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Polen ruft belarussischen Diplomaten wegen Inhaftierung eines Journalisten vor

WARSCHAU, Polen – Das polnische Außenministerium hat am Donnerstag den belarussischen Geschäftsträger vorgeladen, um seine Besorgnis zum Ausdruck zu bringen, nachdem ein Journalist, der für polnische Medien gearbeitet hatte, von einem Gericht in Belarus zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden war.

Der Sprecher des Ministeriums, Lukasz Jasina, sagte, dass bei dem Treffen Polens Besorgnis über die Behandlung von Journalisten und der polnischen Minderheit in Belarus angesprochen wurde.

Die Journalistin Iryna Slaunikava wurde am Mittwoch verurteilt. Ihre Verhaftung im vergangenen Jahr erfolgte inmitten eines größeren Vorgehens gegen unabhängige Medien nach Massenprotesten gegen eine umstrittene Wahl im Jahr 2020. Die Wahlkommission des Landes verlieh Präsident Alexander Lukaschenko in einer allgemein als manipuliert angesehenen Abstimmung eine sechste Amtszeit.

Das Komitee zum Schutz von Journalisten nannte die Verurteilung von Slaunikava „ein weiteres Beispiel für die zutiefst zynische und rachsüchtige Natur der belarussischen Regierung“.

Sviatlana Tsikhanouskaya, die belarussische Oppositionsführerin, twitterte am Mittwoch, dass sie über die Verurteilung „sowohl traurig als auch wütend“ sei.

„Wir müssen alles tun, um unsere unabhängigen Journalisten zu unterstützen, die alles riskieren, um die Wahrheit zu berichten“, sagte Tsikhanouskaya, die außerhalb von Belarus lebt.

Jasina sagte, der belarussische Diplomat habe Außenminister Zbigniew Rau mitgeteilt, dass seine Regierung die Beschwerden Polens als Einmischung in die inneren Angelegenheiten von Belarus betrachte.

Slaunikava hatte in der Vergangenheit für Belsat gearbeitet, einen staatlich finanzierten polnischen Sender, der Nachrichten nach Weißrussland sendet.

Sie wurde der „Organisation oder Beteiligung an groben Verstößen gegen die öffentliche Ordnung“ und der „Gründung einer extremistischen Gruppe“ für schuldig befunden, so das Komitee zum Schutz von Journalisten unter Berufung auf Medienberichte und Menschenrechtsvertreter.

Auch die polnische Minderheit in Belarus, die von einer von der Minsker Regierung unabhängigen Gewerkschaft vertreten wird, war unter Lukaschenko Ziel von Repressionen, was die Spannungen zwischen den Nachbarn verschärfte.

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Quelle: ABC News

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