Berlin

Skandal nach Geständnis: Prozess gegen Berliner Rapper – Fler räumt Vorwürfe ein

Erneut sorgte er als Angeklagter für einen Eklat: Rapper Fler mobbte in Richtung eines Zeugen, sprang wütend auf – „Ich gehe jetzt raus, ich lüge seit drei Stunden“, rief er und verschwand. Verwundert folgte ihm sein Verteidiger. Doch mit dem 40-jährigen Musiker war wohl nicht mehr zu reden. Der erste Tag eines weiteren Prozesses gegen Fler, der mit bürgerlichem Namen Patrick Losensky heißt, ist am Mittwoch vor dem Landgericht Tiergarten abrupt zu Ende gegangen.

Zwei Anklagepunkte werden vor Gericht gestellt – Körperverletzung, Beleidigung, Drohung und Sachbeschädigung. Anfang 2020 soll Fler auf seinen Social-Media-Kanälen schlecht gehandelt haben – zwei Frauen und der Komiker Shahak Shapira waren betroffen.

Auslöser der Anfeindungen war ein Posting einer der beiden Frauen auf einer Plattform, in dem sie auf Passagen im Rap-Text des Musikers hinwies, die sie laut Anklage als frauenfeindlich empfand. Im Fall einer der Frauen veröffentlichte er ein Foto von ihr und setzte ein „Kopfgeld“ von 2.000 Euro für denjenigen aus, der sie „mitbrachte“. Der 30-Jährige erhielt daraufhin mehrere Hassbotschaften.

Wenige Tage später kam es am Kurfürstendamm zum Streit. Am 2. März 2020 soll Fler ein RTL-Fernsehteam angegriffen und beleidigt haben, das ihn beim Verlassen eines Ladens spontan interviewen wollte. Er schlug mit der Faust auf einen Kameramann ein, hob dann seine 19.000 Euro teure Kamera hoch und warf sie mit voller Wucht auf den Boden – „wie geplant zerstört“, so die Anklageschrift.

Fler ging den Prozess zunächst gelassen an. Bereits im Vorfeld war eine Einigung zwischen Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigung erzielt worden. Das Gericht sagte, der Rapper könne mit einer Gesamtstrafe von bis zu einem Jahr und sechs Monaten auf Bewährung rechnen, wenn er sich in einer der sechs Anklagen schuldig bekenne. Darin enthalten ist eine gerade rechtskräftig gewordene Verurteilung ab März 2021 zu zehn Monaten auf Bewährung – unter anderem wegen Beleidigung.

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Der Vorschlag wurde genehmigt. Fler sagte, er wolle „nichts beschönigen“. Er gab Beleidigungen zu, einschließlich Schlägen auf den Kameramann. Er schilderte seinen Standpunkt – „weil ich so beleidigt wurde“, sagte er zu einem Vorwurf.

Und bei dem Kamerateam fühlte er sich belästigt, gegen seinen Willen gefilmt, er wollte Bilder seines Partners verhindern. Er versicherte, er werde „Konfrontationen in Zukunft vermeiden“. Wenige Stunden später der verärgerte Ausstieg wegen einer Zeugenaussage. Das Urteil soll am 23. November fallen.

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