Berlin

Bye Bye Easyjet?: Ein Flughafenplaner will den BER zum Premium-Airport machen

Er hat Flughäfen auf der ganzen Welt geplant und sich seit über einem Jahrzehnt einen Namen als Experte und Kritiker der BER-Katastrophe gemacht. Jetzt geht der Flughafenplaner Dieter Faulenbach da Costa mit einem radikalen Vorschlag an die Öffentlichkeit: In einem Gutachten für die Freien Wähler im brandenburgischen Landtag plädiert Faulenbach da Costa dafür, das Geschäftsmodell des BER grundlegend zu ändern. Nämlich den Willy Brandt Airport in der Hauptstadtregion zu einem Premium-Airport zu machen.

Keine Expansion, Fokus auf Premium-Traffic.

Vorgeschlagen von Dieter Faulenbach da Costa

Bis 2031 solle die Abwanderung von Billigfliegern akzeptiert und jeglicher Ausbau gestoppt werden, sagt der Planer. Das Land muss nicht dauerhaft Milliarden in die tiefrote Flughafengesellschaft von Berlin, Brandenburg und Bund (FBB) pumpen. „Mein Vorschlag lautet: Keine Expansion, Konzentration auf Premiumverkehr, auf Fluggesellschaften wie KLM, Air France und andere“, sagte Faulenbach da Costa am Dienstag bei der Vorstellung seines Berichts im Potsdamer Landtag. In der nächsten Landtagssitzung wollen die Freien Wähler einen Antrag stellen, weitere Ausbaustufen für den BER zu stoppen.

Der 77-Jährige sprach sich ausdrücklich dafür aus, die Flughafenentgelte am BER schnell auf das Niveau der Flughäfen Frankfurt am Main oder München anzuheben. Sie seien bei Fraport zweieinhalb Mal höher als am BER, in München dreimal so hoch, sagte Faulenbach da Costa. „Das würde schnell zu einer drastisch verbesserten Ertragssituation am BER führen.“

Auch wenn sich Billigflieger dann vom Flughafen Willy Brandt zurückziehen, womit zu rechnen ist. „Die Verbesserung der Einnahmesituation führt zur Abwanderung von Billigfliegern“, heißt es in seinem Bericht. Bei anderen Airlines sind höhere Gebühren wie in München oder Frankfurt am Main kein Problem.

„Der BER zeichnet sich wie München durch seine Alleinlage aus. Im Umkreis von 200 Kilometern gibt es keine Konkurrenz“, sagt Faulenbach da Costa. Die Flughäfen Leipzig, Dresden und Rostock-Laage sind keine Konkurrenz für den BER. „Wer nach Berlin fliegen will, muss über den BER fliegen.“

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Den Löwenanteil haben bisher jedoch die Low-Cost-Airlines. Ryanair hatte erst kürzlich sein über den BER betriebenes Streckennetz ausgedünnt und als Grund vor allem die überhöhten BER-Entgelte genannt. Auch Easyjet, bisher Marktführer in Berlin, hat die Zahl seiner in Berlin stationierten Flugzeuge in den letzten zwei Jahren von 35 auf 12 reduziert und Personal massiv abgebaut.

Faulenbach da Costa bezweifelt, dass die Flughafengesellschaft mit der kürzlich von der EU genehmigten 2,4-Milliarden-Spritze tatsächlich aus den roten Zahlen kommt. Sollte der bisher auf den Weg gebrachte „Masterplan 2040“ zum Kapazitätsausbau tatsächlich umgesetzt werden, werde die FBB seiner Prognose zufolge bis dahin Schulden in Höhe von 12 Milliarden Euro anhäufen. Kritisch sieht Faulenbach den aktuellen Plan der FBB, das derzeit ungenutzte alte Terminal Schönefeld (T5) endgültig stillzulegen.

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