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Die Polizei von Nicaragua ermittelt gegen einen regierungskritischen Bischof

MEXIKO-STADT – Nicaraguas Polizei sagte am Freitag, sie habe eine Untersuchung gegen einen römisch-katholischen Bischof eingeleitet, der ein ausgesprochener Kritiker der Regierung von Präsident Daniel Ortega gewesen sei.

Sie beschuldigten Bischof Rolando Álvarez, den Leiter der Diözese Matagalpa, angeblich „gewalttätige Gruppen organisiert“ und sie „zu Hasshandlungen gegen die Bevölkerung“ angestiftet zu haben.

Die Polizeierklärung vom Freitag besagte, dass die Untersuchung eine Reihe von Personen umfassen würde, und warnte, dass sie ihre Häuser nicht verlassen dürften, während die Untersuchung durchgeführt werde.

Álvarez war am Donnerstag in seiner Wohnung gewesen, als die Polizei das Gebiet absperrte. Álvarez kam heraus, um auf der Straße zu beten und näherte sich ihnen mit einem ausgestreckten Kruzifix. Die Polizei blockierte seinen Versuch, am Freitag in die Kathedrale zu gehen, also feierte er stattdessen die Messe von zu Hause aus.

Die angekündigte Polizei kam nur wenige Stunden, nachdem die First Lady und Vizepräsidentin Rosario Murillo in einem offensichtlichen Hinweis auf Álvarez „Sünden gegen die Spiritualität“ und „die Zurschaustellung von Hass“ kritisiert hatte.

Zuvor hatte Wilfredo Navarro, ein Kongressvorsitzender der Sandinistischen Nationalen Befreiungsfront von Ortega, Álvarez beschuldigt, vor der Polizei einen Medienzirkus aufgebaut zu haben, um „wieder Gewalt und Unordnung zu schüren“.

Navarro beschuldigte Álvarez und andere, das geleitet zu haben, was Ortega und seine Partei im April 2018 für einen gescheiterten Putschversuch halten. Navarro sagte, die Kirchen seien „Höhlen von Delinquenten und Mördern“ und Álvarez verwandle „die Kirche wieder in Stützpunkte, wo sie Waffen lagern und planen Gewalt.“

Er warnte davor, dass Álvarez nicht über dem Gesetz stehe.

Die Kommentare von Navarro und Murillo schienen den Grundstein für die polizeiliche Ankündigung einer Untersuchung am späten Freitag zu legen.

In seiner Predigt am Freitag sagte Álvarez, dass er und andere, die auf seinen Wohnsitz beschränkt sind, „Glück in unseren Herzen, innere Stärke und Frieden für unser Leben haben“. Weder die Kirchenleitung in Nicaragua noch der Vatikan haben sich in dieser Woche zu der Situation geäußert.

Diese Woche schloss Ortegas Regierung acht Radiosender und einen Fernsehsender in der Provinz Matagalpa nördlich von Managua. Sieben der Radiosender wurden von der Kirche betrieben.

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Quelle: ABC News

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