Vogelgrippe erreicht Marzahn-Hellersdorf: Erstfälle bestätigt!
Die Vogelgrippe breitet sich in Marzahn-Hellersdorf aus. Bürgermeisterin Zivkovic warnt Geflügelhalter vor Risiken und fordert Wachsamkeit.

Vogelgrippe erreicht Marzahn-Hellersdorf: Erstfälle bestätigt!
In Deutschland breitet sich die Vogelgrippe, auch bekannt als aviäre Influenza, stark aus, was nun auch Marzahn-Hellersdorf erreicht hat. Bezirksbürgermeisterin Nadja Zivkovic (CDU) bestätigte am Freitag die ersten Fälle in der Region und rief die Geflügelhalter:innen zur Wachsamkeit auf. Für die Bevölkerung besteht derzeit jedoch keine unmittelbare Gefahr, wie Zivkovic betonte.
Erste Anzeichen der Seuche zeigen sich durch mehrere verendete Wildvögel, unter anderem zwei tote Kraniche, von denen einer in Mahlsdorf nahe dem BSR-Recyclinghof entdeckt wurde. Die Tierkörper werden im Landeslabor auf das Virus der Aviären Influenza untersucht. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen werden in den kommenden Tagen erwartet, eine Pressemitteilung des Bezirksamts ist für Montag angekündigt.
Die Risiken der Vogelgrippe
Das Veterinäramt warnt, dass die Vogelgrippe hochansteckend für Geflügelbestände wie Hühner, Enten und Gänse ist. Die Übertragung erfolgt meist durch den Kontakt mit infizierten Wildvögeln oder deren Kot. Aufgrund des Vogelzugs ist mit weiteren Fällen im Berliner Raum zu rechnen. Aktuell besteht keine allgemeine Aufstallungspflicht für Geflügel, jedoch sind die Halter:innen verpflichtet, sicherzustellen, dass ihre Tiere tierschutzgerecht untergebracht sind.
Der Kontakt zu Wildvögeln sollte möglichst vermieden werden, was unter anderem durch abgedeckte Futterstellen unterstützt werden kann. Das Bezirksamt hat empfohlen, erkrankte oder verendete Vögel umgehend zu melden, um schnelle Maßnahmen ergreifen zu können. Die Bevölkerung wird zudem gebeten, den Kontakt zu diesen Vögeln zu meiden. Tote Vögel sollten dem Ordnungsamt gemeldet werden (E-Mail: ord@ba-mh.berlin.de, Telefon: (030) 90293 6500).
Weltweit sind von der Vogelgrippe betroffene Menschen bislang hauptsächlich durch engen Kontakt mit infizierten Vögeln oder deren Ausscheidungen erkrankt. Laut dem Robert Koch-Institut (RKI) sind in Deutschland bisher keine Erkrankungen bei Menschen mit aviären Influenza-Viren bekannt. Infektionen sind überwiegend mild und treten selten auf.
Prävention und Empfehlungen
Das RKI beobachtet die Situation und bewertet das Risiko für die Bevölkerung in Deutschland als gering. Dennoch gibt es Empfehlungen zur Prävention, insbesondere für Personen mit erhöhtem Expositionsrisiko. Hierzu zählt das Vermeiden von direktem Kontakt mit Wildvögeln und das Tragen von Schutzausrüstung bei unvermeidbarem Kontakt.
Die Vogelgrippe wird durch das Influenzavirus A verursacht. Es gibt dabei verschiedene Subtypen, wobei die gefährlichsten, H5 und H7, auch als hochpathogene aviäre Influenza (HPAI) klassifiziert werden. Diese können sowohl Tiere als auch Menschen befallen und zeigen Symptome, die von Atembeschwerden bis hin zu einem hohen Sterblichkeitsrisiko bei Geflügel reichen.
In den USA wurden im Jahr 2024 mehrere Infektionsfälle bei Menschen z.B. infolge intensiven Kontakts mit infiziertem Geflügel nachgewiesen. Dort wurden auch Ausbrüche von Influenza A(H5N1) in Geflügelbetrieben und bei Milchkühen registriert. Während normale Geflügelprodukte sicher sind, solange sie ausreichend erhitzt werden, bleibt es entscheidend, die Hygiene in Geflügelhaltungen zu wahren und die Bestände regelmäßig zu registrieren.
Die zuständigen Behörden appellieren an alle Geflügelhalter:innen, ihre Bestände ordnungsgemäß zu registrieren und ihre Tiere gegen atypische Geflügelpest zu impfen, um das Risiko weiterer Ausbrüche zu minimieren.