Treptow-Köpenick

Einweihung einer Gedenktafel zum Schauprozess gegen die junge Schmöckwitzer Gemeinde vor 60 Jahren am 21. August 2021

Einweihung einer Gedenktafel zum Schauprozess gegen die junge Schmöckwitzer Gemeinde vor 60 Jahren am 21. August 2021

Pressemitteilung vom 06.08.2021

Am 18. August 1961, wenige Tage nach dem Bau der innerdeutschen Grenze, brachen Mitglieder der Jungen Gemeinde Schmöckwitz in den frühen Morgenstunden zu einer geplanten Bootsfahrt rund um die Insel Rügen auf.
Die Stimmung an Deck war ausgelassen. Doch kurze Zeit später befahl der Kapitän wegen rauer See die Rückkehr in den Hafen.
Die Jugendlichen, die diese Maßnahme nicht verstanden und an der geplanten Route festhalten wollten, schrieben daraufhin eine schriftliche Anfrage an den Skipper.

Auf diesem Zettel stand geschrieben:

„An Seine Majestät den Admiral SMS „Seebad Binz“ unterbreitete demütig.
Angesichts der guten Stimmung auf dem Oberdeck baten 10 Berliner stellvertretend für die meisten Passagiere, die Fahrt in Richtung Bornholm fortzusetzen. “

Der Kapitän sah die scherzhafte Anfrage als versuchten Entführungs- und Fluchtversuch aus der Republik und informierte den Hafen darüber, was das Ministerium für Staatssicherheit vor Ort gebracht hatte. Die Jugendlichen wurden daraufhin festgenommen. Es folgte ein aufsehenerregender Schauprozess, der mit einer mehrjährigen Haftstrafe für die „Rädelsführer“ endete.
1963 wurden sie von der Bundesrepublik Deutschland freigekauft.
Um die Erinnerung an die Ereignisse rund um die Junge Gemeinde auch künftigen Generationen wachzuhalten, wird am Samstag, 21.08.2021, 15 Uhr, wurde auf Initiative von Bezirksbürgermeister Oliver Igel gemeinsam mit der Evangelischen Kirchengemeinde Schmöckwitz eine Informationstafel eingeweiht.

Die Informationstafel befindet sich vor der Evangelischen Kirche Schmöckwitz.

Bezirksbürgermeister Oliver Igel: „Anlässlich des 60-jährigen Jubiläums des Mauerbaus und der Ereignisse um die Junge Gemeinde Schmöckwitz wird dieses Kapitel der Kirchenfeindlichkeit im DDR erinnert werden. Die Verfolgung dieser und anderer junger Gemeinschaften in der DDR hatten Unrecht. Was den jungen Gemeindemitgliedern aus Schmöckwitz um den 18. August 1961 widerfuhr, sind Paradebeispiele staatlicher Willkür in der DDR und muss verurteilt werden. “

Im Anschluss findet die Einweihung der Infotafel statt in der Halle des SC Seddin, Am Seddinsee 13, 12527 Berlin, erinnert mit folgenden Programmpunkten an die Situation zwischen Staat und Kirche um 1961:

  • 16 Uhr: Vortrag von Prof. Axel Noack, Halle an der Saale: „Staat und Kirche im DDR um 1961″
  • 17 Uhr: Filmvorführung „Meuterei auf Rügen“, Einführung von Hellmuth Henneberg
  • 18 Uhr.: Gespräch mit Prof. Axel Noack, Hellmuth Henneberg und Zeitzeugen

Anlässlich des Jubiläums der Veranstaltung wurde Hellmuth Hennebergs Buch über den Vorfall vom Ortsverein Schmöckwitz nachgedruckt und während der Veranstaltung präsentiert.

Unter dem Motto „Wahrnehmen, was passiert ist, Ungerechtigkeit“ wird am Sonntag auch bei einer Veranstaltung in der Schmöckwitzer Kirche sein 22. August 2021 machte auf die Situation der Flüchtlinge auf Lesbos aufmerksam. Die Berliner Pfarrerin Ute Gniewoss erzählt aus eigener Erfahrung über den Alltag der Geflüchteten und stellt ein Projekt solidarischer Flüchtlingsarbeit vor.

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Inspiriert von Berliner Pressemitteilung.

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