollen. Bei freiem Eintritt können Sie außerdem eine Reihe von Ausstellungen im Humboldt Forum entdecken.

Das Kino Babylon Berlin zeigt jeden Samstag um Mitternacht Stummfilme. Das Motto: Um Mitternacht zahlen Sie null Euro. Weitere kostenlose Unterhaltung finden Sie auf der Website gratis-in-berlin.de.

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