Berlin

Fünf Millionen Euro für Brandenburgs Dörfer: Staatskanzlei Potsdam fördert 71 Zukunftsprojekte

Der Bus fährt nur zweimal am Tag – und hält nicht in allen Dörfern der Region. Deshalb will Matthias Schulling, Bürgermeister der Gemeinde Uckerland ganz im Norden Brandenburgs, Carsharing mit Elektroautos anbieten.

Er war am Montag zu Gast in der Potsdamer Staatskanzlei. Denn seine Gemeinde ist eine von insgesamt 71 Gemeinden, die eine Förderung aus dem Programm „Zusammenhalt in kleinen Gemeinden“ erhalten haben.

Mit insgesamt fünf Millionen Euro unterstützt die Staatskanzlei Potsdam innovative und nachhaltige Projekte im ländlichen Raum. Mit insgesamt 58.500 Euro will das Land die Elektromobilität im Uckerland fördern. Dafür will die Gemeinde ein Auto kaufen, das dann von Ehrenamtlichen gefahren und von allen Bürgern genutzt wird.

„Unsere Herausforderung ist, dass Mobilität derzeit nicht für alle Einwohner der Gemeinde verfügbar ist“, sagt Schulling. Gleichzeitig lebten im Uckerland nur 16 Einwohner pro Quadratkilometer. Der vorhandene Nahverkehr kann ein solches Gebiet nicht versorgen.

„Das ist wirtschaftlich nicht machbar“, sagt Schulling. Mit dem geplanten Carsharing-Projekt könnten auch Jugendliche in den Club oder ältere Menschen ohne Auto in die benachbarten Kleinstädte gefahren werden.

Geld für Dorfgemeinschaftshaus und Mobilitätscampus

Auch viele andere Kleinstädte des Landes profitieren von der Förderung: Im Prenzlauer Stadtteil Blindow wird beispielsweise die Überdachung eines Bühnenvorplatzes aus dem Kohäsionstopf gefördert. In Fürstenwerder erhielt die evangelische Kirchengemeinde 149.400 Euro für das Projekt „Kultur im Pfarrgarten“, in Blüthen in der Prignitz gingen 90.000 Euro an die Kirchengemeinde für den Umbau eines Wirtschaftsgebäudes.

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Der Verein „Sükower Landleben“ im Stadtteil Sükow Perleberg erhielt 128.000 Euro für ein multifunktionales Dorfgemeinschaftshaus und die Gemeinde Groß Pankow 134.985 Euro für die Sanierung der Turnhalle in Lindenberg.

In Potsdam-Mittelmark erhält die Gemeinde Wiesenburg 150.000 Euro für digitale Ansageboxen und der Verein „Smart Village“ in Hagelberg, einem Stadtteil von Bad Belzig, 149.000 Euro für einen Mobilitätscampus. Auch Spielplätze, Leitsysteme, die Neugestaltung eines Dorfangers oder die Aufstellung alter Telefonzellen als „Bücherboxen“ im ländlichen Raum werden gefördert.

Nur 71 von 184 Anträgen genehmigt

Doch für viele Kleinstädte bleibt ein Wermutstropfen: Am Ende sind sie trotz durchaus kreativer Projekte zu nichts gekommen. Insgesamt gingen 184 Anträge ein, nur 71 wurden bewilligt. „Deshalb haben wir nur einen Antrag pro Kommune zugelassen“, sagt die Ministerin in der Staatskanzlei, Katrin Schneider. Die Bewerbungen wurden anschließend von einer sechsköpfigen Jury ausgewählt.

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Zu seinen Mitgliedern gehörten Hanka Mittelstädt, Geschäftsführerin von Pro-Agro, und Frank Schütz vom Verein Dorfbewegung. „Offensichtlich reichte das Geld nicht aus, um alle Projekte zu genehmigen“, sagt Julia Schultheiss vom Landesjugendring. „Um möglichst viele Projekte fördern zu können, haben wir daher zunächst nach Projekten gesucht, die sich nicht um die maximal mögliche Förderung von 150.000 Euro beworben haben.“ Ob das Programm fortgesetzt werden soll? Eine entsprechende Zusage von Schneider gab es am Montag nicht.

Anders sieht es bei der SPD-Bundestagsfraktion aus, die das Programm bei der Ausgestaltung des künftigen Investitionsfonds mit auf den Weg gebracht hat. „Ich freue mich sehr, dass wir auf Initiative der SPD-Bundestagsfraktion nun innovative und wegweisende Projekte in allen Teilen Brandenburgs mit fünf Millionen Euro unterstützen können“, sagte Fraktionsvorsitzender Daniel Keller. Seine Fraktion wäre bereit, im Rahmen des Doppelhaushalts über eine Fortsetzung zu diskutieren. Allerdings müssten dann die nötigen Mittel zur Verfügung stehen.

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