Mitte

Ergebnisse der Umfrage unter älteren Menschen im Bezirk Mitte (LISA II) veröffentlicht

Pressemitteilung Nr. 037/2021 vom 5. Februar 2021

Der Bezirksrat für Stadtentwicklung, Soziales und Gesundheit, Ephraim Gothe, informiert:

Nach nunmehr zehn Jahren führte das Bezirksamt Mitte 2019 eine zweite Befragung der älteren Bevölkerung im Bezirk durch. Der Fragebogen von Anfang an LISADie Studie (2009) wurde in einer breit gefächerten Arbeitsgruppe von Akteuren aus dem Distrikt aktualisiert und an eine randomisierte Stichprobe (10 Prozent = ca. 6.800) der rd. 66.000 über 60-jährige Einwohner von Mitte. Insgesamt 1.592 ältere Bürger, dh 2,4 Prozent der älteren Bevölkerung im Distrikt, füllten den Fragebogen aus. Die Studie wurde im Rahmen der Gesundheits- und Sozialberichterstattung des Distrikts durchgeführt und ausgewertet.

Wichtige Ergebnisse der Studie sind:

Das LISA II Befragte fühlten sich in ihrer Nachbarschaft recht wohl (insgesamt 1,60 auf einer Skala von 1 bis 5). So ist es nicht verwunderlich, dass ihre durchschnittliche Aufenthaltsdauer respektable 23,9 Jahre betrug. Die Tatsache, dass 12,7 Prozent der Befragten nicht mehr als wöchentlich oder selten Kontakt zu anderen Menschen haben, birgt das Risiko der Einsamkeit. Allein lebende Menschen sind besonders gefährdet: Nur 41,6 Prozent haben tägliche Kontakte und 23 Prozent haben höchstens wöchentliche Kontakte oder weniger. Deutlich mehr Befragte (20,1 Prozent) zeigten einen riskanten Alkoholkonsum als der landesweite Vertreter GEDAStudie (rund 15 Prozent). Besonders auffällig ist hier das umgekehrte soziale Gefälle: Je höher die soziale Klasse oder das Bildungsniveau, desto höher der Anteil der Befragten mit riskantem Alkoholkonsum. In dem LISA Die II-Studie zeigte, dass die Befragten, die im Alltag am aktivsten waren, weniger wahrscheinlich übergewichtig waren und signifikant seltener auf Depressionen zurückzuführen waren (HADS) sowie eine Reihe anderer chronischer Krankheiten waren betroffen. Dies gibt wichtige Impulse für die Gesundheitsförderung im Alter. Bei der Inanspruchnahme medizinischer Versorgung fällt auf, dass in einigen Gruppen von Befragten größere Anteile älterer Menschen entweder ihren Hausarzt oder Zahnarzt überhaupt nicht oder nur sehr oft innerhalb eines Jahres ihren Zahnarzt besuchten. Dies betrifft tendenziell Männer, sozial benachteiligte ältere Menschen und auch ältere Menschen ZWEI – In Bezug auf den Zahnarzt gilt dies insbesondere für ältere Menschen aus der Türkei. Ältere Menschen mit Einwanderungserfahrung (ZWEI) waren häufiger sozial benachteiligt und stärker von Depressionen und chronischen Krankheiten betroffen als Deutsche ohne Depressionen ZWEI. Dies war insbesondere bei Befragten aus der Türkei der Fall. Insbesondere sozial benachteiligte Menschen, Befragte mit Einwanderungserfahrung und ältere Befragte (80+) nutzen die Notaufnahme des Krankenhauses stärker. Es fällt jedoch auf, dass die häufiger von sozial benachteiligten älteren Menschen und Menschen mit ZWEI ist auch mit einer geringeren Erwartung verbunden, im Notfall einen Hausbesuch vom Hausarzt zu erhalten. Obwohl rund 80 Prozent der Befragten Zugang zum Internet hatten, ist das Internet nur eine potenzielle Ressource für ältere Menschen. In der Praxis surfen nur 50 Prozent der Befragten regelmäßig im Internet. Die älteren Menschen in Mitte nutzen E-Mails (59,2 Prozent) etwas häufiger als soziale Medien (54,6 Prozent), um Kontakte zu pflegen, aber beide werden von den „jüngeren“ Befragten (60-70-Jährige) deutlich häufiger genutzt . Es sollte auch berücksichtigt werden, dass ältere Menschen, die alleine und mit schweren Behinderungen leben, die neuen elektronischen Medien nur seltener nutzen.

Das LISA Die II-Studie umfasste eine weitreichende Bestandsaufnahme der Gesundheits-, Sozial- und Wohnsituation der über 60-jährigen Bevölkerung im Distrikt und bildet eine fundierte Datenbank für die Arbeit in einer Reihe von Arbeitsbereichen im Distrikt, insbesondere in geriatrische Pflegekoordination und im Bereich „Gesundheit im Alter“.

„An dieser Stelle möchte ich mich auch bei allen bedanken, die an der teilgenommen haben LISA II Umfrage war beteiligt – insbesondere unsere Sponsoren und natürlich die Befragten “, sagte Bezirksrat Gothe.

Der Bericht ist unter https://www.berlin.de/ba-mitte/politik-und-verwaltung/service-und-organisationseinrichtungen/qualitaetsentwicklung-planung-und-koordination-des-oefflichen-gesundheitsdienstes/publikationen/ bereit zum Download.

Medienkontakt:
Bezirksamt Mitte, Bezirkshauptstadt Ephraim Gothe, Tel.: (030) 9018-44600

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Inspiriert von Berliner Pressemitteilung.

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