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Millionen Tonnen Getreide stecken in der Ukraine fest, sagt ein deutscher UN-Beamter

Der Direktor des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen in Deutschland hat davor gewarnt, dass Millionen Tonnen Getreide in der Ukraine festsitzen, weil Seehäfen durch russische Militäraktionen blockiert werden.

Martin Frick sagte, dass etwa 4,5 Millionen Tonnen Getreide in Containern in ukrainischen Häfen aufgrund unsicherer oder besetzter Seewege, von denen einige vermint waren, sowie unzugänglicher Häfen nicht umgeschlagen werden konnten.

„Keines der Getreide kann im Moment verwendet werden. Es sitzt einfach da“, sagte Frick der Deutschen Nachrichtenagentur dpa.

Die Ukraine ist einer der weltweit führenden Weizenproduzenten und ein bedeutender Maisproduzent. Nach Angaben der Vereinten Nationen wurden im Jahr 2020 im Land etwa 30 Millionen Tonnen Mais und etwa 25 Millionen Tonnen Weizen geerntet. Vor allem viele Länder in Nordafrika sind bei ihrer Grundnahrungsmittelversorgung auf preiswerten Weizen aus der Ukraine angewiesen.

„Die Welt braucht diese Lebensmittel aus der Ukraine dringend“, sagte Frick.

Trotz der noch reichlich verfügbaren Ernten in der Ukraine musste das Welternährungsprogramm (WFP) nach Angaben des Welternährungsprogramms (WFP) seit Beginn der Invasion am 24. Februar 2,5 Millionen Ukrainer mit Nahrungsmitteln versorgen – die meisten von ihnen auch in der Ukraine wie mehrere Hunderttausend im benachbarten Moldawien.

„Nahrungsmittel müssen diejenigen in der Ukraine erreichen, die in der Falle sitzen und Not leiden. Aber gleichzeitig besteht die Notwendigkeit, andere Teile der Welt mit Nahrungsmitteln zu versorgen, die sie aus der Ukraine erwarten, um eine globale Ernährungskrise abzumildern“, sagte Frick.

Der Zugang zu den Häfen sowohl für eingehende als auch für ausgehende Waren sei gesperrt, sagte er. Er fügte hinzu, er befürchte, dass Nahrungsmittelvorräte als Waffe in dem Konflikt eingesetzt würden. „Hunger darf nicht als Waffe eingesetzt werden, weder aus militärischer noch aus wirtschaftlicher Sicht“, sagte er.

Der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz hat auf die Ernährungskrise reagiert, indem er versprochen hat, dass Deutschland eingreifen und helfen werde, wo es infolge des Krieges zu Nahrungsmittelknappheit kommt, und vor der starken Möglichkeit einer globalen Ernährungskrise gewarnt.

„Dieser Krieg wird Konsequenzen haben, Konsequenzen auf der ganzen Welt“, sagte er am Sonntag und wandte sich an Demonstranten, die ihn beschuldigten, den Krieg verlängert zu haben, indem er Waffen ins Land schickte. „Wir müssen uns gerade jetzt damit befassen, dass es Menschen gibt, die verhungern werden, dass es Länder gibt, die sich kein Getreide für ihre Bevölkerung leisten können und dass diese ganze Kriegssituation zu einer weltweiten Hungerkrise führen könnte.“

Die deutsche Regierung und DB Cargo, die Logistiksparte des nationalen Bahnbetreibers, haben letzte Woche bestätigt, dass geplant ist, blockierte Getreidelieferungen sowie Lieferungen in andere Teile des Landes in Höhe von rund 20 Millionen Tonnen über das Land verlassen zu können Schienen wurden bearbeitet.

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Der Plan, der als „Getreidbrücke“ oder „Kornbrücke“ bezeichnet wird, sieht eine Zusammenarbeit zwischen der Ukrainischen Eisenbahn und den nationalen Eisenbahnbetreibern Polens, der Tschechischen Republik, der Slowakei und Rumäniens vor, um ein Netzwerk miteinander verbundener Strecken in ganz Europa zu gewährleisten.

„Wir arbeiten derzeit an konkreten Details, wie die Getreidebrücke konkret realisiert werden könnte“, sagte Michael Theurer, Parlamentarischer Staatssekretär im Verkehrsministerium, dem Handelsblatt. Neben den logistischen Herausforderungen, so Theurer, seien unter anderem die Finanzierung der Maßnahmen und rechtliche Fragen zur Wettbewerbsneutralität Knackpunkte des vom Finanz-, Landwirtschafts-, Wirtschafts- und Entwicklungsministerium ausgearbeiteten Plans.

Die Züge, die in die Ukraine geschickt würden, würden auch dringend benötigte landwirtschaftliche Maschinen, einschließlich Traktoren und Ersatzteile, bringen, um Landwirte bei der Aussaat von Sommerfrüchten zu unterstützen.

Der Einsatz ist eine Fortsetzung der im März gestarteten Aktion „Eisenbrücke für Hilfsgüter“ von DB Cargo. Jeder Zug kann 52 Container transportieren, was mehreren tausend Tonnen Hilfsgütern entspricht.

Quelle: TheGuardian

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