Friedrichshain-Kreuzberg

Gemeinsam gegen Gewalt gegen Frauen: Plakataktion und Notfallflyer für Frauen und Mädchen in Gewaltsituationen in lokalen Lebensmitteldiscountern

Gemeinsam gegen Gewalt gegen Frauen: Plakataktion und Notfallflyer für Frauen und Mädchen in Gewaltsituationen in lokalen Lebensmitteldiscountern

Pressemitteilung Nr. 314 vom 22.11.2021

Der Internationale Tag gegen Gewalt gegen Frauen am 25. November 2021 steht im Mittelpunkt der nun fast zwei Jahre andauernden Corona-Pandemie. Corona verschärft bestehende Probleme, insbesondere für Frauen. Für einige bedeutete der Lockdown mit Homeschooling und Kinderbetreuung „nur“ zusätzliche Arbeit. Für viele andere wurde der Lockdown in den eigenen vier Wänden lebensgefährlich.

Um möglichst viele Frauen und Mädchen zu erreichen, die von häuslicher Gewalt, sexuellem Missbrauch und Zwangsheirat betroffen sind, sind die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten des Bezirks und die Gleichstellungsbeauftragten des Jobcenters Friedrichshain-Kreuzberg Start einer Plakataktion mit Notfallflyern in allen Lebensmitteldiscountern im Kreis.

„Wir wissen, dass viele Frauen und Mädchen mit häuslicher Gewalt, sexuellem Missbrauch oder Zwangsheirat vertraut sind – sei es aus eigener Erfahrung oder aus ihrem Umfeld. Deshalb wollen wir mit der Plakataktion und den Notfallflyern in den Lebensmittelmärkten auf das breite Angebot an Beratungsangeboten und Kriseneinrichtungen aufmerksam machen“, so Petra Koch-Knöbel, Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte.

Ulrike Spieler, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt (BCA) im Jobcenter Berlin Friedrichshain-Kreuzberg: „Selbst während des strengsten Lockdowns waren Supermärkte immer die Anlaufstelle für Frauen. Wir freuen uns daher, dass Sie nun nebenbei Informationen zu Hilfesystemen bekommen. Es gibt Wege aus der Gewalt. Doch gerade im letzten Jahr ist überdeutlich geworden, wie wichtig es ist, verlässliche, niedrigschwellige und manchmal unauffällige Informationen darüber zu erhalten. ”

„Häusliche Gewalt betrifft leider Mädchen und Frauen auf der ganzen Welt – auch in unserem Bezirk. Die Zahlen des Vorjahres sind erschreckend und wir als Gesellschaft müssen alles tun, um dies zu verhindern. Ich freue mich daher über das niedrigschwellige Informationsangebot in Supermärkten in unserem Kreis. Hier erreichen wir viele unterschiedliche Frauen in ihrem Alltag und können sie nebenbei über Hilfen und Anlaufstellen informieren“, erklärt Landrätin Clara Herrmann.

Häusliche und partnerschaftliche Gewalt ist ein ernstes Problem in unserer Gesellschaft. Die Zahl der Fälle häuslicher Gewalt stieg in Berlin laut Polizei um 682 von 15.645 im Vorjahr auf 16.327 gemeldete Fälle im Jahr 2020. Auch in unserem Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg verzeichnete die Polizei im Jahr 2020 831 gemeldete Fälle häuslicher Gewalt .

Von einer deutlich höheren Dunkelziffer ist auszugehen. Das Hilfesystem für gewaltbetroffene Frauen, das gewisse Rückschlüsse auf die Dunkelziffern zulässt, verzeichnete im Zusammenhang mit den pandemiebedingten Einschränkungen eine deutlich höhere Nutzung: Nach den ersten Lockerungen im April 2020 kam es zu einem Anstieg der ruft an die GROSS-Hotline (Berliner Initiative gegen Gewalt gegen Frauen – GROSS eV) um 33 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die von der Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung (SenGPG) eingerichtete Notunterkunft für Opfer häuslicher Gewalt wurde und wird überproportional genutzt. Die Gewaltschutzambulanz der Charité Berlin meldete im Juni 2020, dass 30 Prozent mehr Fälle von häuslicher Gewalt und Kindesmissbrauch dokumentiert wurden.

Der Notfallflyer und die Broschüre „Beratungs- und Anlaufstellen für Frauen und Mädchen in Gewaltsituationen“ der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten informieren über die vielfältigen Beratungs- und Krisenangebote für Frauen und Mädchen in Gewaltsituationen und zu Themen wie Zwangsheirat , Menschenhandel und Stalking.

Die Broschüre und der Notfallflyer stehen allen Bürgern zur Verfügung. Sie sind bei der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten erhältlich oder finden Sie in der jeweils aktuellen Fassung auf der Kreishomepage der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten:
www.berlin.de/ba-friedrichshain-kreuzberg/politik-und-verwaltung/beauftragte/gleichstellung/aktuelles.

Kontaktpersonen

Petra Koch-Knöbel
Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte
Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg
Telefon: (030) 90298-4111

Ulrike-Spieler
Beauftragter für Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt beim Jobcenter Berlin Friedrichshain-Kreuzberg
Telefon: (030) 5555 44 6450

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Haben Sie Gewalt erlebt oder erleben Sie sie noch?
Hilfe suchen!

  • Hilfe-Hotline Gewalt gegen Frauen: 0800 116 016
  • GROSS Hotline: 030 611 03 00

    .

Inspiriert von Berliner Pressemitteilung.

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