Berlin

Berliner Schulinspektion vor dem Neustart: Wie guter Unterricht gelingen kann

Nach dreijähriger Pause soll die Berliner Schulinspektion nach den Winterferien wieder starten. Allerdings startet es zunächst nur als Pilotphase für rund 20 Schulen, bevor es im Sommer 2023 richtig losgeht. Das hat die Bildungsverwaltung nun in einem Schreiben an alle öffentlichen Schulen angekündigt.

Ein neuer Fragebogen soll pilotiert werden, der bei den Klassenbesuchen der Inspektoren verwendet wird. Dementsprechend hat das Team der Schulinspektion die vergangenen Monate genutzt, um die Fragen an den Empfehlungen der Berliner Qualitätskommission auszurichten.

Diese Empfehlungen bestanden unter anderem darin, dass die Inspektoren stärker darauf achten sollten, ob den Schülerinnen und Schülern genügend Lernmöglichkeiten geboten werden. „Lernrelevant“ sei, dass der Unterricht darauf ausgerichtet sei, „fachliches Lernen zu fordern, nachhaltig zu motivieren und die aktive Lernzeit zu maximieren“.

Ziel ist es, dem Unterricht auf den Grund zu gehen, indem die Schulinspektoren 65 Multiple-Choice-Fragen beantworten. Viele der Fragen wurden bereits zu Beginn der Schulinspektion vor rund 17 Jahren gestellt, einige neue Fragen sind nun hinzugekommen. Zu den neuen gehört zum Beispiel, ob Aufgaben schriftlich oder mündlich korrigiert werden oder ob die Lehrenden leistungsstärkeren Schülern zusätzliche Aufgaben mit höherem Schwierigkeitsgrad geben.

Die Studierenden evaluieren anhand eines modifizierten Fragebogens

In der Pilotphase soll dann in Zusammenarbeit mit dem Institut für Schulqualität der Länder Berlin und Brandenburg herausgefunden werden, ob der neu entwickelte Unterrichtsbeobachtungsbogen seinen Zweck erfüllt. Gesucht werden zehn Grundschulen, vier Gymnasien, vier Real- oder Gemeinschaftsschulen, ein sonderpädagogisches Förderzentrum und eine Berufsschule.

Allerdings kommen die Inspektoren der Bildungsverwaltung nicht alleine, sondern werden von Studierenden begleitet. Zum Vergleich nutzen sie einen anderen Beobachtungsbogen, der an der Freien Universität Berlin entwickelt wurde. All das erklärt der Brief an die Schulen, der dem Tagesspiegel vorliegt.

Was aus den anderen Empfehlungen der Expertenkommission wird, ist noch nicht bekannt. In ihrem Abschlussbericht schlugen sie der Bildungsverwaltung vor, ihre Kräfte zu bündeln: Statt alle öffentlichen Schulen alle fünf Jahre zu untersuchen, sollte man sich lieber auf Problemschulen konzentrieren, dort „anlassbezogen“ handeln und dann fachspezifische Hilfe leisten – zum Beispiel durch Lehrcoaches.

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Wie berichtet, hat die Kultusverwaltung diese grundsätzliche Frage noch nicht beantwortet, weil der Koalitionsvertrag, der vorsieht, dass alle Schulen besichtigt werden sollen, der Empfehlung der Gutachter widerspricht.

90Prozent der Schulen gute Noten bei der Inspektion bekommen – trotz der schlechten Lernleistungen in Berlin.

Unklar ist auch, wie künftig auf weitere Kritik der Expertenkommission reagiert werden kann. Sie hatte festgestellt, dass es „auffällige Widersprüche“ zwischen den faktisch schlechten Leistungen der Berliner Schüler und den „insgesamt sehr positiven Begutachtungsurteilen“ gebe: In mehr als 90 Prozent der Fälle stünden die Schulen in der Kategorie „Schulleistung und Schule“. Werdegang“. von der Inspektion als „stark oder eher stark“ bewertet.

Die Evaluation der Schulaufsicht ist ein ebenso wichtiger Bestandteil der Qualitätsentwicklung wie die Reform der Schulaufsicht.

Ein Schulleiter aus Charlottenburg

„Natürlich müssen wir den Unterricht in den Schulen weiterentwickeln“, kommentierte ein Charlottenburger Schulleiter den Reformplan der Schulinspektion. Leider lässt sich dieses „notwendige Unterfangen“ an vielen Schulen aufgrund des Fachkräftemangels oder anderer Probleme im Alltag nicht wirklich umsetzen. Manchmal blockierte auch die Schulleitung, weil sie keinen Bedarf dafür sah.

Ein ebenso wichtiger Bestandteil der Qualitätsentwicklung wie die Reform der Schulaufsicht ist die Evaluation des Schulaufsichtsrats und der Schulbehörden: „Hier gibt es seit Jahren keine Feedbackkultur, keine Konsequenzen für ‚schlechte‘ Arbeitsleistungen“, kritisierte die langjähriger Schulleiter.

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