Berlin

Cyberkriminalität boomt in Deutschland: Hacker richten Schäden in dreistelliger Milliardenhöhe an

Großer Schaden, wenig Erfolg für die Sicherheitsbehörden – die rasant wachsende Cyberkriminalität belastet die Bundesrepublik schwer. Im Jahr 2021 registrierte die Polizei insgesamt 146.363 Straftaten durch Hacker und Computerbetrüger. Das ist eine Steigerung von mehr als zwölf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Täter richteten einen Schaden von 223,5 Milliarden Euro an, mehr als doppelt so viel wie 2019.Die Zahlen stehen im „Bundeslagebild Cyberkriminalität 2021“, das die Vizepräsidentin des Bundeskriminalamts, Martina Link, vorstellte Montag in Berlin.

Die schlechte Aufklärungsrate ist ebenfalls gesunken

Die Polizei scheint überfordert. Die Abfertigungsquote lag im vergangenen Jahr bei nur 29,3 Prozent. Das bedeutet auch einen leichten Rückgang im Vergleich zu 2020. Die Aufklärungsquote bei Straftaten in Deutschland insgesamt ist mit 58,7 Prozent doppelt so hoch. Als Gründe für die besorgniserregende Entwicklung nennt das BKA die zunehmende Digitalisierung der Gesellschaft, die zunehmende Anonymität im Internet und die aufwändigen Ermittlungen gegen Täter, die sich oft im Ausland aufhalten. Dies sei „eine besondere Herausforderung für alle Abteilungen, die sich mit Cyberkriminalität befassen“.

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Eine der größten Gefahren geht von Hackern aus, die Daten auf Regierungs- und Unternehmensservern verschlüsseln und Lösegeld fordern. Die „Ransomware“-Methode bleibe laut Lagebild auch 2021 die „Cyber-Bedrohung mit dem höchsten Schadenspotenzial“ und „nochmals deutlich gestiegen“. Der spektakulärste Fall war der Angriff der Hackergruppe „Zahle oder Trauer“ auf die Verwaltung des Landkreises Anhalt-Bitterfeld (Sachsen-Anhalt) im Juli 2021. Die Täter verschlüsselten massenhaft Daten und wollten erpressen eine halbe Million Euro mit der Kryptowährung Monero. Die Kreisverwaltung weigerte sich, musste aber alle IT-Systeme abschalten. Vermutlich erbeuteten die Täter Daten mit einem Volumen von 63 Gigabyte. Einige, darunter private Informationen über 42 Mitglieder des Kreistags Anhalt-Bitterfeld, wurden von den Cyberkriminellen ins Darknet gestellt, um den Druck zu erhöhen.

Siehe auch  Prozess zur rechten Anschlagsserie in Berlin-Neukölln: Eine Zeugin sagt unter Polizeischutz aus – und spricht von rechten Drohungen gegen sie

Erste Katastrophe durch Cyberangriff

Der damalige Landrat Uwe Schulze (CDU) erklärte den Katastrophenfall. Das war das erste Mal in der Geschichte der Bundesrepublik, dass ein Cyberangriff so drastische Folgen hatte. Die Katastrophe wurde erst im Januar 2022 beendet. Die IT-Systeme des Landkreises sind jedoch noch immer nicht vollständig wiederhergestellt. Insgesamt entstanden Anhalt-Bitterfeld Kosten in Höhe von zwei Millionen Euro.
Die Pandemie und der russische Angriff auf die Ukraine haben auch die Cyberkriminalität angekurbelt. Die fortschreitende Digitalisierung in Corona-Zeiten schaffe „eine Vielzahl neuer Möglichkeiten für Kriminalität“, heißt es im Lagebild. Und im Krieg werde „die Bedeutung staatlich kontrollierter und geduldeter Akteure der Cyberkriminalität besonders deutlich“. Ein aktueller Fall sind die Angriffe der prorussischen Hackergruppe „Killnet“ auf den Bundestag, das Bundesverteidigungsministerium, das BKA und andere Polizeibehörden sowie auf die SPD-Website von Bundeskanzler Olaf Scholz. Killnet greift mit der DDoS-Methode („Distributed Denial of Service“) an, wodurch Server gezielt überlastet werden. DDoS-Attacken sind aber auch jenseits von Gruppen wie Killnet ein dynamisch wachsendes Problem. Laut Lagebericht registriert die Deutsche Telekom durchschnittlich 2.335 DDoS-Angriffe pro Monat.

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