Treptow-Köpenick

Keine Zufahrt zum Müggelseedamm 8-10 für die Untere Denkmalschutzbehörde

Keine Zufahrt zum Müggelseedamm 8-10 für die Untere Denkmalschutzbehörde

Pressemitteilung vom 27. Oktober 2021

Das Oberverwaltungsgericht hat im Eilverfahren in der Nacht zum 26. Oktober 2021 entschieden, dass der Besuch der sog BVG-Villa am Müggelseedamm 8-10 ist vom Unteren Denkmalschutzamt untersagt. Einen herben Rückschlag erlitt das Landratsamt in seinem Engagement für den Denkmalschutz in Treptow-Köpenick.

Die nach dem Bauherrn, dem Bankier Carl Miether, benannte Villa wurde 1874 erbaut und weist noch heute eine Einheit zwischen Garten und Wohnhaus mit Remise für Berlin auf. Auch die Innenausstattung ist unter anderem mit auf Leinwand gemalten Deckenbildern hervorzuheben, die sehr empfindlich auf Klimaschwankungen reagieren.

Durch die Besichtigung der Immobilie soll Kenntnis über den aktuellen Zustand des Denkmals erlangt werden. Nach Einschätzung des Landratsamtes befinden sich das Denkmal und das Gartendenkmal in einem Zustand, der dringend Instandhaltungs- und Instandsetzungsmaßnahmen erfordert. Das Bau- und Gartendenkmal war bereits Anfang der 2000er Jahre sanierungsbedürftig, seitdem sind keine baulichen Maßnahmen mehr bekannt. Die Untere Denkmalschutzbehörde wirbt seit mehreren Jahren und mit großem personellen Aufwand für einen Besuch des Denkmals, um die Situation vor Ort aus historischer Sicht beurteilen zu können. Nach mehreren erfolglosen Versuchen, sich Zugang zum Denkmal zu verschaffen, erließ das Landratsamt im Juni 2021 eine Duldung für das Betreten und die Besichtigung von Grundstücksteilen und Gebäudeteilen. Das Datum war darin fixiert; die Gründe für die Anordnung wurden ausführlich dargelegt.

Am späten Nachmittag des 26. Oktober 2021 wandte sich ein mutmaßlicher Bewohner der Liegenschaft mit einem Antrag auf einstweiligen Rechtsschutz gegen den auf den 27. Oktober 2021 angesetzten Besichtigungstermin durch die Behörden.

Der Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts ging eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts Berlin gegen den Eigentümer des Denkmals voraus, die vom Landratsamt genehmigt wurde und die Besichtigung für zulässig hält. Das Oberverwaltungsgericht begründete seine gegenteilige Entscheidung zugunsten des anderen mutmaßlichen Bewohners im Wesentlichen mit einer fehlenden Duldung dieser Person und der Unverletzlichkeit der Wohnung, die hier auch den Keller und das Treppenhaus umfasst und bis zum Gartenzaun reicht. In der vorläufigen Würdigung durch das Gericht, die unter extremem Zeitdruck erfolgen musste, wird diesem Grundrecht mehr Gewicht beigemessen als dem Denkmalschutz. Ob das Haus tatsächlich bewohnt war, konnte in der kurzen Zeit nicht festgestellt werden.
Die Untere Denkmalschutzbehörde wird nun prüfen, wie die Entscheidung zu beurteilen ist und ob und welche anderen Möglichkeiten bestehen, dieses im öffentlichen Interesse liegende wertvolle Denkmal zu schützen.

Landrat Rainer Hölmer: „Der Denkmalschutz liegt im Interesse der Gemeinde, um wichtige und einzigartige Kulturgüter zu erhalten. Denn hier gilt einfach: Was weg ist, ist weg. Die Situation und ihre Geschichte zeigen deutlich, welche Herausforderung der Denkmalschutz in Privatbesitz sein kann. ”

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Inspiriert von Berliner Pressemitteilung.

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