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Tempelhof-Schöneberg

Kranzniederlegung zum Gedenken an Hatun Sürücü

Pressemitteilung Nr. 034 vom 5. Februar 2021

Gemeinsame Pressemitteilung des Bezirksamtes Tempelhof-Schöneberg und der Berliner Arbeitsgruppe gegen Zwangsheirat und

Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler legte am 5. Februar 2021 zusammen mit Bezirksvorsitzendem Stefan Böltes und dem Vorsitzenden der Berliner Arbeitsgruppe gegen Zwangsheirat in Erinnerung an Hatun Sürücü einen Kranz auf den Gedenkstein.

Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler:
Ich möchte allen danken, die jeden Tag daran arbeiten, dass Mädchen und junge Frauen in ihren Familien nicht länger unterdrückt werden und / oder keine Gewalt erfahren müssen.

Am 7. Februar 2005 wurde Hatun Sürücü im Alter von 23 Jahren von ihrem jüngeren Bruder auf der Straße in Berlin-Tempelhof erschossen. Sie wollte ein freies und selbstbestimmtes Leben führen und verstieß damit absichtlich gegen die strengen Regeln und traditionellen Standards von Ehre ihrer Familie.
Auch 16 Jahre nach dem Tod von Hatun Sürücü sind insbesondere Mädchen und junge Frauen von Unterdrückung und Zwang betroffen. Die Betroffenen sind von der aktuellen Koronapandemie besonders betroffen. Wo sonst Lehrer, Freunde oder Sozialarbeiter ein offenes Ohr für die Ängste und Wünsche von Mädchen und jungen Frauen hatten, mangelt es heute oft an einer engen Kommunikation untereinander. Umso wichtiger ist die Berliner Arbeitsgruppe gegen Zwangsheirat. Die Berliner Anti-Gewalt-Projekte, Krisen- und Zufluchtsorte, TERRE VON FEMMES, Helden, der Lesben- und Schwulenverein Berlin-Brandenburg, Frauenhäuser, Schulen, Anwälte, Berliner Polizei, Jugendämter und Arbeitsämter sowie die für Frauenpolitik zuständige Senatsverwaltung. Die Arbeitsgruppe macht wiederholt auf das Thema aufmerksam und sensibilisiert damit die Öffentlichkeit und die Fachkräfte. Mädchen und junge Frauen bemerken auch, dass sie nicht allein sind und eher Hilfe und Unterstützung suchen.

Zu den Mitgliedern der Berliner AK gegen Zwangsheirat gehören:

PAPATYA, Kriseneinrichtung für Mädchen und junge Frauen mit Migrationshintergrund.

Als interkulturelles Frauenteam schützen wir Mädchen und junge Frauen an einer geheimen Adresse, damit Fälle wie die von Hatun Sürücü nicht erneut auftreten. Wir beraten durch unsere Online-Beratung SIBEL im Falle familiärer Probleme und schützen Sie die Betroffenen unseres Koordinierungsbüros vor Entführung, damit sie nicht gegen ihren Willen im Herkunftsland der Familie zurückgelassen werden.

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Elişi Evi eV
Interkulturelle Beratung und Bildungsangebote für Frauen und Mädchen –

Elişi Evi eV bietet Beratungs- und Präventionsworkshops zum Thema Zwangsheirat an Berliner Schulen an.

Helden – Gegen Unterdrückung im Namen der Ehre für Gleichberechtigung ist ein Projekt zur Gleichstellung von Gewaltprävention, bei dem junge Männer, die aus ethischen Milieus stammen, andere junge Menschen mit Rollenspiel-basierten Peer-to-Peer-Workshops einladen, um über Ehre und streng patriarchalische Strukturen in der Gesellschaft zu diskutieren mit ihnen zu diskutieren, um ihnen mehr Raum für unterschiedliche Perspektiven und alternative Vorgehensweisen zu geben.

WILDES WASSER eV

Mädchen und (junge) Frauen, die es wagen, ihre Familien zu verlassen, müssen parallel oder nach Unterstützung durch das Jugendamt oder Frauenhäuser ausreichend Wohnraum erhalten. Wenn sie die Stützstrukturen verlassen, kehren sie manchmal zu alten, gefährlichen Strukturen zurück, weil sie ihre eigene Perspektive nicht entwickeln können.

Rechtsanwalt Gabriela Lakatos

Das Schicksal von Hatun Sürücü zeigt, wie wichtig der Kampf gegen Zwangsheirat ist. Die Einführung von § 237 StGB, mit dem Zwangsheirat schließlich nicht mehr als bloßer Zwang angesehen wurde, sondern eine Straftat als eigenständige Straftat darstellte, war ein großer Schritt zur wirksamen Unterstützung dieses Anliegens. Das Gedenken an Hatun Sürücü am Tag ihres Todes sollte jedoch immer mit dem Aufruf verbunden sein, die gemeinsame Präventionsarbeit mit Engagement fortzusetzen, damit die Fälle von Zwangsheirat in Zukunft immer seltener werden.

TERRE VON FEMMES setzt sich seit Jahrzehnten im Namen der Ehre gegen Zwangsheirat und Gewalt ein.

Wir bilden die Öffentlichkeit aus und bilden Fachkräfte aus, führen Präventionsarbeiten an Schulen durch, leisten in Einzelfällen spezifische Hilfe und kämpfen dafür, dass sich die Gesetze zugunsten der Betroffenen ändern.

LKA – Die Zentralstelle für Prävention ist seit 2002 Mitglied der Berliner AK gegen Zwangsheirat und unterstützt die Arbeit aktiv.

MEILEN

Die Lesben- und Schwulenvereinigung unterstützt auch Opfer von Gewalt im Namen der Ehre und der Zwangsheirat. Wir hoffen, dass die im Koalitionsvertrag versprochene Krisenwohnung rechtzeitig für Homosexuelle und Transgender geöffnet werden kann, damit wir diesen Menschen endlich einen angemessenen Schutz garantieren können.
sagt Aileen Kakavand, Leiterin des Zentrums für Migranten, Lesben und Schwule (MEILEN).

TIO

Das Thema Zwangsheirat und Gewalt im Namen der Ehre ist in Berlin nach wie vor sehr aktuell. Betroffene Frauen und Mädchen, aber auch junge Männer, die von dieser Menschenrechtsverletzung betroffen sind, wenden sich an die Beratungsstelle TIO eV TIO eV fordert eine landesweite Erweiterung des bestehenden Unterstützungssystems durch die Eröffnung regelmäßig finanzierter spezifischer Fachberatungsstellen gegen Zwangsheirat / GBE für alle Geschlechter und fachspezifische pauschale Zufluchtsorte für betroffene junge Erwachsene in Berlin.

Das Opferhilfe BERLIN eV berät Opfer und Zeugen von Straftaten und deren Angehörigen bei allen Straftaten, unabhängig von Alter, Geschlecht und Herkunft, in ihren individuellen Anliegen.

Viele Mädchen und Jungen leiden unter Gewalt und Druck in ihren Familien und dürfen keine selbstbestimmten Entscheidungen über ihr Leben treffen. Wir möchten dem ein Beispiel geben!

Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege, Chancengleichheit, Sektion Frauen in besonderen Konflikten und Lebenssituationen
BCA, Arbeitsamt Friedrichshain-Kreuzberg
MEG– betreutes Wohnen
CLUBHOME MUT Wohnprojekt
FRAUENKRISENTELEFON
TÜRKISCH FRAUENVERBAND
ZUFF eV
Frauenhaus COCON
ZWEI FRAUENHAUS
BERABERCE Mädchenclub
DAMEN NACHT CAFE
und viele andere

Koordination der Berliner Arbeitsgruppe gegen Zwangsheirat durch:

Frauen- und Chancengleichheitsbeauftragte
Petra Koch-Knöbel
Telefon: (030) 902984111
Schreiben Sie eine E-Mail an Frau Koch-Knöbel

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Inspiriert von Berliner Pressemitteilung.

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