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Die türkische Popsängerin Gülsen wird angeklagt, wegen eines Witzes, den sie über religiöse Schulen gemacht hat, zu Hass aufgerufen zu haben

ISTANBUL – Eine türkische Popsängerin könnte mit bis zu drei Jahren Gefängnis rechnen, nachdem sie am Freitag wegen „Anstiftung zu Hass und Feindschaft“ wegen eines Witzes, den sie über religiöse Schulen im Land gemacht hatte, angeklagt wurde.

Der Singer-Songwriter Gulsen wurde letzte Woche inhaftiert, aber vier Tage später freigelassen und unter Hausarrest gestellt.

Die Anklage beruht auf einem Witz, den die Sängerin während eines Konzerts im April machte, als sie witzelte, dass die „Perversion“ eines ihrer Musiker vom Besuch einer religiösen Schule herrühre. Ein Video des Kommentars der Sängerin kursierte kürzlich in den sozialen Medien, mit einem Hashtag, der ihre Verhaftung forderte.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan und viele Mitglieder seiner islamischen Regierungspartei sind Absolventen religiöser Schulen namens Imam Hatip, die ursprünglich zur Ausbildung von Imamen gegründet wurden.

Die 48-seitige Anklage umfasst 702 Beschwerdeführer, darunter Einzelpersonen, eine regierungsnahe Frauenrechtsorganisation und ein Verein der Religionsschule. Das türkische Strafgesetzbuch stellt die Aufstachelung zu Hass und Feindschaft gegen verschiedene Gruppen in der Gesellschaft aufgrund von Klasse, Rasse, Religion oder Sekte unter Strafe und erfordert eine Gefängnisstrafe in Fällen, die zu einer Bedrohung der öffentlichen Sicherheit führen.

In ihrer Aussage bei der Polizei, die in der Anklageschrift enthalten ist, sagte Gulsen, sie habe mit einem Bandmitglied gescherzt, dessen Spitzname „Imam“ sei, das aber die Schule nicht besucht habe. „Ich habe das nie gesagt, um Schüler von Imam Hatips oder einen Teil unseres Landes zu beleidigen oder zu verunglimpfen. Mein Respekt vor allen Werten und Befindlichkeiten des Landes ist ewig“, sagte sie und wies die Vorwürfe zurück.

Die 46-jährige Sängerin, die mit vollem Namen Gülsen Colakoglu heißt, war zuvor wegen ihrer freizügigen Bühnenoutfits und wegen des Entrollens einer LGBTQ-Flagge bei einem Konzert zur Zielscheibe islamischer Kreise geworden.

Quelle: NBC News

Bild: NBC Contributor

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