Berlin

Neue Waggons, getaktetere Taktung: Mehr Platz für Potsdamer Pendler

Am 3. Advent erwartet Pendler von und nach Potsdam ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk: Mit dem Fahrplanwechsel am 11. Dezember gibt es neue Verbindungen und bessere Taktungen zwischen Landes- und Bundeshauptstadt. Auf dem Portal des Verkehrsverbundes Berlin Brandenburg (VBB) wird der neue Fahrplan noch nicht angezeigt, die Verbindungen sind aber bereits auf der Website der Deutschen Bahn nachzulesen. Viele Pendler werden sich an die neuen Abfahrtszeiten gewöhnen müssen.

Die wichtigste Änderung betrifft die Strecke des Regionalexpress 1. Die private Ostdeutsche Eisenbahn (Odeg) übernimmt zum Fahrplanwechsel den RE1 von der Deutschen Bahn. Statt bisher zwei verkehren im Berufsverkehr zwischen Brandenburg/Havel und Frankfurt (Oder) drei Züge pro Stunde. Künftig werden 15 sechsteilige und 12 vierteilige Züge auf der Strecke verkehren und deutlich mehr Platz für die Fahrgäste bieten.

Da die Desiro-Triebzüge keine Lokomotive haben, ist der Antrieb in die Waggons eingebaut. Dadurch passen mehr Waggons in die kürzeren Bahnhöfe. In den sechsteiligen Zügen stehen 637 Sitzplätze zur Verfügung. Einer der drei Züge pro Stunde wird aus zwei gekoppelten vierteiligen Zügen mit insgesamt 800 Sitzplätzen bestehen. Die Züge kommen von Siemens, wo Odeg sie 2019 für über 300 Millionen Euro bestellt hat. Mit der Frequenzerhöhung wird für Potsdam eine langjährige Forderung erfüllt.

Zukünftig verkehren zwischen 5:30 Uhr und 9:50 Uhr im 20-Minuten-Takt Züge vom Potsdamer Hauptbahnhof in Richtung Berlin. Dies gilt auch zwischen 13:30 Uhr und 18:50 Uhr. In umgekehrter Richtung kommen Züge aus Berlin in der Hauptverkehrszeit um 12, 30 und 52 Minuten am Potsdamer Hauptbahnhof an – zumindest laut Fahrplan. Um das Ganze für Umsteiger etwas spannender zu gestalten, halten nicht alle Züge in Berlin-Charlottenburg. In der Zeit dazwischen fährt der RE1 zweimal pro Stunde – allerdings nicht halbstündlich, sondern immer zur 30. und 50. Minute.

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Stündlich von Golm zum BER

Wenn Sie etwas mehr Komfort suchen, können Sie sich auch den Intercity gönnen, wenn es Ihnen zeitlich passt. Denn auch der IC von Cottbus nach Norddeich (Mole) an der Nordsee fährt über die Trasse der Berliner Stadtbahn und kann mit einem regulären Nahverkehrsticket des VBB bis Potsdam genutzt werden. Der Zug aus Cottbus erreicht den Potsdamer Hauptbahnhof um 7.59 Uhr. Abends können Sie den Zug um 18.01 Uhr in Richtung Berlin nutzen. Im Zugfahrplan versteckt er sich als RE56.

Eine weitere Alternative ist die Regionalbahnlinie 23. Sie fährt regelmäßig im Stundentakt von Golm über den Potsdamer Hauptbahnhof und die Berliner Stadtbahnlinie zum Flughafen BER. Im Gegensatz zu den Zügen des Regional Express hält die RB23 immer in Potsdam Park Sanssouci, Charlottenhof und Griebnitzsee und eignet sich als Verbindung zwischen den Hochschulstandorten. Der Zug verlässt den Potsdamer Hauptbahnhof in Richtung Berlin alle 42 Minuten und umgekehrt alle 18 Minuten nach Golm.

Ob sich der Zug als Flughafenzubringer ab Potsdam eignet, ist allerdings eher zweifelhaft. Die RB23 benötigt vom Terminal bis zum Potsdamer Hauptbahnhof 65 Minuten. Eine Viertelstunde schneller ist die RB22, die von Potsdam über Golm und Ludwigsfelde-Struveshof zum BER führt. Auch dieser Zug fährt stündlich, am Potsdamer Hauptbahnhof jede Minute 47.

Eine weitere Innovation ist der neue RB21. Bisher endeten Züge aus Potsdam in Wustermark. In Gegenrichtung wurden sie zur Hauptverkehrszeit bis zur Berliner Friedrichstraße verlängert. Aber wegen der dichteren Taktung des RE1 ist dafür kein Platz mehr. Die Stadtbahnstrecke zwischen Charlottenburg und Berlin Ostbahnhof ist chronisch überlastet. Für Fern- und Regionalzüge gibt es in jede Richtung nur ein Gleis.

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Nun wird die Verbindung nach Berlin sozusagen am anderen Ende angeschlossen: Ab dem Fahrplanwechsel fährt die RB21 stündlich von Potsdam Hauptbahnhof über Golm nach Spandau und Berlin-Gesundbrunnen. Stark frequentierte Knotenpunkte wie Charlottenburg, Zoologischer Garten, Berlin-Hauptbahnhof und Friedrichstraße erreicht dieser Zug zwar nicht, aber immerhin eine direkte Verbindung in den Berliner Norden. Der Zug fährt stündlich um 35 Minuten vom Potsdamer Hauptbahnhof ab und kommt um 19 Minuten in umgekehrter Richtung in Potsdam an.

Allerdings hat der Zug mit seiner buchstäblich quer durch die Dörfer verlaufenden Strecke einen entscheidenden Nachteil: Die Fahrzeit beträgt 64 Minuten. Jede Verbindung vom Potsdamer Hauptbahnhof selbst mit der S-Bahn und einem Umsteigen ist schneller. Langfristig soll die RB21 nicht die Potsdamer Innenstadt mit Berlin verbinden, sondern den Potsdamer Norden. Wie berichtet, verschönert die Stadt deshalb den Bahnhof Marquardt. Geplant ist ein Park-and-Ride-Parkhaus mit 100 Stellplätzen, davon zehn mit Stromsäulen. Außerdem entstehen eine neue Buswendeschleife und 60 Stellplätze für Fahrräder sowie eine nextbike-Fahrradverleihstation.

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