Treptow-Köpenick

Einladung zur Übergabe eines restaurierten Urnengrabfeldes an die Öffentlichkeit

Einladung zur Übergabe eines restaurierten Urnengrabfeldes an die Öffentlichkeit

Pressemitteilung vom 11.08.2021


Vergrößerung: Urnenhain am Friedhof Baumschulenweg

Bild: BA Treptow-Köpenick

  • treffen: Freitag, 13. August 2021, 14:30 Uhr
  • Lage: Alter Gemeindefriedhof Treptow- Baumschulenweg
    Kiefholzstraße 221, Urnenbegräbnisstätte G südlich des Krematoriums
  • Ihre Gesprächspartner:

    • Landeskurator Dr. Christoph Rauhut, Landesdenkmalamt Berlin
    • Leiter des Strassen- und Grünraumamtes Mathias Glüsenkamp, ​​BA Treptow-Köpenick
    • Gartendenkmalkuratorin Gesine Sturm, Landesdenkmalamt Berlin
    • Freiraumplanerin Sandra Klinner, Büro Straßen und Grünflächen der BA Treptow-Köpenick

Das Landesdenkmalamt Berlin und das Landratsamt Treptow-Köpenick haben ein bedeutendes Kleinod der Friedhofskultur restauriert. Auf dem alten Stadtfriedhof Treptow-Baumschulenweg an der Kiefholzstraße liegt ein Urnenhain aus dem Jahr 1913, der lange Zeit völlig verwahrlost und zugewachsen war. Bestattungen finden hier seit Mitte der 1980er Jahre nicht mehr statt. Die Restaurierungsarbeiten begannen im Oktober 2019 und wurden im Juli 2021 abgeschlossen. Das Landratsamt Treptow-Köpenick und das Landesdenkmalamt Berlin haben gemeinsam die Kosten in Höhe von rund 490.000 Euro aufgebracht. Der Gartenbau- und Architekturkomplex aus der Spätkaiserzeit, entworfen vom Kreisgärtnermeister Ernst Harrich, sieht fast aus wie vor über 100 Jahren. Dies ist eines der letzten Zeugnisse einer künstlerisch geprägten Grabkultur, die heute aus der Mode gekommen oder finanziell nicht mehr bezahlbar ist.
Der sogenannte Urnenhain bietet auf drei Ebenen Platz für rund 550 Gräber. Er ist streng gegliedert, zentrales Element ist ein runder Brunnen in diesem versunkenen Garten. Fast 190 Schmuckurnen zeigen die große Formenvielfalt von Historismus, Jugendstil und Art Deco. Dazu gehören auch rund 260 Grabsteine ​​auf Sockeln und knapp 100 Polstersteine ​​aus Sandstein, Kalkstein, Marmor, Travertin, Granit oder Kunststein.

Bevor die Restaurierung im Oktober 2019 begann, war kaum noch etwas zu sehen. Die meisten Schmuckurnen, Sockel und Grabsteine ​​waren umgefallen oder nur teilweise sichtbar. Das Brunnenbecken löste sich in einzelne Segmente auf. Die Begrenzungen der einzelnen Grabfelder aus dunkelroten Klinkersteinen waren durch Bäume und Wurzeln beschädigt oder unvollständig. Nach Entfernung der Bäume und Sanierung der Einfassung erhielten die Wege eine wassergebundene Wegdecke. Die breiten Fugen der Brunnenschale wurden geschlossen. Dank eines Belegungsplans von 1925 konnten die meisten Gräber ihrem ursprünglichen Standort zugeordnet werden. Dort wurden sie wieder auf ein frostsicheres Fundament gestellt und gereinigt. Auch ein barrierefreier Zugang zur gesamten Anlage ist nun möglich.
Ursprünglich plante Kreisgärtnermeister Ernst Harrich, die einzelnen Grabreihen mit Heckenpflanzungen hinter den Gräbern zu gliedern. Daraus leitet sich der Name „Hain“ ab. Aufgrund des hohen Wartungsaufwandes musste auf ihn ebenso verzichtet werden wie auf einen wasserführenden Brunnen.
Die Anlage von Urnenhainen ist das Ergebnis der Einführung der Feuerbestattung, die 1911 in Preußen eingeführt wurde. Im selben Jahr begann der Bau des Krematoriums auf dem alten Stadtfriedhof in Treptow. Nach seiner Fertigstellung im Jahr 1913 wurden um das Krematorium mehrere weitläufige, meist mit Hecken angelegte Urnenfelder angelegt. Bis auf wenige Ausnahmen hat diese aufwendige Konstruktion die Standzeiten nicht überlebt.

Christoph Rauhut, Landeskonservator, begrüßt die gemeinsame Initiative des Straßen- und Grünflächenamtes und des Landesdenkmalamtes / Gartendenkmalpflege sehr. „Die historischen Friedhöfe Berlins sind ein wertvolles Erbe, das wir pflegen müssen. Ich freue mich sehr, dass wir einen der heute seltenen Urnenhaine restaurieren konnten. “

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Inspiriert von Berliner Pressemitteilung.

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